20. – 27.Juni 2015: Stralsund-Stralsund, rund um Rügen

Skipper: Richard; Skipper II: Ruedi (der Grössere und Jüngere), here Crew: Emmanuel, tadalafil Romeo, Ruedi

 

Donnerstagnacht bis Freitag 18./19.6.2015

Problemlos reise ich per Nachtzug von Zürich bis Berlin und weiter per Regionalzug nach Stralsund. Es folgt der Zimmerbezug im hübschen Hotel am Hafen. Die Neugier treibt mich in den Hafen – tatsächlich liegt Rolling Swiss II längsseits am Steg, doch soll die Vorcrew ja nicht bei der Schlussreinigung gestört werden… Also folgt die geplante Besichtigung der Hansestadt. Noch gibt es vereinzelte Abbruchhäuser, doch überwiegen die teils sehr schön renovierten Häuser, und auch moderne Architektur ist gut vertreten. Die Stadt wirkt malerisch, der Tourismus findet trotz kalten Wetters statt.

Samstag, 20.6.2015 : Stralsund

Nach der Schiffsübernahme machen sich die Crew und Skipper II an die Einkäufe. Beeindruckend, was eine fünfköpfige Besatzung für wenige Tage braucht oder zumindest zu brauchen glaubt. Tragen müssen wir nichts. Die Lieferung erfolgt per Velo längsseits – Edeka macht’s möglich. Erstaunlich und irgendwie auch beruhigend, wie genau und ausführlich der Skipper II die Sicherheitseinweisung praktiziert. Eine feine Mahlzeit im Restaurant rundet den ersten Tag ab: Fisch.

Sonntag, 21.6.2015: Stralsund-Vitte, Lange Ort

Nach den üblichen Vorbereitungen legt die Rolling Swiss II um 0950 Uhr ab. Die ganze Besatzung übt Hafenmanöver auf engem Raum, ehe wir uns Richtung Hiddensee aufmachen. In einer kurzen Etappe (18sm) durch teils enge, aber ausgezeichnet betonnte  Fahrwasser erreichen wir den Hafen Vitte, Lange Ort. Die sehr gepflegte Anlage wird privat betrieben. Mit Emmanuel unternehme ich einen Spaziergang Richtung Kloster. Der Deich ist übersäht mit Mohnblumen. Die Landschaft liegt wunderbar ruhig in der Sonne. Am Abend geniessen wir eine exzellente Fischmahlzeit im nahen Vitte.

Montag, 22. 6.: Vitte, Lange Ort-Glowe

Um 1000 Uhr legen wir in Vitte ab. Es folgt ein längerer Törn von 29sm zum kleinen Hafen Glowe. Zunächst aber folgen wir wieder einem engen Fahrwasser. Defensive Fahrt ist angesagt. Hin und wieder warten wir an einer etwas breiteren Stelle, um ein entgegenkommendes Schiff zu kreuzen. KVR und Höflichkeit lassen grüssen! Wir passieren Kap Arkona. Ehe wir Kurs auf den Hafen Glowe nehmen, fällt fast ein Dutzend Mann über Bord.  Und alle möchten kunstgerecht gerettet werden. Ich habe das Vergnügen, die Rolling Swiss auf kurze Gleitfahrt zu bringen. Da gehen Post und Diesel ab! Einfahrt zum Hafen Glowe, festmachen. Auch dieser Hafen ist gut gepflegt und ausgerüstet. Am Abend folgen wir der Empfehlung des Hafenmeisters und essen ganz hervorragend im Restaurant: Fisch.

Dienstag, 23.6.2015: Glowe-Sassnitz

Ehe wir nach Sassnitz fahren, werden Hafenmanöver und dann das Ankermanöver geübt. Dann folgt die Fahrt der Kreideküste und dem Naturschutzgebiet entlang nach Sassnitz. Der Skipper supponiert (einmal mehr) den Ausfall des Kartenplotters. Den Navigator freut es umso mehr, die Nordtonne der Reede Sassnitz auf den Meter genau anzulaufen. Der Übung halber fahren wir nach dem Sektorlicht auf der Sassnitzer Mole. Auch bei Tage sind die Farbwechsel gut zu sehen. Es folgen Hafenmanöver mit Anlegen längsseits und Eindampfen in die Spring. Am Abend suchen wir einen „Italiener“ auf: KEIN Fisch!

Mittwoch, 24.6.2015: Sassnitz-Peenemünde

Wir legen schon um 0745 Uhr ab. Es steht mit 29sm die längste Etappe bevor, und wir möchten genügend Zeit haben, in Peenemünde das grosse Museum zu besuchen. Die Windstärke hat auf 6 Beaufort zugenommen, und die Rolling Swiss macht ihrem Namen wirklich alle Ehre. Der Kurs wird entsprechend angepasst, und die meisten Crewmitglieder überstehen die Passage eher bleich-rosa als grün. Im Fahrwasser nach Peenemünde auf der Halbinsel Usedom beruhigt sich das Wasser, und bald schon sehen wir die grauroten Gebäude am alten Marinehafen Peenemünde. Ein ausrangiertes Museums-U-Boot gibt es da, einen Museums-Kreuzer, und neuere Stege. Am Kopfende eines Stegs machen wir fest. Es folgt der Besuch des riesigen Museums der Militärischen Forschungsanlage, in der die ersten Raketen V1, V2 etc. entwickelt und teilweise gebaut wurden. Die ganze Anlage atmet noch den Schrecken jener Zeit. Dokumentationen über Forscher, die mit ihren Familien ein gutes und bequemes Leben führten, während Zwangsarbeiter aus Konzentrationslagern unter schrecklichen Bedingungen die von ihnen entwickelten Waffen bauten, hinterlassen gemischte Gefühle. Wir besuchen das Museums-U-Boot und anschliessend ein Schiffs-Restaurant: Fisch. Das Nachtessen, Penne mit Thunfisch und Gemüse wird in unserer Kombüse unter Skippers Anleitung fabriziert. Mit dem Nebelhorn rufen wir Romeo zu Tisch. Er hat sich, wie so oft, in ein Gespräch mit Hafenanglern vertieft.

Donnerstag, 25.6.2015: Peenemünde-Stahlbrode

Um 0945 legen wir ab und folgen dem Fahrwasser, das uns über 21sm zum kleinen Hafen Stahlbrode führt. Wir legen längsseits hinter der Zollstation an. Prompt möchte ein Bundespolizist unsere Papiere sehen, denn die Ostsee ist ein internationales Gewässer und Kontrollen sind dort im Unterschied zum Schengenraum nichts Ungewöhnliches. Wir verfolgen ein interessantes Manöver einer Autofähre. Sie lädt Autos auf, fährt zwei Meter, dann wieder zurück, und alle Autos müssen die Fähre rückwärts wieder verlassen.  Der Kapitän hat realisiert, dass Feierabend für ihn ist. Als ich ihn frage, sagt er nur: „Ja, wenns schnell gehen muss…“. Nachtessen im Restaurant: Hamburger des Hauses.

Freitag, 26.6.2015: Stahlbrode-Stralsund

Um 0935 verlassen wir den Hafen Stahlbrode und folgen dem Fahrwasser im Strelasund die letzten 12sm nach Stralsund. Die zahlreichen Peilzeichen, Landmarken, Tonnen geben uns wieder gute Gelegenheit, zu üben. Der Strelasund ist ganz gut mit Segelschiffen gefüllt, und einige Angler lassen sich im Fahrwasser treiben. Nach Passieren der Volkswerft Stralsund und unterqueren der Dänholmbrücke sehen wir die Stadt in aller Pracht vor uns. Die üblichen Arbeiten wie  Volltanken und Schiffsreinigung beanspruchen einen grossen Teil des Tages. Am Abend geniessen wir das letzte gemeinsame Nachtessen im Restaurant: Fisch…

Unseren Skippern I Richard und II Ruedi danken wir für die fachlich und menschlich ausgezeichnete Führung und die wertvolle Ausbildung! Die Lernkurve war steil, das Vergnügen gross, und die Erinnerungen an diesen Törn sind äusserst positiv.


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