12.07. – 19.07.2014 Lorient – Nantes

Skippper: Ernst und Jürg
Crew: Dora, Martin, Pierre-François

Im Boot-Paradies – warten auf bessere (Ge-)Zeiten?

Traurig sind sie anzusehen: Fischer- und Ruderboote, kleine Segel- und Motorjachten stehen trockengefallen schief im Morast – alle warten sie auf bessere (Ge-)Zeiten.

 

Nicht so die Rolling Swiss II, sorgt ihre Crew doch immer für die berühmte Handbreit Wasser unter dem Kiel. Gleichzeitig macht der bis zu 5 m grosse Tidenhub für Navigations-Fans den Reiz des Reviers Bretagne aus, ist doch die Planung entsprechend interessant und anspruchsvoll.

Schweiz Regen, Nordwestfrankreich Sonne – nicht umsonst weist die Bretagne gemäss Statistik im Sommer eine grosse Anzahl Sonnenstunden auf. Im Zentrum des Hochs gleitet die Rolling Swiss II mit Sicht auf zwei Horizontalen dahin, unten das blaugrüne Wasser, darüber ein feines Wolkenband aus Feuchtigkeit, die über dem Land aufsteigt, übergehend in den zartblauen Himmel. Winzige weisse Dreiecke scheinen sich kaum zu bewegen, kein Segelwetter, aber perfekt fürs Motorboot.

Alle am Steuer sind begeistert von den Manövrier-Fähigkeiten, die die beiden Motoren erlauben. Abdrehen, rückwärtsfahren, Tellerwende, Andocken… unter kundiger Anleitung von Ernst üben die mehr oder weniger erfahrenen Crew-Mitglieder alle erdenklichen Bewegungen und reizen die Möglichkeiten der Rolling Swiss II aus. Weiter bietet das Schiff mit Generator, Tiefkühlfach, TV (zum Empfang der Fussball-WM!), Nespressomaschine und abgeschlossenen Duschen viel Komfort und Bequemlichkeit.

Bei der Tagesplanung, abwechselnd von einem CCS-ler durchgeführt, war aufgrund der saisonalen Verkehrsdichte bei der Wahl der Tagesziele Flexibilität gefragt. In den angelaufenen Häfen boten sich dreierlei Szenarien: viele Gästeplätze in Port Blanc/Île aux Moines im Golf von Morbihan und in Le Palais auf der Belle Isle, dann vor allem einheimische Sportboote in Port Haliguen, Trinité sur Mer, La Turballe, L`Herbaudière und im Stadthafen von Lorient und schliesslich keinerlei Infrastruktur für Sportschiffe im Hafenbecken von St. Nazaire, wo U-Boot-Bunker noch vom 2. Weltkrieg und der deutschen Besetzung zeugen. Angenehm aufgefallen sind uns die Gummiboot-Lotsen, die geschickt den Liegeplatz anzeigen und im Einzelfall das Gästeschiff an der Trosse hinführen, Tenderdienste anbieten oder gleich die Liegegebühr kassieren (EUR 25 – 52), was den Gang zur Capitainerie erspart.

Den momentan Untätigen vergeht die Zeit im Nu. Der Blick auf die unendlichen Küsten von Festland und zahlreichen Inseln mit abgeschliffenem Fels, einsamen Sandstränden, grünem Nadelwald, unterbrochen von typischen weissen einstöckigen Häusern mit Kaminen an beiden Stirnwänden ist Unterhaltung genug. Aber auch im Meer gab’s neben vielen Seezeichen eine Delfinschule zu beobachten. Und schliesslich durfte auch das obligate Bad im erfrischenden Meer nicht fehlen. Gelegenheit dazu bot ein Mittagshalt am Anker vor der Insel Houëdic.
Unser Skipper hat bei Vorbereitung und Durchführung an alles gedacht. So fand die Vorbesprechung in einem Zürcher Restaurant statt, wo das Motto der Zunft zu Schiffleuten zu lesen war: „Auf Wellen und vor Anker treu“.

Juli 2014 Dora (Bericht), Martin und Jürg (Fotos)


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