9. – 16. April 2016 – Delfzijl – Hamburg

Skipper:  Bertrand           Skipper 2:  Björn

Crew:  Rolf, Roland, Rudolf, Thomas

Route: Delfzijl – Borkum – Helgoland – Bremerhaven – Glückstadt – Hamburg

 

Im holländischen Städtchen Delfzijl sorgte die neue Crew nach Übernahme des Schiffes für ausreichend Proviant, denn die Wetterprognosen waren für die Jahreszeit in der Nordsee ganz gut. Genügend Seemeilen, das Anlaufen der Insel Helgoland und ein stolzes Einlaufen im Hamburger Hafen standen auf der Zielsetzung. Nach der ganzen Vorbereitung liefen wir aus in Richtung Emden, wo wir am Hafen zwei neue Crewmitglieder, Roland und Rudolf aufnahmen. Danach ging es flott mit auslaufender Flut in Richtung der ersten Ostfriesen-Inseln. Der Hafen von Borkum bot uns die Gewähr, dass wir zu jeder Zeit am nächsten Tag auslaufen konnten. So machten wir die Rolling Swiss fest und liessen es im nahegelegenen Hafenrestaurant gut gehen. Ein Paradies für alle Fisch- und Krabbenliebhaber; für andere Feinschmecker eher schwierige Speisekarte. Nach dem opulenten Essen stand die Vorbereitung für den nächsten Tag im Vordergrund. Aufgrund der guten Wetterlage mit moderaten 4-5 Bf. Wind und kleinen Wellen, nahmen wir Kurs auf Helgoland.

Bei Morgendämmerung legten wir los, eine Fahrt von rund 8 Std. stand uns bevor. Dabei konnten alle das Steuer und die Navigation ausgiebig testen. Ohne grosse Vorkommnisse und bei besten Bedingungen kamen wir in Helgoland an – eine gute Planung ist immer noch die halbe Miete.

Nach einem  Inselrundgang mit Führung durch Roland, einer feinen Dusche nahmen wir Kurs auf das Restaurant „die bunte Kuh“. Kein Kuhfleisch, sondern die Helgoländer Krabbenspezialität stand auf dem Plan. Ein Festmahl für Liebhaber der Meeresfrüchte!

Am nächsten Tag legten wir bei 5-6 Bf. Wind ab in Richtung Bremerhaven. Die Wellen, die Gischt und die leicht raue See liessen so richtig Seefahrt-Feeling aufkommen. Aber für die Rolling Swiss und seine Besatz war dies keine Hürde sicher und problemlos die Weser hochzufahren und in Bremerhaven einzulaufen. Der halb leere Hafen machte es uns einfach, einen schönen Liegeplatz mit Sicht auf die moderne Hafen-City anzusteuern. Ganz nach nordischer Tradition wurde mit Bier und Matjes-Fisch der erste Hunger am späten Mittag gestillt. Für Nicht-Fisch-Liebhaber sind das nicht die besten Momente. Am Abend kochte Thomas heimatliche Älpler-Makkaroni, die schmeckten der ganzen Crew ohne Ausnahme.

 

Aufgrund unserer bereits zurückgelegten Seemeilen, beschlossen wir einen Ruhetag einzulegen. So konnten wir bei herrlichem Frühlingswetter Bremerhaven erkunden. Vor allem das Schiffsmuseum hat alles, um die Geschichte der Seefahrt von der Vergangenheit bis in die Gegenwart anschaulich aufzuzeigen. Ein Genuss für alle Seebären. Am Abend sind wir dann einer Empfehlung von Björn gefolgt und haben dem besten Fischrestaurant von Bremerhaven, dem Natusch, unsere Aufwartung gemacht! Schifffahren und Fischessen, eine unglaublich gute Kombination – wir (fast alle) sind auf alle Fälle auf unsere Kosten gekommen.

 

Das Wetter hat am Mittwoch leicht umgeschlagen, so dass wir bei grau trüber Sicht in Richtung Nordsee wieder ausgefahren sind, mit dem Ziel Cuxhaven am Eingang der Elbe zu erreichen. Nachdem die Fahrt aber wiederum problemlos verlief, hängten wir zeitlich noch zwei Stunden Fahrt an und erreichten am Nachmittag den Hafen von Glückstadt. Aufgrund des geschlossenen Hafentors durften wir draussen anlegen. Das war auch für unsere Flexibilität gut so, denn für unseren letzten Schlag nach Hamburg wollten wir frei und unabhängig sein. Am Abend hat unser Skipper Bertrand uns mit einem feinen Risotto verwöhnt, einmal ohne Fisch – oder war da noch ein Matjes im Kühlschrank?

Am Donnerstagmorgen mit Hilfe der Navigationsvorbereitung von Rudolf liefen wir aus auf die Elbe. Mit der einlaufenden Flut erreichten wir rasch die Vororte von Hamburg. Einige grosse Pötte kamen uns entgegen und schon bald zeigte sich Hamburg City in seiner ganzen Pracht. Die Elbphilharmonie, Cap San Diego und dahinter unseren City-Sporthafen, unser Platz, mitten im Herz von Hamburg. Mit unserer Ankunft zeigte sich die Sonne, was uns zu einem Stadtbummel mit Besuch und ausgiebigem Seekarten-Schopping animierte.

Am Abend folgten wir wieder einer Empfehlung des Hafenmeisters, ein Fischrestaurant zum Abschluss unserer Reise musste es schon sein. Am Freitag hiess es dann die Rolling Swiss auf Vordermann zu bringen. Nach der intensiven Innenreinigung begann es so zu regnen, dass eine Aussenreinigung nur bedingt möglich war. So lösten wir die Crew nach der frühzeitigen Übernahme des neuen Skippers auf und jeder ging seinen Weg. Eine tolle, interessante und abwechslungsreiche  Woche durften wir erleben. Unsere seemännischen Fähigkeiten wurden wieder geübt und wir haben alle ein grandioses Küstenland kennen gelernt. Die Ostfriesischen Inseln, Helgoland, die Deutsche Bucht und die Elbe sind für alle Schiffsfreunde ein Eldorado.

Ein grosser Dank an die gesamte Crew und Skipper Bertrand für das schöne Teamerlebnis und die problemlose Woche auf See.

 


02. – 09. April 2016 / Amsterdam – Delfzjil

 

Rolling Swiss II vom 2.4.16  – 9.4.16 / Manövertörn

 

Skipper: Marcel Geering

Crew: Bertrand Andres, Björn Bajan, Rolf Hägler, Roger Wipfli, Alois Grüter

Route: Amsterdam (Sixhaven) – Volendam (Stadthafen) – Hindeloopen – Enkhuizen – Den Oever – Leeuwarden – Groningen – Delfzijl

2.4.16 Auslaufen mit Skipper Marcel  vom Sixhaven in den Stadthafen, wo ausreichend eingekauft wurde. Weiter gings zum Hafen Medemblick, wo wir die ersten Manöverübungen absolvieren konnten. Marcel beeindruckte uns alle mit seinen Instruktionen und seinen kompetenten Anweisungen und liess uns sehr selbständig die Manöver durchzuführen. Durch die Anwesenheit des Vice-Commodores und seiner Funktion als Flaggenoffizier des CCS wurde die Beflaggung mit der Nationalen und seiner persönlichen ausreichend während der Fahrt celebriert.  Anschliessend weiterfahrt zum Stadthafen Volendam, wo nach fachgerechter Vertauung endlich ein Ankerbier genehmigt werden konnte ( es gab auch alkoholfreies Bier!). Selbstverständlich war noch eine fachkundige Vorbereitung des morgigen Törns angesagt, wie auch ein gediegenes Essen in einem der schönen ortstypischen Restaurants.

3.4.16  Auslaufen nach Hoorn, wo weiter an der Technik des Manövrierens wie Anlegen/Ablegen/Rückwärtsfahren/1 motorig etc. intensiv gefeilt wurde. Anschliessend Weiterfahrt zum Zielhafen Marina Enkhuizen. Die Fahrt beeindruckte durch die schöne Landschaft und die typischen traditionellen Holländerdörfer.

4.4.16 Ausgedehntes Manövertraining im Compagnieshaven und anschliessendes Auslaufen mit Ziel Hindeloopen übers schöne Jzlemeer. Normalerweise wurde ein Cruisingspeed von 6 bis 8 KTN gewählt. Hier konnten wir den Maximalspeed mal austesten. Nach sauberem Ausrichten der Trimmklappen erreichten wir doch den fast rekordverdächtigen Speed von 20.2 KTN!

5.4.16 Fahrt zum Hafen Makkum, welcher hervorragende Möglichkeiten zum Manövertraining bot. Da die Schleuse aus dem Jizlemeer wegen Bauarbeiten geschlossen war, musste der Weg via Den Oever gewählt werden. Direkt nach der Schleuse war die Uebernachtung im neuen Fischerhafen angesagt, welcher wenig Infrastruktur bietet. So durften wir auf die Kochkünste von Björn und Roger zählen. Anschliessend wurde die „honorable“ Schiffslampe zum Test hervorgeholt. Leider musste der Versuch nach ca. 1h Suche des Lampenöls abgebrochen werden und die Lampe fand den Weg weiterhin ungebraucht zurück in die Holzkiste. Schlechtes Wetter war für die kommenden Tage angesagt. So wurde die Weiterfahrt anstelle der Fahrt Aussen herum übers Wattenmeer  im Inland über die Kanäle vorbereitet.

6.4.16 Auslaufen nach Harlingen, wo die Kanaleinfahrt  der Stande-Mast-Route gewählt wurde. Eine beeindruckendeWeiterfahrt über die Kanäle mit vielen Schleusen und Zugbrücken führte uns dann Mitten ins schöne Städtchen Leeuwarden.Viele Längsanlegeplätze entlang den Kanälen in diesen Städtchen mit guter Infrastruktur für die Schiffahrt ladenzum Uebernachten ein.

7.4.16 Weiterfahrt im Kanal über Dokkum zum Lauwersmeer bei rauhem Wind. Unmittelbar vor der Einfahrt ins Lauwersmeermussten wir leider die unberechenbare geringe Wassertiefe am eigenen Schiff erleben. Mitten im korrekten Fahrwasser liefen wir auf eine Sandbank auf (Tonne DD2-S1) auf. Vorsichtig manövrierte Marcel in gekonnter schonender Weise bei viel Gegenwind die Rolling Swiss aus den Untiefen heraus. Die restliche Fahrt war begleitet von immer wieder sehr geringen Wassertiefen in den Fahrwassern, wo wir entsprechend vorsichtig durchfuhren und letztendlich in Groningen einliefen.

Da wir davon ausgingen, dass die Schrauben unter dem Vorfall beschädigt wurden, organisierte unser Skipper via Schiffsverantwortlichen eine Werft mit Autokran für den morgigen Tag, um das Schiff zu kontrollieren. Das schöne Städtchen Groningen lenkte uns ab von diesem Malheur. Im Hafen durften wir diesmal die Kochkünste von Bertrand geniessen.

8.4. Mittlerweile fast profihaft erprobt in Schleusenfahrten und Durchfahrten bei engen Zugbrücken und bei viel Seitenwind gings weiter im Kanal nach Delfzijl zur besagten Werft. Pünktlich um 1130 wie bestellt war der Autokran bereit und wir wurden Zeugen einer Schiffsauswasserung. 1 Schraube war leicht beschädigt, die andere aber völlig intakt.

So wurde 1 Reserveschraube fachkundig von 2 Werftmitarbeitern montiert. Die 4 – stündige Uebung kostet den eher geringen Betrag von 800 Euro. Weiter gings zum Endziel Yachthafen Neptumus, wo noch vollgetankt, Inventur erstellt und Schiffsputz erledigt wurden. Zudem durften wir auch den Geburtstag unseres Skippers Marcel feiern.

9.4. Uebergabe an die neue Crew und Heimreise. Wir dürfen auf eine tolle Fahrt mit wirklich sehr vielen Inputs und Trainings der Schiffsmanöver zurückblicken. Marcel begleitete uns alle mit grosser Ruhe und viel Kompetenz.

Das allabendliche Ankerbier, die feine kulinarische Abendreise und die anschliessenden Whiskys werden uns in den nächsten Wochen fehlen.

Marcel – die Crew dankt Dir für die Organisation, die Tipps und Tricks wie auch die vielen tollen Momente auf der Rolling Swiss II.

25.4.16 / Alois Grüter