Törn 26.8. -01.9.2017: Oslo – Göteborg

CCS Törn 08/2017/35 auf der Rolling Swiss II von Oslo nach Göteborg

Mannschaft:
Skipper 1: Richard Lebeda, Skipper 2: Benito Torres, Crew: Daniel Hauenstein, Günther Hofbauer, Markus Küng, Philippe Pointet

26.08.2017 Von Oslo nach Holmen
Um 0800h treffen wir, Richard und Ben, die Vor-Crew für die Bootsübernahme. Mit den restlichen Crew-Mitgliedern haben wir erst um 1000h abgemacht. Nun heisst es, die Kabinen zu beziehen und sich für die bevorstehende Woche einzurichten. Der Koffer unseres Kollegen aus der Westschweiz ist nicht angekommen. Noch schnell muss er ein paar Sachen einkaufen gehen, während die anderen sich um den Einkauf der Bordverpflegung kümmern. Nachdem alles gut verstaut ist, übernimmt Ben die Sicherheitseinweisung. Nach ein paar zusätzlichen Erklärungen und Anweisungen vom Skipper machen wir das Schiff klar zum Ablegen. Wir legen um 1520h los Richtung Holmen. Kaum ist die erste Stunde vorbei, gibt es schon das erste POB. In der Bucht von Holmen ankern wir und nach dem ersten Ankertrunk machen sich Markus und Daniel daran, für uns das Nachtessen vorzubereiten.

27.08.2017 Von Holmen nach Fredrikstad
Was für ein herrlicher Morgen in dieser Bucht. Traumhaftes Wetter und das Wasser ist spiegelglatt. Nach dem Frühstück geht’s dann los nach Fredrikstad. Traumhafte Passagen und wenn immer möglich im Schutze der Schären fahrend. Kurz vor Fredrikstad dann die Stunde der Wahrheit: Kommen wir mit der Rolling Swiss unter der 5.5m Brücke durch? Genügt es, die UKW-Antennen runter zu klappen? Wir haben alles korrekt berechnet und fahren unter der Brücke weiter nach Fredrikstad wo wir gleich am Stadtpier anlegen.  Der wohlverdiente Ankertrunk lässt nicht lange auf sich warten und nach erfolgter Manöverkritik gilt es, den (See)bären-Hunger zu stillen.

28.08.2017 Von Fredrikstad nach Hamburgsund
Nach einer gewohnt erholsamen Nacht wird, wie am Vorabend besprochen, das Dinghi herunter gelassen, damit ein Teil der Crew damit zu den sanitären Anlagen fahren kann. Nach der Rückkehr wird das Schiff für das Ablegen klar gemacht. Heute haben wir wiederum eine längere und spannende Fahrt vor uns Richtung Hamburgsund. Nach dem Ablegen geht es erneut durch die Schären und plötzlich trifft das ein, wovor uns unser Skipper Richard immer gewarnt hat: Der Plotter ist ausgestiegen! Nun heisst es nach alter Schule mit Karte, Kompass und Augen, das Boot in unseren Zielhafen zu dirigieren. Jedoch wird dies, dank der Mithilfe aller, bravurös gemeistert und wir treffen am späteren Nachmittag in Hamburgsund ein. Nach dem Anlegen muss der Plotterausfall irgendwie kompensiert werden und wir belohnen uns für unsere Leistung mit Kaffee und Kuchen im Pipershuset. Zurück auf dem Schiff wird das Abendessen vom Skipper 2 gekocht, der die Crew mit einem Thai Curry verwöhnt.

29.08.2017 Von Hamburgsund nach Lysekil
Wie bereits üblich, hatten wir am Vorabend die Tagesroute zusammengestellt, heute mit dem Ziel Lysekil. Wir legen in Hamburgsund ab und weil wir ja auf einem Törn sind, um verschieden Manöver zu üben, ist heute erstmal jeder mit Hafenmanöver dran. Die genauen Instruktionen des Skippers helfen uns dabei, diese gekonnt durchzuführen. Danach verlassen wir das malerische Dörfchen mit den typischen rot-weissen Häuschen und fahren Richtung Soten-Kanal. Die Drehbrücke ermöglicht hier eine uneingeschränkte Durchfahrtshöhe, wobei wir mit unserer Höhe eh keine Schwierigkeit gehabt hätten. Wir fahren weiter Richtung Kungshamn und von dort nach Lysekil. In der Marina erweist sich das Anlegemanöver als eher schwierig, bekommen wir doch starken, ablandigen Wind. Doch auch das schaffen wir und machen die Rolling Swiss am Steg fest.

In Lysekil ist die Saison schon vorbei und nur noch wenige Lokale sind geöffnet. Wir kehren im Old House Inn Steakhouse ein und geniessen ein herrliches Nachtessen bei bester Laune.

30.08.2017 Von Lysekil nach Stenungssund
Heute verlassen wir Lysekil bei herrlichem Wetter. Da wir zeitlich gut dran sind und die Tagesetappe nicht all zu lang sein wird, nutzen wir die Gelegenheit und üben ausgiebig das POB-Manöver. Jeder ist mal dran und anschliessend wird gleich die Manöverkritik durchgeführt. Das hilft jeweils dem Nächsten, das Manöver noch besser zu fahren.

Weiter gehts nach Henan, wo wir einen längeren Kaffee-Halt einlegen wollen. Bei der Anfahrt kommen wir an verschiedene Skulpturen vorbei, die an der Küste aufgestellt wurden. Nach der kleinen Stärkung legen wir wieder ab und nehmen Kurs Richtung Zielhafen Stenungssund. Dort in der Marina angekommen legen wir an, müssen aber kurze Zeit später den Hafenplatz wechseln, da die Anschlüsse für Wasser und Strom sehr ungünstig liegen. Bei der späteren Wahl, selbst auf dem Schiff zu kochen oder auswärts Essen zu gehen, entscheidet sich die Crew fürs „bekochen lassen“ und gehen zum Italiener.

31.08.2017 Von Stenungssund nach Ökerö
Unser Ziel heute ist Ökerö, unweit von Göteborg, draussen in den Schären. Auf dem Weg dorthin wollen wir noch einen Zwischenhalt in Marstrand einlegen. Es regnet und beim Anlegen in Marstrand versuchen wir gegen den Wind anzulegen. Verschiedene Anläufe werden genommen doch der Wind drückt uns immer wieder vom Steg weg. Schliesslich entscheiden wir uns für einen anderen, sichereren Steg und legen an. Solche Situationen geben uns die Möglichkeit, Manöver zu üben und unsere Erfahrungen zu sammeln. Wir gehen in die Villa Maritim und gönnen uns eine kleine Stärkung, Fachsimpeln ein wenig über das Anlegemanöver und lassen die bereits zurückgelegte Strecke Revue passieren.  Noch stärkerer Regen setzt ein und wir beschliessen, unsere Tagesetappe weiter zu führen, denn es sind nur noch 14 sm bis nach Ökerö. Im Hafen angekommen werden wir sofort vom freundlichsten Hafenmeister von Schweden zu unserem Liegeplatz gewiesen. Das Anlegen klappt wie am Schnürchen.

01.09.2017 Von Ökerö nach Göteborg
Wie üblich hatten wir am gestrigen Abend noch unsere Passage geplant und von Richard ganz bestimmte Koordinaten erhalten, die in die Strecke eingebaut werden sollten. Er wollte uns noch am letzten Tag etwas Besonderes zeigen. So legten wir in Ökerö ab und folgtem dem eingegebenen Kurs auf dem Plotter. Am Bildschirm war nebst der Karte auch das Radarbild aufgeschaltet. Wir fuhren auf eins der genannten Punkte und Richard erklärte uns nun, wieso wir darauf fuhren. Es war ein Racon, eine Radarantwortbake. So ein Ding, dass man im theoretischen Teil der Ausbildung lernt, aber praktisch nie zu Gesicht bekommt. Jetzt wurde aus Theorie gelebte Praxis. Nun gings aber auf das Törnziel zu. Ein Tankstopp im Sporthafen von Hinsholmskilen und dann den Docks und den Hafengebäuden entlang, mitten durch Göteborg in den zentralsten Hafen, Lilla Bommen.

Hier endet unser Törn, den wir unfall- und schadenfrei durchgeführt haben. Mit vielen neuen Eindrücken und mit tollen neuen Freundschaften.

Fotos:


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