20.09. – 27.09.2014 Portsmouth – Portsmouth

Skipper: Rolf und Christoph
Crew : Ruedi, Martina, Tiffany und Roman

Unterwegs mit dem „Männerspielzeug“, welches auch unseren Mädels ein Lächeln ins Gesicht zauberte

Unsere Crew

Ausgeschrieben war es als Reiseturn mit Start- und Zielhafen Portsmouth. Eine Woche Dauer, ca. 100 Seemeilen und die Strecke nach Absprache wählbar. Hört sich schon mal sehr gut an. Die Wettervorhersage kündigten gutes Wetter an und wir freuten und auf eine gesellige Woche.

Zum Organisatorischen: Unser Skipper Rolf wünschte im Voraus von jedem ein Menu, welches auf dem Boot zubereitet wird. Bei 6 Personen macht dies nach Adam Riese 6 Mahlzeiten.

Anreise war am Freitag per Zug mit Endbahnhof Portsmouth. Danach eine kurze Überfahrt mit der Fähre nach Gosport und Übernachtung im „Guesthouse Acon“

Samstagmorgen zur Stärkung ein englisches Breakfast und um 9 Treffen am Steg mit Bootsübernahme.
Erstmal war Einkaufen angesagt. Martina und Ruedi hatten gute Vorarbeit geleistet und wir kurvten mit einer Liste bewaffnet durch den Supermarkt.
Das Auffinden der Lebensmittel war ein richtiges Abenteuer. Sehen doch viele Verpackungen nicht so aus wie bei uns.

Ist das Apfelmus oder was?

Warum gibt es nur keinen Migros in Gosport? Für 6 Personen die richtige Menge abzuwägen gestaltete sich auch schwieriger als erwartet.

Einkaufen in Gosport

Nachdem wir den Einkauf für gefühlte 3 Monate auf dem Boot gut verstaut hatten, gab es eine ausführliche Einführung und danach hiess es „Leinen los!“
Jeder von uns durfte mal an Steuer um ein Gefühl zu bekommen, wie sich das Schiff verhält. Für die kommenden Tage war dies sehr hilfreich.

Sonntagmorgen Briefing um Punkt 10 Uhr, geführt vom Skipper II Christoph. Die vorbereitete Route wurde erklärt, mögliche Gefahren besprochen und Massnahmen erwähnt.

Briefing mit Routenbesprechung

Aufmerksames Zuhören war von Vorteil, da jedes Crewmitglied auch einmal Tagesnavigator sein durfte.

Motoren an und geführt von Navigator Christoph das Tagesziel Bucklers Hard angesteuert.
Der Verkehr im Hafenbereich von Portsmouth fordert stetige Aufmerksamkeit. Fahren doch vom Kanufahrer bis zur grossen Fähre alle Schiffe im sehr schmalem Fahrwasser.

Kanufahrer in Gosport

Rush Hour im Kanal

Vorbei an Cowes und Gurnard bogen wir in den wunderschönen Beaulieu River ein, um die malerische Landschaft zu geniessen.

Ein Panorama zum Geniessen

Wir legten in Bucklers Hard an und gingen gemeinsam an Land um am regen Dorftreiber teilzunehmen.

Häuserreihe Bucklers Hard

Wollten wir doch ein richtig englisches Pub besuchen und gemütlich zusammen anstossen. Vorwarnungen zufolge sei das englische Bier ungeniessbar und ein Auge auf Importbier zu empfehlen. Diese Erfahrung konnten wir gar nicht teilen, denn das Bier war sehr gut.

Montagmorgen und Petrus meinte es noch immer gut mit uns. Auch das Klischee in England regne es immer konnten wir über Bord werfen.

Sonnenaufgang in Bucklers Hard

Wieder den Fluss runter an vielen Schiffen vorbei und einige „wow“ und „schau mal“ später bogen wir ab, um den Leuten in Hafen des River Humble „hoi“ zu sagen.
Rolf wusste ein schönes Fleckchen um an die Boje zu gehen und wir fuhren in den Newton River ein. Die Einfahrt ist besonders schmal und die Ansteuerung sollte möglichst genau und mittig erfolgen.

Ansteuerung Newton River

Das Wetter war noch immer sehr schön und bei einer Wassertemperatur von 20 Grad, wollten einige von uns die Gelegenheit nutzen.

Baden im Newton River

Beim Schwimmen war die Strömung sehr gut zu spüren und da David Hasselhof gerade anderswo in den Ferien ist, sorgten wir mittels Fender und Hilfsleinen vor.

Wir lagen nun total abgeschieden an einer Boje ohne Landstrom, draussen ein malerisches Panorama und einen riesen Hunger. Nur gut hat die Rolling Swiss einen Generator an Bord. „Rolf, schmeiss an das Ding, wir wollen kochen!“

Dienstag wollten Tiffany und Roman einige Meilen für Ihren Hochseeschein holen und überredeten Rolf ein wenig auszuholen und nordöstlich bis auf Höhe Cowes zu fahren. Dort drehten wir um und fuhren an Yarmouth vorbei zu den Needles. Die Needles sind eine Gruppe von drei Felseninseln aus Kreide wenige Meter vor der Westspitze Needles Point der Isle of Wight vor der Südküste Englands.

Needles

Auf dem Rückweg hiess es auf einmal: „Ist auch alles wirklich seefest?! Nun alle auf Deck! Jetzt wird Sprit verbraten.“ Hebel nach vorne und ab geht’s. Die Motoren heulen auf und breites Grinsen macht sich breit. Daran könnten wir uns gewöhnen, doch leider ist keiner von uns ein Ölscheich.

Volle Fahrt voraus

Danach ging es in den Lymington River, wo es mit dem Fährenverkehr sehr eng zu und her geht.

Wir legten in der Berton Lymington Marina an und machten grosse Augen. Was uns dort für sanitäre Anlagen erwarteten, ist auf 5***** Niveau.

Aber es kam noch viel besser. Ruedi kramte ein Fondue Caquelon hervor und Christoph zauberte ein Schweizer Fondue hervor. Die Stimmung war sehr gut und die Nacht dementsprechend sehr kurz.

Schweizerabend mit Fondue

Und schon war es Mittwoch … huch wie schnell die Woche vergeht. Leider viel zu schnell. Zwischenetappenziel war Yarmouth, wo wir einen Stadtbummel mit anschliessendem Restaurantbesuch unternahmen.
Was steht da nur auf der Speisekarte? Der Teller vom Nachbarstisch sieht lecker aus. Kurzerhand 6 mal das Gleiche bestellt und voll ins Schwarze getroffen. Fish&Chips waren sehr lecker und eine riesen Portion. Nur gut bestellten wir „small“.

Die Strömung im Hafen war sehr stark und wir wollten gut schlafen. Kurzerhand fuhren wir wieder in den Newton River herein. Hier lässt es sich aushalten dachten wir und der Generator hatte schon wieder das Nachsehen. Während wir es uns wie auf einer Kreuzfahrt gut gehen liessen (Diät wird nächste Woche gemacht), ging die Sonne unter und ein sternenklarer Himmel leuchtete über unserem Deck.

Abendstimmung im Newton River

Mit strahlendem Sonnenschein läutete der Donnerstag ein und wir nahmen Fahrt auf mit Ziel Cowes. Anscheinend waren wir nicht die Einzigen, die an diesem Tag dorthin wollten. Reges Treiben im Hafen, dazu noch eine Kettenfähre die uns quer passieren kann. Vorsicht war geboten und jeder sperrte die Augen auf.

Kettenfähre in Cowes

Vom kleinen Ruderboot bis zur Autofähre, ist dort alles unterwegs. Auch war die Strömung auflandig und für einfachere Anlegemanöver fuhren viele den Hafen hoch, um oben zu wenden und gegen den Strom anzulegen.

Wenden in Cowes

Kaum hatten wir angelegt, fuhr eine grosse Segelyacht mit nur 2 Personen Besatzung daher. Ein Ehepaar aus Australien mit einem 65 Fuss Schiff, welche schon 3 Jahre die Welt bereisen. Unser Skipper zeigte sich als besserer Diplomat als die Leute aus Bern und so durften wir das Schiff besichtigen. Lee und Andrew nahmen sich sehr viel Zeit um uns Ihr „Haus“ zu zeigen und erzählten auch, was sie auf ihren Reisen so erlebt haben.

Bootsbesichtigung X-Yachts

Freitag und leider auch schon der letzte Tag auf dem Boot. An vielen Wasserfestungen vorbei fuhren wir wieder in den Hafen von Portsmouth ein. Das Schiff wurde von oben bis unten geputzt und die Inventarliste abgearbeitet. Danach übergab Rolf das Boot dem nachfolgenden Skipper und wir gingen auswärts Abendessen. Martina hat doch die Küche auf Hochglanz poliert und wir wollten das Schiff pinkfein abgeben.

Samstag hiess es früh aufstehen, auspuffen und auf den 9 Uhr Zug mit Ziel Flughafen London Gatwick.
Gemeinsam flogen wir alle nach Basel, wo wir uns voneinander verabschieden mussten. Schade ist es schon wieder vorbei.
Die Reise wird uns jedoch noch lange in Erinnerung bleiben.

Besten Dank für die tolle Zeit mit euch allen, ich hoffe wir sehen uns bald wieder.

1.10.14 Roman


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