17.05.- 24.05.2014 RYA – Ausbildung im Solent

Skippper: Andi
Crew: Peter, order Ruedi, salve Marc

 

Positionsbestimmungen

Positionsbestimmungen auf allen Ebenen – Das war es, worauf wir uns bei diesem Törn einliessen! Geahnt haben wir es ja bereits im Vorfeld, dass unsere RYA-Trainingswoche im Englischen Solent keine entspannende Spazierfahrt werden würde, aber dass es eine solche Knochenarbeit wurde…

Die Ausgangslage war klar: Das knappe Dutzend Bücher mit der einschlägigen Theorie erhielten wir bereits letzten Herbst von Andi Flückiger. Einige der Bücher haben wir im Winter voll durchgeackert, andere sahen bei Törnbeginn eher noch unbenützt aus.

Einige Tage vor Törnbeginn erläuterte uns Andi, dass unsere RYA-Ausbildungswoche aus einem viertägigen praktischen Übungsteil bestehen sollte und anschliessend am Donnerstag dann der Härtetest mit einer RYA-Prüfung zum Yachtmaster Offshore folgen würde.
Das Ziel der Woche haben wir Test-Törnteilnehmer Peter, Ruedi und ich gemeinsam mit Andi Flückiger, dem CCS und der Motorbootgruppe eindeutig festgelegt: Wir wollen wissen, wo wir als CCS-Motoryachtskipper im Vergleich zur RYA-Yachtmasterausbildung stehen. Vor allem aber erhofften wir uns viele praktischen Übungen, Ideen, Kniffe und praktische Tipps von den Englischen Profis – einfach mal eine kompetente Aussensicht.

Nachdem wir am Samstag 17.Mai 2014 die „Rolling Swiss II“ in Portsmouth in bestem Zustand übernommen haben, waren der Törnstart und die Proviantierung für uns 4 Skipper blitzartig erledigt. Wir wollten heute noch nach Cowes rüber, um uns vor der Ankunft des Instruktors nochmals kurz mit dem Schiff vertraut zu machen. Cowes war an diesem ersten schönen Samstag bereits sehr gut mit Segelschiffen gefüllt, trotzdem erhielten wir noch spontan einen Platz zugewiesen. Kurze Zeit später hatten wir auch bereits ein kleineres Segelschiff als Aussenlieger. Sein Skipper nahm unseren Hinweis, dass wir am nächsten Tag um 07:00 los müssten mit typischer Englischer Gelassenheit auf.

So fuhren wir dann am Sonntagmorgen in der Früh wieder zurück nach Portsmouth, wo wir unseren Trainer Andy Cross pünktlich an Bord nahmen. Dann ging’s los: Ausgiebige Sicherheitsinstruktion, wo sind alle Borddurchlässe, wie bekämpft ihr Feuer, usw. Das war der Start von 4 extrem lehrreichen Tagen mit Andy: Viele praktische Übungen, immer wieder gespickt mit Theoriefragen zu den KVR, Passageplanning, Wetter, Schiffstechnik und Seemannschaft. Die Tidenrechnungen und Stromrechnungen gingen immer einfacher, denn es gab kaum eine Übung, bei der die Wassertiefe oder die Strömungsverhältnisse keine Rolle gespielt hätten. So übten wir Pilotage an Tag und Nacht, einmotoriges Manövrieren, „“blind navigation“, arbeiteten mit Standlinien und Peilungen, immer wissend was Wind und Strom mit unserer Rolling Swiss II anstellt. Mehrmals endeten die Übungen erst morgens um 02:00 – dann kurz durchatmen und irgendwann gegen 03:00 sackten wir alle todmüde in unsere Kojen.

Und dann kam der Prüfungsdonnerstag: Der Frust der Vortage ist gewichen, der Prüfungsstress dafür umso grösser… Um 09:00 nahmen wir unseren RYA Examiner Rob in Hythe bei Southampton an Bord – erst am Freitagmorgen um 02:00 verliess er uns nach 17 Stundenprüfungsdauer dort auch wieder. Dazwischen lagen Hoch und Tiefs für uns alle. Die Anspannung war den ganzen Prüfungstag spürbar und Rob‘s Warnung, „wir dürften nicht nachlassen bis zum Schluss“ erwies sich wirklich als grosse Herausforderung. So hatten’s die Nachtübungen dann auch echt in sich. Leider hat es dann für Ruedi am Schluss doch nicht ganz gereicht. Er meinte, das Wichtigste für ihn sei, wieviel er in dieser Woche wieder Auffrischen und Lernen konnte und er freue sich, das Gelernte künftig auf seinen Törns anwenden zu können. Peter und mir ging es als frischgebackene „RYA Yachtmaster Offshore (Power)“ genauso: Alle zusammen haben extrem viel gelernt, ganz neue Seiten des „Pleasure Boatings“ kennengelernt, unser nautisches Englisch verbessert und eine super Kameradschaft gepflegt. Wir alle werden künftig vermehrt solche praktischen Übungselemente in unsere Törns einbauen, das haben wir Andi versprochen.

So schleppten wir uns dann am Samstag alle nach Hause. Vermutlich hat jeder von uns den Sonntag durchgeschlafen…

Ein herzlicher Dank gilt Andy Cross, dem so geduldigen und gegenüber unserem Englisch so toleranten Instruktor von Marine Matters (www.marine-matters.co.uk) und „unserem Andi Flückiger“, der uns während der Woche coachte, abfragte, wieder motivierte, bekochte und uns so nebenbei auch noch genau beobachtete. CCS-MY wird sich nun zusammen mit dem CCS Gedanken machen, wie wir interessierten Skippern ein ähnliches Training ermöglichen können. Ich behaupte, jeder wird Spass daran haben!

Für die Crew von 08-2014-21, Marc


Die Kommentarfunktion ist geschlossen.