14.09. – 21.09.2013 Kopenhagen – Kiel

 

Skipper: Marc, try Skipper 2: Richard
Crew: Bruno, ask Eric, Markus

 

Samstag, 14.09.2013

Wie verabredet haben wir am Samstag unsere Lady im Hafen von Kastrup in der Nähe von Kopenhagen angetroffen. Das Wetter war uns wohl gesinnt und das Schiff glänzte startklar am Pier.
Ein Kompliment an die vorhergehende Mannschaft, insbesondere an die weiblichen Mitglieder, auch im Innern war alles tip-top, sauber und aufgeräumt.

 

 

Dann haben wir schnell unsere Habseligkeiten verstaut und die nächsten Schritte besprochen. Die erfahrenen Törn-Fahrer wissen natürlich sofort was jetzt kommt, Bunkern für das Wohlergehen der Mannschaft.

Ein geeignetes Einkaufszentrum war schnell ausgemacht und so hat sich die Männer-Crew zum Grosseinkauf aufgemacht.
Dank der guten Vorbereitung von Markus in seiner Rolle als Proviant-Verantwortlicher konnten wir mehr oder weniger genau nach Einkaufsliste die Wägeli füllen.

 

 

Ja, wir geben es zu, es fanden auch andere Sachen den Weg zur Kasse. Und der Muskat-Nuss-Vorfall soll hier verschwiegen werden….
Nach dem Verstauen des Proviants und einem umfangreichen Sicherheits-Briefing haben wir den Hafen von Kastrup noch spät nachmittags in Richtung Kopenhagen Stadthafen verlassen.

Im Stadthafen haben wir uns einen langen Pier ausgesucht, gegenüber von einem markanten Gebäude.

 

Nein, wir sind nicht in Luzern und es ist nicht das KKL!

 

Sonntag, 15.09.2013

Die Tagwache war schon um 04:00 und um 04:30 hiess es Leinen los im Stadthafen Kopenhagen. Mit dem Skipper Marc haben wir für heute einen grossen Schlag von ca. 70SM geplant mit einem Anteil an Nachtfahrt.

Der Himmel war verhangen, es regnete leicht, die Sicht war schlecht, also eine richtige Herausforderung für die gesamte Mannschaft die richtigen Tonnen und Seezeichen bei diesen Gegebenheiten zu erkennen und so den geplanten Kurs zu steuern.

Aber Dank einer guten Vorbereitung (Navigation) und einer aktiven Mannschaft wurde das Schiff sicher und wohlbehalten in die richtige Richtung geführt und bald wurde es Tag und das Wetter besserte sich auch.

So konnten wir schon früh nachmittags (ca. 15 Uhr) im Hafen von Stubbekobing anlegen.

 

Unserem Gourmet-Koch Eric hat die erste Überfahrt so viel Freude bereitet, hat er doch spontan für uns ein Risotto mit frischen Pfifferlingen gezaubert …. hmmmm.

 

Montag, 16.09.2013

Von nun an haben wir es gemütlicher genommen am Morgen, ausgiebiges Frühstück jeweils um halb Neun.

Nach Klarschiff nutzten wir den geräumigen Hafen für ein paar Hafenmanöver, seitliches Anlegen, Eindampfen in eine Spring und unzählige Tellerwenden wurden gefahren, bis man so richtig auf Du mit dem Schiff wurde.

So ca. 11 Uhr haben wir dann den Hafen verlassen in Richtung dem neuen Ziel, Nykobing. Kaum hatten wir die schützenden Ufergebiete verlassen blies uns ein heftiger Wind entgegen, Windstärke 6-7 platt auf die Nase. Dazu gab es auch teilweise rechte Wellen, ja nach Untiefe in diesen Gewässern. Manchmal konnte man sich fragen, wer hat nun mehr Arbeit zu leisten, unser Steuermann Bruno oder die Scheibenwischer im Kampf mit der Gischt.

Und als besondere Herausforderung für das Navigations-Duo wurde der Kartenplotter abgedeckt. Also wurde Navigiert nach traditioneller Art, nach dem was man sehen kann und was man weiss (oder annimmt).

Erkenntnis dieser Übung, in untiefen Gewässern kann auch die Tiefenlinie der Seekarte eine wertvolle Navigationshilfe sein.

So haben wir auch diese Herausforderung gemeistert und konnten bald die Brücke von Guldborg ansteuern. Schon wieder so eine Übung, per Sprechfunk auf Englisch die Brückendurchfahrt anmelden. Auch das wurde mir Bravour gelöst und spät aber wohlbehalten hiess es um ca. 18 Uhr Leinen fest, Maschinen aus im Hafen von Nykobing.

Eigentlich wollten wir im Städtchen etwas essen. Aber es wurde nur ein ausgiebiger Spaziergang daraus, ein vernünftiges Lokal haben wir nicht gefunden.

Also, zurück zu Schiff, Plan B.

 

Wofür hat denn die Lady eine solch tolle Pantry?
Pasta al Tonno wurde hingezaubert, verfeinert, gewürzt und abgeschmeckt mit allem was die Kombüse hergab.

 

Dienstag, 17.09.2013

Schönes Wetter hat uns am Morgen begrüsst. Ein gemütliches Frühstück und ein Eindampfen in die Vorspring später sind wir wieder auf dem Weg zum nächsten Ziel. Erneut konnten wir die Durchfahrt bei der Brücke Guldborg geniessen, beim zweiten Mal war die Crew schon viel gelöster mit dem Funkgerät.

Dieser Tagestörn war eher kurz, nach ca. 26SM haben wir den Hafen der Insel Vejro angesteuert. Ausgerechnet bei der Einfahrt in den Hafen hat uns ein kleines Unwetter überrascht, heftiger Seitenwind und mit Regenschauer. Aber die Crew war mittlerweile sehr gut eingespielt. Nach der Hafenmole das Boot sofort in den Wind gedreht und längsseits an den Steg, mit der Spring das Boot schnell gesichert. Tja, wenn jeder weiss was er machen soll und das auch beherzt macht, denn funktionieren auch die Hafenmanöver bei nicht idealem Wetter.

Übrigens, die Insel Vejro ist im privaten Besitz, soll einem Banker von Dänemark gehören. Es hat ein schönes (neues) Wirtshaus mit einer Theke wo man auch Kleinigkeiten kaufen kann. Dann hat es ein paar kleinere Gästehäuser zu Übernachten, ein Gewächshaus, einen „alten“ Leuchtturm und einen kleinen Flughafen (also gewalzte Wiese mit einem Windsack). Und es hat sehr-sehr viele Hasen, wahrscheinlich fehlen die natürlichen Feinde.

Die Hafengebühr hier auf der Insel war mit Abstand die teuerste auf unserem Törn, aber die Sanitären Anlagen waren top.

Wir haben ja angenommen, dass wir uns auf dieser Insel
selbst versorgen müssen, also haben wir uns das kulinarische Highlight von diesem Törn auf diesen Abed aufgehoben. Eric hat für uns einen Roastbeef-Braten hingezaubert.

 

Mittwoch, 18.09.2013

Auch heute wieder, schönes Wetter am Morgen, reichhaltiges Frühstück, was will man mehr.
Ca. 10 Uhr haben wir uns auf den Weg gemacht, wir wollten noch ein paar Übungen auf offener See absolvieren.

 

Um himmels-willen, was für komische Kurslinien wurden denn hier aufgezeichnet?
Die Rätsels-Lösung, jeder durfte ein richtiges Mannüberbord-Manöver fahren.
Jetzt könnt ihr raten, welcher Kringel gehört wem?

Das Wetter blieb schön und schon bereits um ca. 15 Uhr haben wir den Hafen von Spodsbjerg erreicht.

 
Nach einem Spaziergang im Dorf und zum nächsten Laden um einige kleine Vorräte wieder aufzufrischen haben wir den Tag so richtig gemütlich ausklingen lassen.
 
 
Donnerstag, 19.09.2013

Unser Törn neigte sich langsam aber stetig dem Ende zu, noch vor 10 Uhr haben wir den Hafen von Spodsbjerg verlassen und unser zweitletztes Ziel angesteuert, Laboe.
Die Überfahrt war eher ruhig und unspektakulär, beim Leutturm von Laboe wurden wir von einem Mehrmaster in düsterer Wolkenstimmung begrüsst.

 

 

Das Anlegen im Hafen von Laboe bereitete uns keine wirklichen Schwierigkeiten ausser dass unser Schiff an einer Spundwand liegen sollten. Um das Schiff und die Nerven vom Skipper Marc zu schonen haben wir also die Fenderbretter angebracht. Nach dieser kurzen Übung als korrektes Anlegen und Vertäuen freuten wir uns auf ein ausgiebiges Essen in einem schönen Restaurant.
Wir wurden nicht enttäuscht, das Essen war super, die Bedienung freundlich, die Preise sehr moderat. Und als Highlight wurde auch ein Flasche Sekt geleert, es mussten doch die absolvierten 100SM gefeiert werden.

 

Freitag, 20.09.2013

Der Morgenhimmel war zwar verhangen und feucht, aber das kann im Morgenlicht auch seinen Reiz haben.

 

Im Hafen von Laboe haben wir gleich noch den verfahrenen Diesel gebunkert. Danach ging es die Kieler-Förde runter nach Kiel, vorbei an der Einfahrt zum NOK (Nord-Ost-Kanal). Nach einer kleinen Hafenrundfahrt (auf einem Kiel) hat schlussendlich Skipper Marc unsere Lady im Endzielhafen Düsternbrook sicher am Steg angelegt und die Mannschaft hat ein letztes Mal die Fender gesetzt und die Leinen verzurrt.

Am Nachmittag war das Putzete angesagt, aber das kennt Ihr ja alle …

Den Abend haben wir dann in einem feinen bürgerlichen Restaurant Ratskeller in Kiel ausklingen lassen.

 

Samstag, 21.09.2013

Da gibt es nicht mehr viel zu sagen, das Schiff wurde um 9 Uhr dem neuen Skipper übergeben und die „alte“ Crew hat sich unter Emotionen verabschiedet.

 

 

War eine wirklich schöne Woche, eine super-tolle Mannschaft und ein fantastisches Schiff mit 224SM mehr auf dem Log.

 


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