16. Juli bis 23. Juli 2016: Helsinki – Turku

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Route: Helsinki, Porkala, Jussarö, Ekenäs-Tamissari, Förby, Pargas, Naantali, Turku

Helsinki präsentiert sich grau und es regnet in Strömen. Gepäck einräumen, Einkaufsliste für den Proviant erstellen und los geht’s. Das Resultat der Einkaufstour bei Stockmann’s sind drei vollgepackte Einkaufswagen, deren Inhalt in der Bordküche gekonnt verstaut wird. Bereits am ersten Abend schätzen wir die gemütliche Rolling-Stube und schlemmen Lasagne begleitet von einem Gläschen Rotwein.

Am Morgen weht ein böiger Wind, der Regen ist weggefegt und die Sonne blinzelt durch die vorbeiziehenden Wolken hindurch. Ideal um die Manöver wie Eindampfen und Mann-über-Bord zu fahren. Danach geht es los Richtung Porkala, die Sonne scheint auf die Schären und es werden bereits zahllose Fotoclicks gemacht. Am späteren Nachmittag zieht Nebel auf, doch wir sind bereits Nahe beim Zielhafen in Porkala, wo wir die letzten beiden Bojen nach harten Verhandlungen mit dem Hafenmeister und dem Nachbarn schnappen. Zum Z’nacht gibt’s Lachs von Stockmann auf einem Lauchbeet mit Reis. Die Küche der Rolling ist hervorragend ausgestattet. Nach dem Essen wird die Nachbarschaft beäugt, besonders das backbordseitige Segelboot ist ein Prachtstück und die Crew eine Augenweide.

Am nächsten Morgen zieht der Kaffeeduft durch die Rolling Stube und das Frühstück ist ein Genuss nach einer unruhigen Nacht. Die Route führt uns durch enge Fahrstrassen hindurch vorbei an Militärstützpunkten. Dies erfordert geschicktes und aufmerksames Steuern. Endlich verlassen wir die schützenden Schären und gelangen auf das offene Meer Richtung Jussarö. Die Rolling macht ihrem Namen alle Ehre sie „rollt“ sicher durch die meterhohen Wellen bei Sonnenschein dem Ziel entgegen. Die unter Naturschutz stehende Insel Jussarö erreichen wir gegen Abend. Der Hafenmeister weißt uns einen Platz an einem hohen rauhen Betonsteg zu. Die Fenderbretter müssen montiert werden. Dank unserem üppigen Proviant müssen wir auch an diesem Abend nicht auf ein herrliches Z’nacht verzichten, denn es gibt weder Restaurant noch einen Kiosk auf der Insel. Serviert wird ein Schweinefilet und wir geniessen mit einem Gläschen Rotwein den nicht enden wollenden Sunset.

Da die zurück zu legende Route am nächsten Tag kurz ist, können wir uns etwas Bewegung verschaffen und erkunden bei strahlendem Sonnenschein die Insel, geniessen die Aussicht vom Leuchtturm, entdecken auf einem Rundgang uralte Bäume und pflücken Beeren. Am Mittag heisst es „Leinen los“ Richtung Ekenäs-Tamisari. Zwischen den gut ausgeschilderten Steinen fahren wir wieder durch die Schären. Auf jeder Insel sind typisch finnische Wochenendhäuschen mit Saunen davor ein Steg mit Motorboot zu entdecken. Als sich die Inselwelt zu einem See öffnet, ist unser Reiseweg von blossem Auge nicht zu erkennen, unsere Aufmerksamkeit gilt der Karte und den Seezeichen. Kaum am Bootsplatz angelegt, fegt ein Regenguss über Ekenäs-Tamissari, doch das stört uns gar nicht, denn wir sitzen gemütlich beim Debreeving und verdientem Ankertrunk.

Heute werden 44 Seemeilen bei wiederum schönstem Sommerwetter gefahren. Wir sind erneut dabei zahlreiche Foto’s von der überwältigenden Meer- und Schärenwelt wie auch an den vor uns kreuzenden Segelschiffen zu knipsen. Plötzlich bringen drei in gleicher Richtung rasant fahrende Sportmotorboote mehrere Segler vor uns bei einer schmalen Fahrstelle, es ragen links wie rechts unmittelbar bei den Quadranten Steine aus dem Wasser, mächtig ins Schwitzen. Dank geschicktem Verhalten der Segler können diese die enge Passage fahren und ohne Schaden sich kreuzen. Die Sportmotorboote verschwinden in alle Himmelsrichtungen, einer unfreiwillig ausserhalb der Fahrstrasse. Nach Hankö befahren wir eine Grossschifffahrtsstrasse, wobei sich kein einziges grosses Schiff blicken lässt-. Naja, die haben wir ja in Helsinki gesehen. Der Hafen von Förby präsentiert sich nicht so wie im Hafenbuch eingezeichnet und fotografiert, der Steg für grosse Boot fehlt, im engen Hafen wird mit Tellerwende gekehrt, da die Plätze zu eng für die Rolling sind. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen entdecken wir zu unserer Erleichterung den neu angelegten Hafen, welcher perfekte Plätze für die Rolling bietet. Unser Proviant sei Dank, denn hier fehlen nicht nur die erwähnten Stege, sondern auch die beschriebenen Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Heute wird ein riesiger Topf Spaghetti-Bolognese serviert. Anstelle des Hafenmeisters erhalten wir Besuch vom vierbeinigen Hafen-Kater. Dieser findet unsere Runde offenbar gemütlich, denn er gesellt sich zu uns für den restlichen Abend. Wohlverstanden nicht in der Rolling-Stube, sondern draussen.

Ist der Kater von Bord? Jawohl! Los geht’s bei strahlendem Sonnenschein, die Schären immer wieder anders und faszinierend, unter anderem vorbei an unzähligen Fischfangkörben und Holzsägereien. Ein Abstecher nach Salo, aber ausser einem stinkenden Kanal im Industriegelände ist von der Stadt nichts zu sehen. Zurück auf der Route können wir uns ein abwechslungsweises „Sünnele“ auf den bequemen Bugmatratzen nicht verkneifen. Unser Ziel Pargas ist ein kleines malerisches Städtchen und lädt zum Bummeln und Einkaufen ein. Obwohl das Hafenbeizli nett aussieht, bevorzugen wir die hervorragende Bordküche. Heute ist Vollmond, da darf ein Schlummertrunk nicht fehlen.

Am nächsten Morgen begrüssen uns Wolken und Wind. Gerade dieser Wind ist mühsam, da wir vor einer Drehbrücke warten müssen bis diese nach 30 Minuten sich hebt. Die Durchfahrt ist schmal, mit dem Seitenwind noch schmaler, deshalb muss die Durchfahrt mit Tempo gefahren werden. Die nächste Hebebrücke blockiert eine gut befahrene Strasse, doch die wartenden Leute nehmen den Stopp locker und winken der Rolling zu und wir testen gleich mal das imposante Horn der Rolling. Beeilung, denn wir müssen vor 16 Uhr in der Werft in Saampa den reparierten Propeller abholen, der Wind wird rauh und der Verkehr auf der Grossschifffahrtsstrasse nimmt zu. Neben kreuzenden Seglern auch mal ein schnell an uns vorbeirauschendes Militärboot, wir üben bei dieser Gelegenheit auch gleich schnelles Fahren mit der Rolling. Eine kleine unscheinbare Einfahrt führt uns zur Werft, wo uns bereits der Werftmitarbeiter mit dem glänzenden Propeller erwartet. Während die einen schwitzend im Motorraum den Propeller verstauen, gibt es oben ein Boot der SAR zu bestaunen. Weiterfahrt nach Naantali, unserem Zielhafen, wo uns schon der Hafenmeister entgegen kommt, auch hier zuerst „too big“. Doch er hat noch einen Platz, die Rolling passt genau zwischen die beiden Dalben. Z’nachtessen an Bord, hat sich beliebt gemacht, da gemütlich und fein. Ein Verdauungsspaziergang auf den Aussichtsturm bei einem schier endlosen Abendrot muss sein.

Letzter Tag: In Naantali wird vollgetankt, der Tankboy übt sich in Geduld bis die beiden Tänke gefüllt sind dauert es halt und da gerade sonst niemand anlegen will benutzen wir die Gelegenheit und schrubben die Rolling gründlich. Trotz verdeckter Sonne glänzt die Rolling wie neu und wir tuckern gemütlich Richtung Endstation. Turku erwartet uns mit viel Lärm, überall auf den alten Schiffen sind Restaurants und Bar’s mit Musik. Zum Glück sind wir früh da, denn im Nu sind alle Anlegestellen im Kanal wegen einer stattfindenden Regatte besetzt. Wir geniessen den letzten Abend auf der Rolling Swiss II, welche uns in der vergangenen Woche ein schönes Zuhause bot und uns sicher durch Wind und Wellen brachte.

Ein herzliches Dankeschön an Christine als geduldige und ruhige Skipperin, an Jacques mit seinem Schalk als Skipper 2, an Gerd mit seinen treffsicheren Leinenwürfen, an Thomas für die perfekte Abrechnung, an Bernard für das ruhige Steuern durch enge Passagen und an Annelise für den Gaumenschmaus. Schön war’s

Skipperin Christine; Skipper 2 Jaques Gabriel; Crew:  Thomas, Gerd, Annelise, Bernard

für den Bericht: Annelise