6. -13. Juni 2015 Kiel – Travemünde

Skipper Hanspeter, thumb Skipper II Jörg

Zwei erfahrene CCS-ler und drei nautische Novizen haben sich am 6. Juni 2015 in Kiel eingefunden, um mit der „rollenden Schweiz“ von Kiel nach Lübeck zu fahren. Wie bei CCS Törns üblich, ist der Samstag für die Übernahme, das Kennenlernen und die Verproviantieren der Motoryacht, die Sicherheitseinweisung und die Planung der ersten Etappe des Törns reserviert.

Am Abend dann schon ein erster Reisehöhepunkt, der Kieler Yachtclub. Durch die Panoramascheiben des Restaurants blicken wir auf die Kieler Förde und geniessen Küche und Keller. Einzigartig: nachdem das brandneue TUI-Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 4“ mit nördlichem Kurz die Förde für die erste Seereise verlässt, gleitet kurze Zeit später die MS Deutschland, bekannt aus der Fernsehserie „Das Traumschiff“ mit südlichem Kurs auf einer ihrer letzten Seereisen an uns vorbei.

Früh am nächsten Morgen tuckert die Rolling dann selbst mit gelassenen 1300 Touren und 7 Knoten Fahrt am Kieler Yachtclub vorbei mit Ziel Sonderborg, unterbrochen von einem ersten Kaffeestopp in Maasholm. Bei böigem Wind und knappen Platzverhältnissen im Hafen aber wird der Kaffee zur Nebensache, im Zentrum stehen Seemannschaft und das An- und Ablegen auf engem Raum. Auf der Weiterfahrt durch leicht kabbeliges Wasser nach Sonderborg haben wir dann genug Zeit den Raymarine Kartenplotter und die vielen Funktionen inklusive AIS vertieft kennenzulernen. Als wir dann am späten Nachmittag im grossen Hafenbecken von Sonderborg anlegen, stellt sich nach dem ersten Seetag bereits ein Gefühl von wohltuender Törn-Routine ein.

Ein Grund dafür ist die klare Tagesstruktur: zuerst das Schiff, dann die Administration und dann die Crew. Und ob man nun in Faaborg oder Svendborg festmacht oder im Thuro Bund über Nacht vor Anker liegt, die wechselnden Chargen an Bord und das Tagesprogramm sind jedem bekannt, das bringt Ruhe an Bord und schafft Sicherheit. Es schafft aber auch die Basis, die einzelnen Tätigkeiten wie sie im Fahrtennachweis Motorschiff beschrieben sind, gezielt zu üben und durchzuführen. Und je nach Tagescharge hat man Zeit, bei günstigem Wetter auf dem Vorschiff an der Bräune zu arbeiten, im Salon ein Nickern zu machen oder einfach zu schauen und zu geniessen.

Auf unserem Törn hatten wir zudem das Glück, dass wir mit ähnlichen Interessen und Erwartungen unterwegs waren, sodass wir gerne noch weitere Seemeilen in der dänischen Südsee gelogged hätten. Zudem bietet das Revier bietet viel für den gemässigten Seefahrer: kurz Schläge mit vielen pittoresken Häfen und Buchten, eine gute Versorgung mit Strom, Wasser, Lebensmittel und Restaurants, bestens ausgetonnte Fahrwasser und viel und abwechslungsreiche Küste für das Auge. Einzig bei den Temperaturen orteten wir Verbesserungspotential.

Kaum zu toppen hingegen war das kulinarische Angebot auf unserem Törn mit selbstgebackenem Zopf und einem selbstgekochten Labskaus, einer nordische Spezialität. Danke Jörg! Generell wurde die Küche der Rolling hart rangenommen, ob Spiegelei und Speck zum Frühstück oder Teigwaren mit 5-erlei Saucen auf dem langen Schlag zurück nach Travemünde. Generator an und es wurde gekocht und Nespresso rausgelassen. Sylvia und Markus haben sogar ein Käsefondue aus der Schweiz mitgebracht und so konnten wir die Ankernacht im Thuro Bund mit etwas Swissness ausklingen lassen – passend zur (unterkühlten) dänischen Südsee.

Am Ende der Reisewoche haben wir die Rolling Swiss in Travemünde verholt und konnten ins Logbuch schreiben, dass wir unsere Ziele vollumfänglich erreicht haben, nämlich: Gesund bleiben, Spass haben, keine Schäden am Schiff.


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