26.05. – 02.06.2012 Stockholm – Turku

Von Schweden nach Finnland

Skipper: Ernst und Urs
Crew:    Daniel, Akki, André, Daniela


Der Törn startete in Stockholm mit der Übernahme der ROLLING SWISS II. Während sich die Skipper und der Motorverantwortliche um Papierkram kümmerten und die Trader 42 in Augenschein nahmen, ging der Rest der Crew zum Einkaufen. Da klar war, dass auf dem Weg nach Turku fast keine weiteren Einkaufsmöglichkeiten mehr bestehen würden, galt es Ware einzukaufen, um 6 Personen 1 Woche satt zu kriegen.

Das 1. Abenteuer war, drei gefüllte Einkaufswagen und drei Erwachsene mit dem Taxi an den Hafen transportieren zu lassen, was einige Überzeugungsarbeit an dem Taxifahrer und gelenkige Crewmitglieder erforderte. Nachdem alles auf der Rolling Swiss II verstaut war, konnte das eigentliche Abenteuer beginnen.

Nach einer Sicherheitsinstruktion und nachfolgender Hafenrundfahrt machten wir uns auf den Weg zum ersten Anker- und Übernachtungsplatz bei der Insel Bergh. Während des Abendessens stellte sich heraus, dass sich auch ein fest sitzender Anker lösen kann. Nach einem Sondereinsatz und aufgewärmtem Essen liessen wir den ersten Tag ausklingen.

Das Erwachen in der idyllischen Bucht hatte schon fast eine romantische Komponente und liess Ferienfeeling aufkommen. Nach einem reichhaltigen Frühstück konnte sich die Crew weiterhin mit dem Schiff vertraut machen. Der Schiffsbetrieb und das Bordleben nahmen seinen Lauf. Wir lernten und repetierten die ganze Seemannschaft, das Ab- und Anlegen sowie das Ankermanöver. Heutiges Ziel war Kapellsär Hamn auf Rådmansö.

Bevor wir zur Überfahrt über das offene Meer nach Mariehamn ansetzten, gab es eine intensive Instruktion über Seenotsignale und Rettungskörper. Interessante und lehrreiche Aspekte über dieses Thema wurden ausgeleuchtet und machten uns bewusst, wie viel es in einer solchen Situation zu beachten gilt – und dass wir das nie erleben möchten.

Trotz schönem Wetter war die Überfahrt aufgrund starken Winds sehr turbulent. Nicht nur der hohe Wellengang liess uns spüren, dass wir einer Nussschale gleich im offenen Meer tanzten, sondern auch die aus unserer Froschperspektive gesehenen riesigen Fähren und Frachtern. Wir befanden uns auf dem ‚Highway‘ der Berufsschiffe! Die Kollisionsverhütungsregeln konnten wir so praxisnah anwenden, vor allem als wir uns auf gleicher Höhe und in der Mitte von zwei sich kreuzenden Fähren befanden. Eine spannende Erfahrung! Mit dem Ankommen in Mariehamn überfuhren wir eine Zeitzone von UTC +2 auf UTC +3. Åland ist eine mit weitgehender Autonomie ausgestattete Provinz Finnlands, dessen Amtssprache aber Schwedisch ist. Sie besteht aus der gleichnamigen Inselgruppe in der nördlichen Ostsee am Eingang des Bottnischen Meerbusens zwischen Schweden und dem finnischen Festland. Der Archipel besteht aus über 6’700 Inseln und Schären und ist circa 40 Kilometer von der schwedischen Küste und 15 Kilometer von der finnischen Küste entfernt.
Bevor die heutige Weiterfahrt nach Bomarsund anstand, konnten die Crewmitglieder Ab- und Anlegemanöver üben. Eine tolle Übung, um die Wirkung des Ruderblattes des Halbgleiters zu spüren, die Drehpunkte kennenzulernen und bei auf- und ablandigem Wind längsseits ab- und anzulegen.

Von Bomarsund ging es weiter durch das Schärenmeer nach Fiskö und wiederum am Folgetag nach Nauvo. Das Schärenmeer liegt zwischen der Inselgruppe Åland und dem finnischen Festland. Das Meeresgebiet ist mit tausenden Schären und Klippen durchsetzt und ist navigationstechnisch eine Herausforderung, aber sehr lehrreich! Wir konnten lernen die Seezeichen, die Betonnung, die Richtbaken und die Leuchtfeuer zu lesen und sich daran zu orientieren und uns so stets in sicherem Fahrwasser zu bewegen.

Angekommen in Nauvo wurde das Schiff wieder betankt und von aussen vorgereinigt. Denn es stand schon der letzte Streckenabschnitt zum Zielhafen Turku bevor. Turku begrüsste uns mit strömendem Regen. Nach einer Woche schönem Wetter – mit viel und z.T. kaltem Wind – konnte der Wetterumschlag uns aber nicht mehr die gute Laune verderben.

Nun galt es das Schiff zu reinigen, das Inventar durchzuführen und für den Skipper seinen Papierkram zu erledigen. Nach einer Woche gefüllt mit Lernen, Arbeiten im Teamwork – aber auch Lachen und gemütliches Beisammensein – übergaben wir glücklich und stolz am Folgetag der nachfolgenden Crew ‚unser‘ Schiff, welches für wir sicher von Stockholm nach Turku überführen konnten und für eine Woche unser Daheim war.

Berichtet  von Daniela


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