Törn 7.-14. Oktober 2017 Amsterdam – Medemblik

Tag 1, 7.10.2017, Samstag, Amsterdam-Muiden

Wanderer, kommst Du – nein, nicht nach Sparta – nach Amsterdam, vergiss den Schirm nicht!

So herzlich die gegenseitige Begrüssung auf der Rolling Swiss ist, so ablehnend verhält sich das Wetter. So kommt die Einkaufsequipe nach speditivem Einkauf recht feucht zurück, was der Stimmung aber keinen Abbruch tut. Bald ist alles verpufft und die nötigen Einweisungen werden vom umsichtigen und sorgfältig instruierenden Skipper Ueli Gerber gegeben. Und gleich darauf kann sich die ganze Crew im benachbarten Hafenbecken in ersten Manövern üben.

Der Rest des Nachmittags ist der Fahrt durch Het IJ, die Oranjeschleuse und das Fahrwasser bis ins Gooimeer und nach Muiden gewidmet. Das Schleusen- und das Anlegemanöver laufen so super ab, dass spätestens jetzt allen klar ist: Das wird eine tolle Woche!

Tag 2, 8.10.2017, Sonntag, Muiden-Harderwjik

09.20 Uhr, Skipper Ueli instruiert die Kunst des Leinenwerfens, als der Nachbar, auf dessen Klampe wir üben, sich für den frühen Weckdienst bedankt. Na ja.

Nachdem alle einen Anlegen haben fahren können, die samt und sonders weich und ruhig verlaufen, nehmen wir Kurs auf Harderwijk. Ruedi navigiert und die Rolling folgt gehorsam dem Tonnenstrich.

Mittagspause im malerischen Spakenburg und noch einmal Gelegenheit für alle, das Anlegen und Ablegen zu üben.

Der Tag wird mit dem Anlegemanöver in Harderwijk beschlossen. Wir liegen wenige Schritte vom Havenkantoor entfernt.

Tag 3, 9.10.2017, Montag, Harderwijk-Urk

Auch der dritte Tag beginnt mit den von allen geschätzten Übungssequenzen, der Hafen in Harderwijk eignet sich sehr gut und alle können von Uelis hilfreichem Coaching profitieren. Gleich nach der Ausfahrt erwartet uns dann der erste Aquadukt. Es ist schon interessant zu sehen, wie die Autos unter der Wasserstrasse durchfahren. Dank einigen Sonnensrahlen ist die Vorbeifahrt an der schönen Landschaft von Flevoland ein weiteres Highlight.

Aus Anlass der beschränkten Durchfahrtshöhe nach der Roggenbotsluis bei Elburg, ist darf die Crew etwas später die wahre Höhe der Rolling Swiss II nachmessen. Den Tag beschliessen wir wir mit MOB Manöver, bevor der Hafen von Urk angesteuert wird.

Tag 4, 10.10.2017, Urk-Lemmer

Heute steht auf Wunsch von Crewmitgliedern das Thema «Backbord anlegen» auf dem Programm. Es wird allen bald klar, wie sehr man dabei auf eine tolle Crew angewiesen ist. Wir haben Glück. Ankern zum Mittagslunch und 3×5 Minuten Vollgas runden den erneut tollen Tag ab. Die Einfahrt nach Lemmer ist quasi «s’Niidlegüpfi» zu einem ohnehin schon tollen Tag.

Tag 5, 11.10.2017, Lemmer-Heeg-Stavoren

So in einem holländischen Stadthafen zu liegen, ist schon edel: Schöne Häuser, ein toll tönender Glockenturm und eine gescheite Bäckerei. Doch dazu später. Die Manöver sind erneut eine Herausforderung und werden von allen gut gemeistert.

Bald warten wir vor der letzten Brücke, bevor es für ein paar Meilen in den Prinzessin Margret Kanal geht, einem Teil der Standing Mast Route. Mittagspause in Heeg mit Appeltart ( Määssi Rüedu) und genügend Rahm für alle!

Danach weiterhin das  platte Land, das seit dem Walliser-Holländer-Tausch mit den Bergen ( siehe Franz Hohler, Hoe de Bergen in Zwitserland kamen, gucksch youtube) so fantastische Eindrücke vermitteln kann. Wenigstens für manche Zwitsers.

Tag 6, 12.10.2017, Stavoren-Enkhuizen

Nebst wunderschöner Landschaft, wo die Schiffe an den Kühen vorbei fahren, welche ihrerseits unter dem Kanal zu grasen scheinen, es gibt auch Marinas, die den Eindruck holländischer Landschaft per erhöhter Windgeschwindigkeit noch toppen. Die Manöver in der Marina Stavoren waren denn auch von höherer Herausforderung als an anderen Tagen. Der Experimentierfreudigkeit tut das keinen Abbruch: Nebst MOB fahren braucht es ja auch MOB bergen, was wir mit Davits und Flaschenzug testen.

Die Überfahrt übers Ijsselmeer war «etwas bumpy», die «speditiven fünf Minuten» zeigten dann aber, dass die Rolling sehr stabil unterwegs sein kann.

Tag 7,13.10.

Nach den letzten Übungsmanövern in Enkhuizen gibt es dann eine kurze Radarsequenz, weil sich das Wetter nicht an die Vorhersage halten will. Bald aber ist die Sicht wieder besser und die kurze Strecke nach Medemblik wird ohne Kartenplotter, ganz traditionell bewältigt. Doppelpeilung auf ein Objekt, Kreuzpeilung und gute Peilobjekte bringen uns sicher nach Medemblik.

Nach dem speditiven Tanken geht es ans Reinigen des sorgsam gepflegten Clubschiffes. Als Marc Pingoud abends dann zur Übergabe kommt, ist er zufrieden und wir lachen viel im Salon der Rolling Swiss II.

Fazit: Alle sind zufrieden, haben bei den 112 Manövern viel gelernt, (56 ab- 56 anlegen gegenüber normalem Törn mit  nur ca. 20 Manövern), moderater, Konsum 10,8l pro Std. inkl. die fünf Vollgasfahrten, ergo entstehen maximal Fr. 100.- mehr als bei einem Törn mit einem Segelschiff. Soll nochmals jemand sagen, Motorböötler verheizen unsinnig Geld…

Impressionen:

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