13.09. – 20.09.2014 Le Havre – Portsmouth

Skipper: Werner und Guido
Crew: Stefan, treat Marcel, ailment Bruno und Francisco

Meilentörn im Ärmelkanal

Auf unserem Törntreffen hatten wir beschlossen, thumb die Anreise nach Le Havre mit der Bahn zu bewältigen. Am Abfahrtstag trafen wir uns alle am Hauptbahnhof in Zürich und bestiegen den TGV Richtung Paris. In Paris wechselten wir mit der Metro zu einem anderen Stadtbahnhof, von welchem unser Anschlusszug nach Le Havre abfuhr. Der Bahnhofwechsel erfolgte ohne Probleme. Alle waren bester Stimmung und freuten sich auf die Ankunft in Le Havre. Leider musste unser Zug aber einen unplanmässigen Stop kurz vor Le Havre einlegen, ein technischer Defekt an einer Zugtür verhinderte die Weiterfahrt. Alle Zugpassagiere mussten aussteigen und auf dem Bahnsteig auf den nächsten planmässigen Zug nach Le Havre warten. Dieser fuhr rund 60 Minuten später am Bahnhof ein und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Nach der Ankunft in Le Havre bezogen wir nach einem kurzen Fussmarsch unsere Hotelzimmer. Unseren ersten gemeinsamen Tag liessen wir mit einem kleinen Apéro und einem Nachtessen ausklingen.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf zum Hafen und trafen dort zur verabredeten Zeit an der Rolling Swiss II ein. Der Tidenhub in diesem Gebiet ist beeindruckend, der Steg lag mehrere Meter unter dem Niveau des Hafenkais. Unser Skipper übernahm das Schiff und ein Teil der Crew organisierte die Bordeinkäufe. Schon beim Einkaufen kam uns die Menge der zu besorgenden Lebensmittel und Getränke sehr reichlich vor, wir hielten uns aber an die Empfehlungen unseres Skippers und machten nur bei einigen Positionen Abstriche. Nachdem wir den mehr als einen halben Meter langen Einkaufsbeleg in Empfang genommen hatten, den Proviant in vier Einkaufswagen verstaut hatten, machten wir uns auf den beschwerlichen Rückweg zum Hafen. An einigen Stellen konnten die Einkaufswagen nur durch gemeinsame Anstrengungen auf den Bordstein gewuchtet werden. Am Ende des Törns sollte sich zeigen, dass wir noch einige Zeit mit unseren Vorräten ausgekommen wären. Der Rest des Tages war geprägt von der Sicherheitsunterweisung, der Vorbereitung des ersten Schlags nach Cherbourg und einem gemeinsamen Nachtessen.

Am Sonntag legten wir um 07:00 Uhr ab, die Fahrt nach Cherbourg war geprägt von leichtem Wellengang und mässigem Wind. Ein Teil der Crew musste sich erst noch an die Bewegungen einer Motoryacht bei Wellengang gewöhnen, was aber allen hervorragend gelang. In Cherbourg angekommen wurde uns ein seitlicher Liegeplatz zwischen zwei Motoryachten zugewiesen, in diesen liessen wir uns mit Wind von Steuerbord hineintreiben und lagen nach wenigen Minuten fest und sicher mit der Backbordseite am Steg. Ein nicht alltägliches Anlagemanöver, es hat uns gezeigt wie der Wind auch mit einer Motoryacht genutzt werden kann. Am Abend blieb unsere Suche nach einem freien Restaurantplatz erfolglos. Ganz Cherbourg schien sich gegen uns verschworen zu haben. Wir entschieden uns für Pizza zum Mintnehmen. Ein Nachtessen an Bord mit Pizza und einem guten Glas Rotwein, wir waren alle zufrieden und freuten uns auf den nächsten Tag.

Nachdem wir am nächsten Morgen im Hafenbecken von Cherbourg einige Manöver geübt hatten, den Kindern und Jugendlichen mit ihren Optimisten Platz machten für die Rückkehr an den Steg, machten wir uns auf nach Alderney, unserem nächsten Ziel auf der Reise nach Portsmouth. Unterwegs hiess es plötzlich Wal in Sicht, ob es wirklich einer war? Wir haben es zumindest im Logbuch erwähnt. Am späten Nachmittag kamen wir in Alderney an und machten dort an einer Boje fest. Unser Smutje bereitete uns ein sehr leckeres Abendessen, wir alle waren begeistert. Wir hatten noch einige Male Gelegenheit seine Kochkünste zu bewundern.

Am Dienstag legten wir sehr früh am Morgen ab. Die Vorbereitung des Schlags Richtung englischer Küste zeigte, dass unter Berücksichtigung der Gezeiten und Gezeitenströme wir gegen 05:30 Uhr ablegen sollten. Mit gehörigem Ausguck und Radarunterstützung machten wir uns auf den Weg. Die Fahrt verlief ruhig, unterwegs hatten wir Gelegenheit Mann-über-Bord Manöver zu üben. Am Nachmittag erreichten wir schliesslich die Needles, drei längliche Kreidefelsen, welche den westlichsten Abschluss der Südküste der Isle of Wight bilden. Durch den Solent ging es weiter Richtung Cowes, der Segelhauptstadt der Insel und Sitz des Clubs Royal Yacht Squadron (RYS). Dieser Club gilt als der altehrwürdigste Yachtclub Grossbritanniens, gegründet 1815 in einer Kneipe in London. Cowes war unser Ausgangs- und Zielhafen für die nächsten 2 Tage. Einige Crewmitglieder nahmen die Gelegenheit war und erkundeten die Einkaufsmeile. Sie waren begeistert von dem Angebot, die prall gefüllten Einkaufstaschen mit Markenlogos verschiedener Hersteller von Wassersportbekleidung waren Beweis genug.

Der Mittwoch war geprägt durch eine Rundfahrt um die Isle of Wight, wir waren schliesslich auf einem Meilentörn. Im Solent hiess es gehörig Ausguck halten, Grossschifffahrt und Schnellfähren erforderten vom Navigator und Steuermann höchste Aufmerksamkeit.

Am darauffolgenden Tag waren unsere Ziele Lymington, der Hamble River und der Hafen von Southampton. Dort war gerade eine Bootsaustellung. Das Erscheinen der Rolling Swiss II wurde von der Trader-Werft bemerkt und sogleich über die Internetnetzwerke der Öffentlichkeit mitgeteilt. Nachdem wir wieder sicher im Hafen von Cowes festgemacht hatten, ging es am Abend mit dem Wassertaxi zu einem gemütlichen Pub. Eine sehr gute Empfehlung unseres Skippers.

Am Freitag morgen legten wir ab Richtung Portsmouth, unserem Zielhafen und grössten Stützpunkt der englischen Marine. Diesen erreichten wir nach einer kurzen Fahrt. Nach der Schiffsreinigung hatten wir Gelegenheit Portsmouth zu besichtigen. Ein Teil der Crew tätigte Einkäufe in der Shopping Mall, der andere Teil besuchte das königliche Marine Museum. Dort kann die HMS Warrior besichtigt werden, das erste hochseetaugliche Kriegsschiff mit eisernem Rumpf. In einem Trockendock liegt die HMS Victory, das Flaggschiff von Vizeadmiral Nelson in der Seeschlacht von Trafalgar. Es ist auch heute noch das offizielle Flaggschiff der englischen Marine und damit das älteste sich in Dienst befindliche Kriegsschiff. Unser letztes gemeinsames Nachtessen genossen wir in einem gemütlichen Restaurant.

Am Samstag fuhren wir nach der Bootsübergabe mit einem Sammeltaxi nach London, von dort aus reisten wir individuell zurück Richtung Schweiz.

Der Törn hat uns allen viel Spass gemacht. Nicht vergessen werden wir die zahlreichen, mitgebrachten elektronischen Gadgets an Bord. Es war anspruchsvoll und lehrreich für uns, in Gewässern mit ausgeprägten Gezeiten und Gezeitenströmen zu navigieren. Unser Skipper hat mit seiner Erfahrung und seiner ruhigen Art sehr zum Gelingen des Törns beigetragen. Und Meilen haben wir auch genug gemacht!

Guido


Die Kommentarfunktion ist geschlossen.