24.05. – 31.05.2014 Portsmouth – St.Malo

Skipper: Ulrich und Bernhard
Crew: Gabriel, generic Heiner, Walter, Zoran

 

Schön wenn die Tiden kommen wie berechnet

23.05.2014 Basel – London – Portsmouth

Geplant war der gemeinsame Abflug vom Flughafen Basel nach London Gatwick, von wo aus mit dem Zug nach Portsmouth weiter gereist werden sollte. Einer der Crewmitglieder wird am nächsten Tag anreisen und sich mit der Crew beim Schiff Rolling Swiss II in Portsmout treffen.
In Basel begrüssen sich die beiden Skipper und ein Crewmitglied. Wo sind die anderen zwei nur geblieben ? Beide melden den Ausfall Ihrer elektronischen Navigation. Aus noch unerklärlichen Gründen weicht der eine nach Flughafen Genf aus und der andere nach Flughafen Zürich Kloten; vermutlich eine Übung mit Ausweichhäfen an Land (!).
Unvollständig macht sich die verbleibende Crew zum Einchecken bereit und steigt in das Flugzeug Richtung London Gatwick ein. An Bord befindet sich auch der Commodore a.i.. Hmm … zwei Crewmitglieder fehlen, stattdessen der Commodore an Bord … ist dies ein Test für den Skippper ?
Ende gut, alles gut; auch die zwei in Gewitter geratenen Crewmitglieder finden über die Ausweichhäfen Genf und Kloten schliesslich nach Portsmouth, wo die erste Nacht gemeinsam in einem Hotel verbracht wird.

24.05.2014 Portsmouth

Im Hafen angekommen steht da die Rolling Swiss II, ein tolles Schiff. Unser 6. Crewmitglied ist auch angekommen, nun sind wir vollzählig. Pünktlich um 10:00 Uhr findet die Schiffsübernahme zwischen den zwei Skippern statt. Skipper II macht die Sicherheitsanweisungen, während drei Crewmitglieder in die Stadt einkaufen gehen. Um ca. 14:30 Uhr ist alles gesichert und verstaut, leider ein bisschen zu spät um auszulaufen. So wird entschieden, diesen Tag im Hafen zu bleiben.

25.05.2014 Portsmouth – Cherbourg Marina

Es ist soweit; um 06:00 Uhr legen wir ab, Richtung Cherbourg und freuen uns auf die spannende Überquerung des Ärmelkanals, eine Schifffahrtsstrasse, für die es sehr hohe Konzentration braucht. Nicht zu vergessen ist auch die Zeitumstellung zwischen England und Frankreich. An diesem Tag legen wir stolze 80 nm zurück und geniessen nach dem Anlegen in Cherbourg Marina, zugegeben etwas müde, das wohlverdiente Abendbier.

26.05.2014 Cherbourg Marina – Braye Harbour

Für Langschläfer ist heute ein guter Tag; Ablegen erst ab 10:00 Uhr Richtung Alderney. Da ein streckenmässig kurzer Törn geplant wurde, verbleibt noch genügend Zeit für das Manöver „Mann über Board“. Nun gilt es ernst, schnelle Reaktion und die richtigen Befehle sind angesagt. Der Steuermann ist mit dem richtigen Ansteuern beschäftigt, was nach ein bisschen Übung allen Crewmitgliedern sehr gut gelingt. Die zwei Skipper strahlen um die Wette und weisen ein Blatt vor; Congratulation, 100 nm, drei Crewmitglieder haben ihre Pflicht, das Manövrieren mit dem Schiff und das Navigieren für die benötigten, zusätzlichen Motormeilen erfüllt.
Im Hafen Braye Harbour angekommen legen wir an einer Boje an, für einen Teil der Crewmitglieder das erste Mal. Es ist eine gute Gelegenheit das Beiboot für den Landgang auszuprobieren. Da maximal 4 Personen Platz darauf haben, durfte der Skipper II zwei Mal fahren und hatte sichtlich Spass dabei.

27.05.2014 Braye Harbour – St. Peter Port

Um 09:30 Uhr legen wir ab und finden Zeit für das Üben „Drehung Schiff an Ort“. Schliesslich verlassen wir den Hafen unter der Leitlinie der zwei Leuchtfeuer am Festland. Da ist der Navigator gefordert, der den Steuermann anweist.
Da genügend Zeit verbleibt, fahren wir an St. Peter Port vorbei bis zur sehr schönen und malerischen Bucht Port es Saies, wo wir ankern. Zwei Unerschrockene wagen den Sprung in das kühle Nass.
Die gewählte Bucht verlassen wir nach einer guten Stunde Richtung St. Peter Port. Nun wird sich zeigen, ob unsere Gezeitenberechnungen stimmen. Klar doch, gelernt ist gelernt; CCS sei Dank für die gute Ausbildung.

28.05.2014 St. Peter Port – St. Helier

Nach unserer Gezeitenberechnung verlassen wir den Hafen St. Peter Port um 09:25 Uhr und überqueren die Hafenschwelle, nicht nur mit einer Handbreite Wasser unter dem Kiel, sondern mit rund 1.20 m, Sicherheit ist das oberste Gebot.
Im Hafen St. Helier angekommen entscheiden wir uns ausserhalb des mit einer Schwelle versehenen Hafens anzulegen, damit wir unabhängig von Gezeiten am nächsten Tag ablegen können.
Entlang eines Stegs dampfte die Rolling Swiss II fast selbstständig ein, beinahe selbstständig.
Der Wasserpegel steigt und in wenigen Augenblicken verschwindet die Schwelle unter der Wassermasse. Wir staunen nicht schlecht; da drängen sich tatsächlich die vielen Segelschiffe um die „Poolposition“ zu ergattern; wer wird wohl als erster die abtauchende Schwelle überqueren; was für eine Drängelei!

29.05.2014 St. Helier – St. Malo

Gestärkt, gut gelaunt und natürlich vorbereitet verlassen wir den Hafen zu unserem Endziel. Für die meisten ist dies das erste Mal per Schiff Richtung St. Malo. Da werden Erinnerungen wach; die Theorieprüfung über dieses sehr spannende und mit Seezeichen voll gespickte Gebiet. Es ist eine wunderbare Erfahrung, das theoretische Wissen endlich in die Praxis umzusetzen. Faszinierend dabei ist, wie genau die berechneten Werte mit der vorgefundenen Situation übereinstimmen.
Die mächtige Festungsstadt begrüsst uns, der wir mit Respekt entgegensehen; eine atemberaubende Silhouette, an die wir uns gerne erinnern werden.

Ich schreibe meinen Dank an alle Crewmitglieder, sehr angenehme und faire Kameraden, mit denen es jeden Tag was zu lachen gab. Eine gelungene Woche mit schönen Erinnerungen.

Zoran


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