24. September bis 01. Oktober 2016: Von Kiel nach Delfzijl

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Route: Kiel – Lexfähre – Friedrichstadt – Helgoland – Norderney – Greetsiel – Delfzijl

Zu viert machten wir uns auf die Reise, die in Kiel begann. Bereits am Freitag waren wir angereist und hatten der Astor-Bar einen Besuch abgestattet, wo wir auf diese gemeinsame Woche mehrfach anstiessen. Ein herrliches Abendessen im Restaurant Weinstein stimmte uns auch kulinarisch auf eine tolle Woche ein.

Am Samstag übernahmen wir das Schiff, bunkerten Lebensmittel und freuten uns darüber, endlich wieder an Bord sein zu dürfen.

Die Woche war ein Mix aus Binnen und Offshore. Es galt, die Schleusen- und Brückenzeiten präsent zu haben, die Regeln der Binnenschifffahrt zu kennen, zu wissen, wie man sich im grossen NOK verhält. Alles kein Problem. Unsere Gruppe verstand sich auf Anhieb prächtig und so steuerten wir, nachdem man uns endlich nach rund zwei Stunden liess, die erste Schleuse des NOK an. Viel war los an diesem Wochenende und so kam es, dass wir dazwischen auch mal von der Schifffahrtspolizei angewiesen wurden, einen Stopp einzulegen, bis der Kanal wieder frei würde.

Dann verliessen wir den NOK und fuhren in die Eider, welche noch bis vor kurzem wegen der defekten Gieselauschleuse gesperrt war. Nach einer ruhigen, erholsamen Nacht in Lexfähre hielt uns nichts mehr. Friedrichstadt erwartete uns mit sommerlichen Temperaturen, viel Sonnenschein und einem wunderschönen Bild von sehenswerten alten Häusern mit Treppengiebeln der holländischen Renaissance.

Helgoland rief uns. Das Wetter war wunderbar, die See ruhig und wir nutzten die Gunst der Stunde, um diese Insel endlich auf eigenem Kiel besuchen zu dürfen. Unterwegs absolvierten wir alle das allseits beliebte MOB-Manöver und Mr. Fender konnte mehrfach gerettet werden. Auf nach Helgoland! Die Insel erfreute uns erneut mit viel Sonne, farbigen Hummerbuden und einem traumhaft schönen Spaziergang, vorbei am Leuchtturm zur Langen Anna, einem hohen, langen Felsen. Wir begegneten zahlreichen heimischen Vögeln, zutraulichen Schafen und beendeten den Abend in der bunten Kuh, wo wir genüsslich assen und tranken. Für den nächsten Tag war etwas Wind und zwei bis zweieinhalb Meter hohe Wellen angesagt. Nichts, was wir nicht meistern könnten.

Und dann kam er, dieser Tag, der uns wohl für immer in Erinnerung bleiben wird. Wir liefen aus und setzten Kurs auf Norderney. Aus den angesagten 5-6 Beauforts wurden 7-8. Aus den 2-2,5 m Wellen wurden 4 m. Wir wurden durchgeschüttelt und teilweise auch mal von den Sitzen geschleudert. Der Steuerbordmotor fiel aus, der Autopilot streikte und die Schaps hielten nicht und die Schubladen mussten mit Menschenkraft und Bootshaken gesichert werden. Eine Luke wurde eingedrückt und wir hatten einen Wassereinbruch. Joghurts fanden den Weg ganz allein aus dem Kühlschrank. Ein Teller ging zu Bruch, alles, was nicht zuvor gründlich versorgt wurde, lag irgendwo umher. Die Kleider in den Schränken flogen mit den Kleiderbügeln auf den Schrankboden. Nein, es war keine lustige Überfahrt. Wir bezeichneten sie am Ende als geglückt, aber sehr grenzwertig. Niemand von uns würde das wieder tun. Merksatz: Traue keiner Wettervorhersage. Streck die Nase in den Wind und kehre um! Gut, das hätte bedeutet, dass unsere Reise in Helgoland zu Ende gewesen, da nun die neuen Wettervorhersagen für die beiden kommenden Tage noch viel schlechter wurden. Starkwind und hohe Wellen wurden angekündigt. Man hätte demnach als einzige Alternative für unsere und die Nachfolgecrew Flüge stornieren und neu buchen müssen. Aber es wäre der sichere, risikofreie Weg gewesen. Wir sind alle mehr oder weniger heil angekommen. Und das ist die Hauptsache. Und gelernt haben wir dabei so einiges. Aber erleben wollen wir das nie wieder!

Der nächste Tag sollte ruhiger werden, da wir uns im Schutz der ostfriesischen Inseln befanden. Noch immer gab es über 6 Beauforts, aber die Wellen waren auf lächerliche 1,5 m zusammengesackt. So machte Seefahrt wieder Freude. Wir lernten an diesem Tag, dass der Plotter uns garantiert trockengelegt hätte. Da wo wir fuhren, war eigentlich alles grün. Aber eben goldrichtig, denn hier hatte man sich draussen an den stets neu gelegten Tonnen zu orientieren und gefälligst genau in diesem Fahrwasser zu bleiben. Ein eindrückliches Erlebnis. Genauso wie dieses, dass die Schreiberin die Todsünde aller Sünden beging und das Logbuch über Bord gehen liess. Schande über mich! Merksatz: Besser das Logbuch wird auf dem Navigatorentisch durch und durch nass, als durch das Versenken im Meer…

Greetsiel empfing uns dann mit sehr viel Regen, sodass wir den Rest des Tages lieber im warmen Salon verbrachten. Raus gingen wir erst wieder zum Essen. Eigentlich schade, denn das kleine Städtchen ist wunderschön und sehr sehenswert.

Die letzte Fahrt nach Delfzijl erwies sich als schöner Abschluss, bei dem sich auch die Sonne wieder blicken liess. Und mit der neuen Gastlandflagge (nein, wir nahmen nicht die Russische!) hatten wir dann ja doch noch ein zweites Land besucht. Schön war’s.

Skipper Peter, Hanspeter; Crew: Thomas, Ursula

Für den Bericht: Ursula, 6. Oktober 2016


17. bis 24. September 2016: Von Kopenhagen nach Kiel

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Bitte beim nächsten Mal die Türen nicht selber öffnen!“ Mit diesen Worten hat uns der Taxifahrer ‪am Samstag morgen nach unserem Törn am Flughafen Hamburg verabschiedet. Wir liessen uns unsere gute Laune dadurch nicht vermiesen, checkten unser Gepäck ein und machten uns auf zu den Landungstegen. Nach einer Hafenrundfahrt durch die Speicherstadt trennten sich unsere Wege.

Wie fing alles an?

Unsere gemeinsame Reise von Kopenhagen nach Kiel begann eine Woche früher. Nach der Übernahme der Rolling Swiss II von der Vorcrew bunkerten wir die Lebensmittel für die nächsten Tage ein. Nach der Sicherheitsanweisung ging es dann auch schon los. Unser Liegeplatz war sehr begehrt, er wurde sofort wieder belegt von einer grossen Yacht, die mittels Fernbedienung von Deck aus gesteuert wurde. Auf unserem kurzen Schlag vom Nyhavn nach Dragör machten wir uns mit der Steuerung und dem Fahrverhalten der RS II vertraut. In Dragör fanden wir am Liegeplatz Moorings vor, eine tolle Gelegenheit bei kräftigem Seitenwind an- und am nächsten Morgen wieder abzulegen. Unterwegs nach Rodvig übten wir das MOB-Manöver und haben im dortigen Hafen unsere An- und Ablegemanöver verbessert.

Nachdem wir die RS II in Verdrängerfahrt beherrschten, wollten wir uns alle von der Kraft der beiden Antriebsmaschinen überzeugen. Mit nahezu 20 Knoten hat jedes Crewmitglied für kurze Zeit die RS II Richtung Klintholm gesteuert. Am nächsten Tag überraschte uns der Skipper mit einer „Sondermeldung des Hafenamts“. Das GPS-Signal war gestört, ausgerüstet mit Seekarte und Fernglas steuerte unser Navigator die RS II sicher durch die betonnten Fahrstrassen. Eine sehr lehrreiche Übung einmal ohne den GPS-Plotter zu navigieren. Sicher im Hafen Kragenaes angekommen unternahm ein Teil der Crew noch eine Hafenrundfahrt mit dem Dingi. Über Bagenkop ging es dann nach Laboe, der vorletzten Station unseres Törns. Unterwegs übten die Radarpraxisanwärter die Navigation mittels Radar und Karte.

Bei einem feinen Abendessen an Bord liessen wir den Törn Revue passieren. In Kiel, unserem Ziel- und Übergabehafen, fand zeitgleich ein Hafenfest statt. Wir erhielten die Gelegenheit einer Privatführung durch ein grosses Lotsenboot, welches normalerweise als Lotsenhotel in der Wesermündung unterwegs ist.

Nach der Übergabe der RS II an die Nachfolgecrew warteten einige von uns auf das bestellte Taxi nach Hamburg. Es kam mit 30 minütiger Verspätung und zu unserer grossen Verwunderung stieg der Beifahrer aus und verabschiedete sich mit den Worten „Ihr Taxi!“ Schnell wurde uns klar, dass der Taxifahrer geringe Deutschkenntnisse mit ebenso geringen Ortskenntnissen kombinierte. Dennoch erreichten wir den Flughafen Hamburg, der Rest der Geschichte ist bekannt.

Skipper: Ueli, Guido; Crew: Pia, Peter, Claude, Matthias




20. August – 03. September 2016: Norrköping – Göteborg – Durch den Götakanal

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„Am Vorabend der Schiffsübernahme haben wir im Hotel einen Taxi für die Anreise zum Hafen der Rolling Swiss II bestellen lassen, nämlich ein grosser Van für 4 Personen mit viel Gepäck, denn unser Törn wird ja eine 2-Wöchige Reise.

Als wir am Folgetag in der Lobby auftauchten teilte uns der Concierge freundlich mit, dass das Taxi uns draussen bereits erwartet. Kaum auf der Strasse angekommen glaubten wir unseren Augen nicht. Das Elektrotaxi mit einem Kofferraumvolumen eines Seesackes stellte unser Taxifahrer echt vor eine unüberwindbare Herausforderung.

Nach vorgängig ausgewechseltem Taxifahrzeug kamen wir alsdann, zwar mit einer Verspätung von rd. 10 Minuten, aber glücklich am Hafen an – endlich wieder auf der RS II zu sein.

Nach unserer obligaten ausführlichen Sicherheitseinweisung nahmen wir schnell Kurs nach Arkösund auf. Die dabei einmalig erlebten Eindrücke haben wir in den oben stehenden Bildern zusammengefasst und denken immer wieder gerne an dieses unvergessliche Erlebnis unter Freunden zurück.“

Skipper Ruedi mit Crew Andreas, Markus und Jacqueline

 



30.Juli – 13. August 2016 – Turku-Stockholm


Besatzung:
Skipper 1 Peter Weingärtner, Skipper 2 Peter Kumli
Crew: Nauck Peter, Rupli Hanspeter, dos Santos Ursula

Route:
Turku – Houtskär, Näsby – Kökar, Karlby – Bärö, Glada Laxen – Kumlinge – Kastelholm – Mariehamn – Kobba Klintar – Blidö, Södersundet – Grinda – Stockholm – Ekerö – Adelsö – Björkö – Mälsåker – Mariefred   – Stockholm

«Vorschiff klar!». Bevor dieser Ruf das erste Mal übers Aussendeck erschallen konnte, wurden wir mit der MS Amorella als Passagiere nach Turku überführt, wo unser Abenteuer begann. Nach einem langen Marsch durften wir die Rolling Swiss II, in tadellosem, sehr gut gereinigten Zustand, übernehmen. Ein grosser Dank gilt hier der Vorcrew unter Christine. Wie immer am ersten Tag, stand das Bunkern von Lebensmitteln, nebst dem Einräumen aller persönlichen Utensilien, an erster Stelle.
Unser Thementörn war geprägt von den königlichen Schlössern Schwedens, welchen wir während der zwei Wochen einen Besuch abstatteten. Zu nennen sind dabei das Stockholmer Schloss, die Bomarsundruine, das Kastelholm-Schloss, die Vaxholm-Festung, das Schloss Drottningholm, das Schloss Mälsåker und das Schloss Gripsholm. Wir erfuhren viel über das Königreich Schwedens und insbesondere über die Wasa-Dynastie und das Geschlecht der Bernadottes.
Daneben stand das Geniessen im Vordergrund. In zahlreichen, sehr guten, Restaurants assen wir königlich, oft auch mit fantastischer Weinbegleitung oder aber wir assen an Bord, wo wir etwas einfacher, aber nicht weniger ausgezeichnet verpflegt wurden.
Highlights waren die Führung in Kökar, mit dem Besuch der Kökar Kyrka mit privatem kleinen Orgelkonzert, das Eintauchen in die Oterböte Bronzezeit, die abendliche Einladung unseres Guides bei sich zuhause zu Wein und Käse; das Anlegen in Kumlinge – das natürlich vor allem für unseren Skipper 2 ein speziell schönes Erlebnis war; unser letztes An- und Ablegen in Åland, genauer bei der alten Lotsenstation Kobba Klintar; die Übernachtung vor Anker im Södersundet; die Durchfahrt bei Vaxholm mit so vielen Schiffen, dass der arme Rudergänger arg gefordert war, dies aber vorbildlich meisterte; das Ankern in der Bucht vor der Bomarsundruine bei Kaffee und Kuchen; der Runenstein in Adelsö und das Ansgarkreuz in Björkö.
Wir machten auf diesem Törn so viele An- und Ablegemanöver, dass er gut und gern als Manövertörn durchgehen könnte. Die Markierung der Leinen in den Farben Weiss, Rot und Grün sind sehr hilfreich und verdankenswert. Viel haben wir gelernt auf diesem Törn. Vor allem aber haben wir unsere Reise genossen als harmonische, stimmige Crew, in der sich jeder auf jeden verlassen konnte.
Erholen konnten wir uns in den Kabinen der hervorragend ausgerüsteten Rolling Swiss II – bequeme neue Matratzen mit guten, wenn auch etwas grossen, Kopfkissen. Auf meinem Kopfkissen zuhause träume ich noch immer von dieser sagenhaft schönen Reise.
Ursula dos Santos, 25. August 2016



16. Juli bis 23. Juli 2016: Helsinki – Turku

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Route: Helsinki, Porkala, Jussarö, Ekenäs-Tamissari, Förby, Pargas, Naantali, Turku

Helsinki präsentiert sich grau und es regnet in Strömen. Gepäck einräumen, Einkaufsliste für den Proviant erstellen und los geht’s. Das Resultat der Einkaufstour bei Stockmann’s sind drei vollgepackte Einkaufswagen, deren Inhalt in der Bordküche gekonnt verstaut wird. Bereits am ersten Abend schätzen wir die gemütliche Rolling-Stube und schlemmen Lasagne begleitet von einem Gläschen Rotwein.

Am Morgen weht ein böiger Wind, der Regen ist weggefegt und die Sonne blinzelt durch die vorbeiziehenden Wolken hindurch. Ideal um die Manöver wie Eindampfen und Mann-über-Bord zu fahren. Danach geht es los Richtung Porkala, die Sonne scheint auf die Schären und es werden bereits zahllose Fotoclicks gemacht. Am späteren Nachmittag zieht Nebel auf, doch wir sind bereits Nahe beim Zielhafen in Porkala, wo wir die letzten beiden Bojen nach harten Verhandlungen mit dem Hafenmeister und dem Nachbarn schnappen. Zum Z’nacht gibt’s Lachs von Stockmann auf einem Lauchbeet mit Reis. Die Küche der Rolling ist hervorragend ausgestattet. Nach dem Essen wird die Nachbarschaft beäugt, besonders das backbordseitige Segelboot ist ein Prachtstück und die Crew eine Augenweide.

Am nächsten Morgen zieht der Kaffeeduft durch die Rolling Stube und das Frühstück ist ein Genuss nach einer unruhigen Nacht. Die Route führt uns durch enge Fahrstrassen hindurch vorbei an Militärstützpunkten. Dies erfordert geschicktes und aufmerksames Steuern. Endlich verlassen wir die schützenden Schären und gelangen auf das offene Meer Richtung Jussarö. Die Rolling macht ihrem Namen alle Ehre sie „rollt“ sicher durch die meterhohen Wellen bei Sonnenschein dem Ziel entgegen. Die unter Naturschutz stehende Insel Jussarö erreichen wir gegen Abend. Der Hafenmeister weißt uns einen Platz an einem hohen rauhen Betonsteg zu. Die Fenderbretter müssen montiert werden. Dank unserem üppigen Proviant müssen wir auch an diesem Abend nicht auf ein herrliches Z’nacht verzichten, denn es gibt weder Restaurant noch einen Kiosk auf der Insel. Serviert wird ein Schweinefilet und wir geniessen mit einem Gläschen Rotwein den nicht enden wollenden Sunset.

Da die zurück zu legende Route am nächsten Tag kurz ist, können wir uns etwas Bewegung verschaffen und erkunden bei strahlendem Sonnenschein die Insel, geniessen die Aussicht vom Leuchtturm, entdecken auf einem Rundgang uralte Bäume und pflücken Beeren. Am Mittag heisst es „Leinen los“ Richtung Ekenäs-Tamisari. Zwischen den gut ausgeschilderten Steinen fahren wir wieder durch die Schären. Auf jeder Insel sind typisch finnische Wochenendhäuschen mit Saunen davor ein Steg mit Motorboot zu entdecken. Als sich die Inselwelt zu einem See öffnet, ist unser Reiseweg von blossem Auge nicht zu erkennen, unsere Aufmerksamkeit gilt der Karte und den Seezeichen. Kaum am Bootsplatz angelegt, fegt ein Regenguss über Ekenäs-Tamissari, doch das stört uns gar nicht, denn wir sitzen gemütlich beim Debreeving und verdientem Ankertrunk.

Heute werden 44 Seemeilen bei wiederum schönstem Sommerwetter gefahren. Wir sind erneut dabei zahlreiche Foto’s von der überwältigenden Meer- und Schärenwelt wie auch an den vor uns kreuzenden Segelschiffen zu knipsen. Plötzlich bringen drei in gleicher Richtung rasant fahrende Sportmotorboote mehrere Segler vor uns bei einer schmalen Fahrstelle, es ragen links wie rechts unmittelbar bei den Quadranten Steine aus dem Wasser, mächtig ins Schwitzen. Dank geschicktem Verhalten der Segler können diese die enge Passage fahren und ohne Schaden sich kreuzen. Die Sportmotorboote verschwinden in alle Himmelsrichtungen, einer unfreiwillig ausserhalb der Fahrstrasse. Nach Hankö befahren wir eine Grossschifffahrtsstrasse, wobei sich kein einziges grosses Schiff blicken lässt-. Naja, die haben wir ja in Helsinki gesehen. Der Hafen von Förby präsentiert sich nicht so wie im Hafenbuch eingezeichnet und fotografiert, der Steg für grosse Boot fehlt, im engen Hafen wird mit Tellerwende gekehrt, da die Plätze zu eng für die Rolling sind. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen entdecken wir zu unserer Erleichterung den neu angelegten Hafen, welcher perfekte Plätze für die Rolling bietet. Unser Proviant sei Dank, denn hier fehlen nicht nur die erwähnten Stege, sondern auch die beschriebenen Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Heute wird ein riesiger Topf Spaghetti-Bolognese serviert. Anstelle des Hafenmeisters erhalten wir Besuch vom vierbeinigen Hafen-Kater. Dieser findet unsere Runde offenbar gemütlich, denn er gesellt sich zu uns für den restlichen Abend. Wohlverstanden nicht in der Rolling-Stube, sondern draussen.

Ist der Kater von Bord? Jawohl! Los geht’s bei strahlendem Sonnenschein, die Schären immer wieder anders und faszinierend, unter anderem vorbei an unzähligen Fischfangkörben und Holzsägereien. Ein Abstecher nach Salo, aber ausser einem stinkenden Kanal im Industriegelände ist von der Stadt nichts zu sehen. Zurück auf der Route können wir uns ein abwechslungsweises „Sünnele“ auf den bequemen Bugmatratzen nicht verkneifen. Unser Ziel Pargas ist ein kleines malerisches Städtchen und lädt zum Bummeln und Einkaufen ein. Obwohl das Hafenbeizli nett aussieht, bevorzugen wir die hervorragende Bordküche. Heute ist Vollmond, da darf ein Schlummertrunk nicht fehlen.

Am nächsten Morgen begrüssen uns Wolken und Wind. Gerade dieser Wind ist mühsam, da wir vor einer Drehbrücke warten müssen bis diese nach 30 Minuten sich hebt. Die Durchfahrt ist schmal, mit dem Seitenwind noch schmaler, deshalb muss die Durchfahrt mit Tempo gefahren werden. Die nächste Hebebrücke blockiert eine gut befahrene Strasse, doch die wartenden Leute nehmen den Stopp locker und winken der Rolling zu und wir testen gleich mal das imposante Horn der Rolling. Beeilung, denn wir müssen vor 16 Uhr in der Werft in Saampa den reparierten Propeller abholen, der Wind wird rauh und der Verkehr auf der Grossschifffahrtsstrasse nimmt zu. Neben kreuzenden Seglern auch mal ein schnell an uns vorbeirauschendes Militärboot, wir üben bei dieser Gelegenheit auch gleich schnelles Fahren mit der Rolling. Eine kleine unscheinbare Einfahrt führt uns zur Werft, wo uns bereits der Werftmitarbeiter mit dem glänzenden Propeller erwartet. Während die einen schwitzend im Motorraum den Propeller verstauen, gibt es oben ein Boot der SAR zu bestaunen. Weiterfahrt nach Naantali, unserem Zielhafen, wo uns schon der Hafenmeister entgegen kommt, auch hier zuerst „too big“. Doch er hat noch einen Platz, die Rolling passt genau zwischen die beiden Dalben. Z’nachtessen an Bord, hat sich beliebt gemacht, da gemütlich und fein. Ein Verdauungsspaziergang auf den Aussichtsturm bei einem schier endlosen Abendrot muss sein.

Letzter Tag: In Naantali wird vollgetankt, der Tankboy übt sich in Geduld bis die beiden Tänke gefüllt sind dauert es halt und da gerade sonst niemand anlegen will benutzen wir die Gelegenheit und schrubben die Rolling gründlich. Trotz verdeckter Sonne glänzt die Rolling wie neu und wir tuckern gemütlich Richtung Endstation. Turku erwartet uns mit viel Lärm, überall auf den alten Schiffen sind Restaurants und Bar’s mit Musik. Zum Glück sind wir früh da, denn im Nu sind alle Anlegestellen im Kanal wegen einer stattfindenden Regatte besetzt. Wir geniessen den letzten Abend auf der Rolling Swiss II, welche uns in der vergangenen Woche ein schönes Zuhause bot und uns sicher durch Wind und Wellen brachte.

Ein herzliches Dankeschön an Christine als geduldige und ruhige Skipperin, an Jacques mit seinem Schalk als Skipper 2, an Gerd mit seinen treffsicheren Leinenwürfen, an Thomas für die perfekte Abrechnung, an Bernard für das ruhige Steuern durch enge Passagen und an Annelise für den Gaumenschmaus. Schön war’s

Skipperin Christine; Skipper 2 Jaques Gabriel; Crew:  Thomas, Gerd, Annelise, Bernard

für den Bericht: Annelise