02.05.-09.05.2015 London – Rotterdam: 268 Seemeilen auf Flüssen, Hochsee und Binnen

 

Skipper: Richard – Skipper II: Bruno – Crew: Jacques, Ben, Rolf und Claudia

Der ursprüngliche Plan lautete; Am Samstag den 2. Mai 15 das Schiff übernehmen, Kojen beziehen, einkaufen, das Safety-Briefing durchführen, Törn besprechen, Passage Plan erstellen, ev. Sightseeing am Samstagabend und aufgrund der Tidensituation am Sonntagmittag den Fluss- und Seeweg von London über den Ärmelkanal in Richtung Rotterdam unter den Kiel zu nehmen.

Das Schiff konnte planmässig übernommen werden. Die Crew war bereits um 10’00 Uhr vollzählig sodass der Skipper uns im Salon offiziell begrüssen konnte und schon nach wenigen Minuten auf die aktuelle Grosswetterlage zu sprechen kam. Auf dem IPad haben wir uns die animierte Isobaren-Karte angeschaut und gesehen, dass ausgerechnet am Dienstag eine Sturmfront von Westen im Anzug ist, genau am Tag welcher für die Überquerung des Kanals vorgesehen war.

Zum Glück ist die Crew nicht unerfahren so war allen schnell klar, dass es nun bereits der Samstag sein wird, an dem das Kommando „Leinen los“ kommen musste. Jeder war sich bewusst, dass die geplanten Tätigkeiten zügig durchgeführt werden müssen, damit wir in 4 Stunden ablegen können und somit einen Tag vor dem Sturm sicher über den Ärmelkanal kommen.

Gesagt – getan! Pünktlich um 14 Uhr war alles bereit und alle warteten wir mit Schwimmweste und Fotoapparat ausgerüstet auf dem Achterdeck und horchten dem Rauschen des Funkgerätes bis endlich die Freigabe zum schleusen kam. Die Reise konnte beginnen.

Die Hafenschleuse war schon unser erstes Highlight, fuhren wir doch unter Schweizer Flagge und unter den neugierigen Blicken einiger Zuschauer raus auf die Themse direkt vor die Tower Bridge. Wir machten noch ein paar Fotos bevor es nun endlich richtig losging.

Die gemütliche Themse zeigt uns aber schon bald, dass es hier auch ruppig zugehen kann. Schon nach ein paar Stunden bläst uns ein kalter Wind voll auf die Nase. Der Effekt von Strömung und Wind bescherte uns Wellen die locker über 1 Meter hoch waren und uns schon mal auf die nächsten Tage einstimmte. Es wurde langsam Nacht als wir dann in Queenborough bei Regen an unserer Boje festmachten.

Unser Crewmitglied Ben wusste genau, was es an einem solchen langen, kalten und regnerischen Tag auf dem Schiff braucht, um alle bei Laune zu halten – er verwöhnte uns mit seinen Kochkünsten. Das Schiff duftete nach Spaghetti Bolognese und alle waren wir zufrieden mit unserem ersten Tag auf See.

Der Sonntag startete regnerisch und trübe, wir kannten aber den Wetterbericht und wussten, dass es besser wird. Alle Vorbereitungen waren erledigt, als wir um 9 Uhr von der Boje abgelegt haben. Die kurze Nacht, das monotone brummen der Motoren sowie auch das trübe Wetter zeigten ihre Wirkungen. Doch plötzlich weckte uns der Skipper mit einem lauten „MANN ÜBER BOOOORD“! Die Crew konnte von ihren Erfahrungen und auch von Sicherheitseinweisung profitieren. Alle Beteiligten haben richtig reagiert und die über Bord geworfenen Fender waren schnell geborgen.

Auf der Fahrt nach Ramsgate wurde die Rolling Swiss ihrem Namen gerecht und „rollte“ fast 5 endlose Stunden über die See unserem Ziel entgegen wo wir dann am Abend bei indischer Musik die Speisekarten des Restaurants zu verstehen versuchten. Hier konnten uns Claudia und Rolf wertvolle Tipps geben, aber dennoch wurde dieses Abendessen als kulinarische Überraschung verbucht.

Der Ärmelkanal erwartete uns am Montag. Das Wetter war gemäss den Prognosen gut und nach der gemeinsamen Besprechung des Ablegemanövers ging es los. Es waren weniger grosse Schiffe unterwegs als gedacht, trotzdem mussten wir schon bald ein Ausweichmanöver fahren und dann erreichten wir auch schon unsere 100 sm! Bei 51°10.683’N ,1°47.167’E hat der Skipper dann ein 360° – Kreismanöver angeordnet, welches im Navionics-Track „verewigt“ wurde und alle haben sich gratuliert. Die ruhige See liess es sogar zu, dass der Skipper II die Crew mit einer frisch gebackenen Apfelwähe verwöhnen konnte, nachdem noch ausgiebig weitere MOB’s (Mann über Bord) geübt wurde. Der Smutje Ben stellte sein Können am Abend erneut unter Beweis und zauberte ein feines Thai-Chicken Menu auf den Tisch. Draussen war es mittlerweile kalt, windig und regnerisch. Die angekündete Sturmfront erreicht uns während wir sicher angelegt sind und gemütlich im Schlafsack liegen. Es war eine weise Entscheidung, welche wir am Samstag in London getroffen haben.

Der Dienstag starte sehr sonnig, doch rechtzeitig zum Ablegen kam starker Wind und Regen auf. Wir übten ein paar Hafenmanöver bei sehr böigen Winden bevor es entlang der Küste gen Oostende mit bis zu 40 Knoten Rückenwind zuging. Die zwischen 2-3 Meter hohen Wellen überholten uns einfach und machten aus der Rolling Swiss eine Surfing Swiss, der Bugwimpel zeigte trotz 10 Knoten Fahrt über Grund nach vorne aber erst, als uns die Bananenschalen* überholten wurde uns klar, wie stark der Wind wirklich war.

Das Anlegemanöver im Oostende war aber das Highlight des Tages, 35 Knoten böiger Wind von Steuerbord war schon speziell. Das Manöver glückte gut, die Crew war gut vorbereitet, die einzigen die (keine) Nerven zeigten waren wie Helfer, die uns eilig mit Fendern zu Hilfe kommen wollten. Nach diesem Erlebnis war jedem Crewmitglied klar, dass man sich nicht auf fremde Helfer verlassen soll, auch wenn jemand wie ein Hafenmeister aussieht. Drei weitere Highlights folgten, hierzu aber nur Stichworte *: Skipper II mit neuer Verehrerin „Taxi Anna“, Skipper mit neuem Mitgliedsausweis vom Casino Oostende und zuletzt die Ferienlagerstimmung in den vorderen Kabinen mit Gelächter bis spät in die Nacht. Tolle Crew! – * nur für Insider!

Am Mittwoch ging es der Küste entlang weiter, schon fast ruhig und routinemässig. Der Nordquadrant bei der Hafeneinfahrt Zeebrugge peilten wir sicher schon 40 Minuten an und beobachteten die Fahrt der grossen Frachtschiffe um für uns einen sicheren Weg zu finden. Dann plötzlich wurden wir von einer Gewitterfront ein- und überholt. Die Sicht war weg, der Nordquadrant ebenso. Genau in diesem Moment funkt uns ein auslaufendes Schiff an und bittet uns Platz zu machen. Alles klappte gut, auch das Wetter war wieder besser und weiter ging es Richtung Hafen Vlissingen. An der Schleuse drängte sich doch ein Zollschiff einfach vor uns und es kam, wie es kommen musste. Wir mussten im Hafen seitwärts am Zollschiff anlegen und bekamen Besuch von der Küstenwache und von Zoll. Der grosse Mann von der Küstenwache wollte unsere Papiere sehen, der Zöllner interessierte sich sehr für die entrichteten Mehrwertsteuern bei der Beschaffung der Rolling Swiss. Aber „alles easy“, beide Beamten waren zufrieden und stellten uns folgendes Zeugnis „alles nette Leute“ und gingen von Bord.

Danach war schon wieder ein schwieriges Anlagemanöver angesagt. Der Wind war ca. 20 Knoten und böig und es galt, das Schiff hinter einen grossen Poller einzufädeln. Souveränes Manöver Skipper!

Letzter Tag auf See! Das Morgenessen war anders als bisher, wir hatten frisches Brot und Gipfeli und wir haben uns an ein paar YouTube-Filmen zum Thema „Funken“ amüsiert.

Beim Ablegen gab es noch eine Schrecksekunde, weil die Motoren keinen Vorwärtsschub erzeugten! Aber nach dieser Woche hat die Crew das Manöver sicher im Griff und das Schiff war schnell wieder am Steg gesichert. Danach ging es ohne Unterbruch weiter zur Schleuse und raus auf die See. Nach zwei Stunden fahrt war Hubschrauberlärm zu vernehmen und dann tatsächlich, es war ein Helikopter der Küstenwache und die funkten uns auch noch an. Der Skipper hat dann alle Fragen beantwortet und schon war der Spuk vorbei und die Küstenwache wieder weg. Wir erinnerten uns an den Funkspruch von „Manuel Salas Alcantara“ vom Lighthouse (YouTube) und haben uns köstlich amüsiert.

Kurz vor Einfahrt ins Binnengewässer bei Stellendam übten wir noch das Ankern. Jacques war der Steuermann und per Funk mit dem Skipper II verbunden. Nach erfolgreichem Funkverkehr und einholen des Ankers, fragte uns der Steuermann, ob Ben der Claudia einen Crashkurs in Karate gegeben hat!? Was aus dem Steuerstand so ausgesehen hat waren in Wirklichkeit nur Claudia‘s Handzeichen, um beim Einholen des Ankers die Richtung und die Fahrt zu weisen J

Dann ging es durch die letzte Schleuse, bei der der Skipper sicherheitshalber die Antennen löste weil die Höhe zwischen Wasser und Brücke doch sehr knapp schien. Wahrscheinlich hätte es gepasst, aber wie auf den ganzen Törn galt die Devise „Safety first“.

Noch einmal begeisterte der Smutje und der Abend endete gemütlich mit viel Gelächter und guter Stimmung.

Der letzte Tag begann mit einer kurzen Fahrt durch die Kanäle bis nach Rotterdam, wo dann die Rolling Swiss II von der ganzen Crew effizient so hergerichtet wurde, dass sie der nächsten Crew wieder viel Freude bereiten kann.

Zum Abschluss möchte ich der ganzen Crew für die gute Zusammenarbeit und die gute Stimmung auf diesem Törn bedanken. Ein besonderer Dank gilt unserem Skipper! Du hast uns gezeigt, dass es ohne Hektik geht, Du hast zu allen unseren Fragen eine passende Antwort parat gehabt und hast uns Deine Begeisterung für See- und Schifffahrt kompetent weitergegeben!

17.05.2015 – Skipper II Bruno


25.04.-02.05.2015 Dover (UK) – London (UK) – Kanalpassagen für Jung und „Alt“

Skipper Daniel, purchase Skipper II Bertrand; Crew: Björn, doctor Nevil, viagra sale Leo Martin, Roger

Freitag, 24. April 2015: Anreise nach Dover (UK)

  • Individuelle Anreise nach Dover, Skipper mit 12-jährigem Sohn, welcher erstmals an einem CCS-Törn teilnehmen darf
  • Treffpunkt mit Crew um 18 Uhr bei der Rolling Swiss II im Granville Dock, Dover
  • Gemeinsames erstes Nachtessen im empfehlenswerten CULLIN’S YARD (Restaurant Bistro)
  • Individuelle Übernachtung im Hotel in Dover

Samstag, 25. April 2015: Dover (UK)

  • 0900 Uhr Übernahme der Rolling Swiss II von Skipper Ruedi Zürcher (CCS 08/2015/17 Portsmouth – Dover)
  • Bezug der Kabinen, Bunkern, Sicherheitseinweisung, Besprechung der Route, Briefing
  • Schiff kennen lernen: Hafenmanöver, Auslaufen, Manöver, Anlegen

Sonntag, 26. April 2015: Dover (UK) – Dunkerque (F)

  • 0815 Uhr (BST) Ablegen und Auslaufen
  • Ruhige Kanalüberquerung nach Dunkerque (F)
  • 1520 Uhr (MESZ) im Port du Grand Large (Dunkerque) fest

Montag, 27. April 2015: Dunkerque (F) – Ramsgate (UK)

  • 0545 Uhr Ablegen und Auslaufen
  • Ruppige Kanalüberquerung nach Ramsgate (UK); die Rolling Swiss II tut ihrem Namen alle Ehre!
  • 1130 Uhr (BST) in der West Marina (Ramsgate) fest

Dienstag, 28. April 2015: Ramsgate (UK) – Queenborough (UK)

  • 0630 Uhr Ablegen und Auslaufen
  • North Foreland – The Swale (Isle of Sheppey) – Queenborough: wunderschöne Fahrt durch The Swale; Sichtung einer Seehundefamilie!
  • 1220 Uhr am Ponton von Queenborough fest

Mittwoch, 29. April 2015: Queenborough (UK)

  • 1015 Uhr Ablegen vom Ponton von Queenborough
  • River Medway bis Chatham Maritime Marina (Wendepunkt)
  • Zwei Ankermanöver im Stangate Creek
  • An- und Ablegen (Eindampfen in Spring) üben in Queenborough
  • 1550 Uhr am Ponton von Queenborough fest

Donnerstag, 30. April 2015: Queenborough (UK) – London, Imperial Warf

  • 0610 Uhr, etwa eine Stunde vor Niedrigwasser, Ablegen vom Ponton von Queenborough
  • River Thames – The Thames Barrier – Tower Bridge – Imperial Warf
  • 1140 Uhr am Ponton der Imperial Warf fest, gut 5 Seemeilen oberhalb der Tower Bridge
  • Nachmittag: Besuch in der Sternwarte von Greenwich (Royal Greenwich Observatory)

Freitag, 1. Mai 2015: London, Imperial Warf – London, St Katharine Docks

  • 0930 Uhr Ablegen vom Ponton der Imperial Warf
  • Tankschiff (fuel barge) unmittelbar unterhalb der Tower Bridge beim St Katharine Docks, Diesel bunkern nicht möglich, da niemand erreichbar (Funk und Handy) und anwesend ist; der Nachfolgeskipper (CCS 08/2015/19), Richard Lebeda, erklärt sich später freundlicherweise bereit, in Ramsgate Diesel zu bunkern
  • Wegen Unachtsamkeit gerät nach dem Ablegen vom Tankschiff ein Festmacher in den Propeller/die Welle auf der Backbordseite! Dank schneller Reaktion kann, wie sich später herausstellt, Schaden verhindert werden; Fahren und Manöver nur mit der Steuerbordmaschine. Warten, bis Schleuse (lock gate) zum St Katharine Docks um ca. 1130 Uhr, etwa zwei Stunden vor Hochwasser, geöffnet wird. Einlaufen in Schleuse.
  • 1200 Uhr im St Katharine Docks fest
  • Für den bevorstehenden Tauchgang kann in einem Tauchshop in London eine Taucherausrüstung gemietet werden; sie muss per Taxi abgeholt werden. Anschliessend Tauchgang durch Crewmitglied Björn Bajan, welcher im Besitz der entsprechenden Tauchlizenz (mit Trockenanzug) ist. Der Festmacher kann unversehrt, ohne Hilfe eines Messers, aus dem Propeller/der Schraube entfernt werden. Der nachfolgende Test mit der Backbordmaschine zeigt keine Auffälligkeiten (Vibrationen, besondere Geräusche). Für einmal Glück gehabt! Der Nachfolgeskipper bestätigt später diesen Befund per Telefon. Ganz herzlichen und grossen Dank an Björn Bajan für seinen hilfreichen Spezialeinsatz als Taucher, grossen Dank auch an die Crew für die grossartige Unterstützung unseres Tauchers
  • Reinigung der Rolling Swiss II und Vorbereitung der Schiffsübergabe an den Nachfolgeskipper
  • Gemeinsames letztes Nachtessen im DICKENS INN am Hafen (Central Basin)

Samstag, 2. Mai 2015: Schiffsübergabe im St Katharine Docks und Abreise

  • 0900 Uhr Schiffsübergabe an den Nachfolgeskipper Richard Lebeda (CCS 08/2015/19 London – Rotterdam)
  • Individuelle Abreise ab 1030 Uhr

Luzern, 25. Mai 2015, Daniel E. Müller


19.04.-26.04.2015 – Passagentörn Portsmouth – Dover: Mit allen Wasser gewaschen

Skipper Ruedi, Skipper II Guido,; Crew: Peter

Am Samstag morgen übernahmen wir, ein 3er-Team, die Rolling Swiss II in entspannter Atmosphäre von der Vorcrew. Das Boot war in einem sehr guten Zustand und glänzte in der Morgensonne. Bei der Sicherheitseinweisung wurde verstärkt Wert auf alles das gelegt, was sich unter den vielen Bodenbrettern der Rolling Swiss II an sicherheitsrelevanten Einrichtungen verbirgt. Der Inhalt des Grabbags wurde auf Ablaufdaten kontrolliert und teilweise neu befüllt. Den ersten Schlag am Sonntag Richtung Yarmouth bereiteten wir am Abend vor. Auf diesem Schlag übten wir besonders die terrestrische Navigation. Unser Skipper markierte Zielpunkte auf der Seekarte, welche wir ohne GPS-Unterstützung innerhalb eines Radius von 50 Metern ansteuern mussten. Von Yarmouth aus ging es nach Cherbourg. Wir wollten ein französsiches Abendessen geniessen. Unsere Vorfreude wurde erfüllt. Schalentiere, Beef und Fisch, wir genossen einen schönen Abend und waren gestärkt für den nächsten Schlag zurück an die englische Südküste. Dieser führte uns in das bekannte Seebad Brighton. Eastbourne war unser nächstes Ziel. Die seefeste Besatzung steuerte die Rolling Swiss II sicher, hoher Wellengang und starke Winde aus Nordost konnten ihr nichts anhaben. Die Wellen schlugen mehrmals über das Vordeck und die Gischt peitschte über den geschützten Steuerstand. Mit allen Wassern gewaschen, das wurde unser Motto für den Törn. Nachdem wir ein Arbeitsschiff passiert hatten, welches die Fahrrine ausbaggerte, gelangten wir nach einer Schleusung in den geschützten Hafen von Eastbourne und legten dort sicher an. Ein feines Abendessen an Bord rundete den erlebnisreichen Tag ab. Aufgrund der Wetteraussichten beschlossen wir den Zielhafen Dover bereits am Donnerstag anzufahren. Am Freitag tankten wir noch und nach einigen Hafenmanövern beendeten  wir unseren Törn. Den letzten Abend verbrachten wir in einem typischen englischen Pub, eine kleine Band spielte Jazz und wir liessen die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren. Wir waren ein tolles Team und unser Skipper hat uns viele Ausbildungsinhalte der RYA-Kurse in der Praxis gezeigt und üben lassen.

Für’s Team: Guido


11.04-18.04.2015: „Solent by night“

Skipper: Peter; Skipper II Christoph; Crew: Hanspeter, troche Tristan, Ursula

Jeder andere normale Mensch macht als ersten offiziellen Törn alles andere als einen Nachtfahrtentörn in einem Gebiet, das man übersetzt auch als schwarze Piste bezeichnen könnte. Jeder andere normale Mensch lässt sich ganz sicher nicht auf ein solches Abenteuer ein. Nun bin ich aber nun mal nicht jeder andere. Und das mit dem „Normal“ hält sich somit wohl auch in engen Grenzen. Und so kam es wie es kommen musste, ich meldete mich genau dafür an.

Am Crewtreffen hatte ich vorgemerkt, dass ich Pax wäre. Ich hälfe zwar gern wo immer ich das könnte, aber eben nur auf freiwilliger Basis. Damit war für alle alles klar. Vordergründig.

Und dann war es soweit. Der Seesack war gepackt und ich machte mich auf den Weg zum Flughafen Zürich-Kloten, von wo uns unser Flugzeug der British Airways Richtung London bringen würde. Mit einer von unserem Skipper gegründeten Whatsapp-Gruppe war die Crew schon seit Tagen in Kontakt. So auch heute. Und bald war klar, dass wir uns bereits vor dem gemeinsam abgemachten Treffen im Gate zu einem Kaffee im Starbucks sehen würden.

Beim Sicherheitscheck gab es dann einen kleinen Stau, verursacht durch unseren Skipper II, der seine eigene Rettungsweste mit integriertem AIS und natürlich Reservepatronen dabei hatte. Wenn aber bei Fluggesellschaft(en) und Zoll und Sicherheitsbehörde keine Einigkeit geschweige denn gemeinsam verfügbares Wissen vorhanden ist, dann wird alles etwas kompliziert, langatmig und ein kleines bisschen mühsam. Wobei der Stau dann natürlich nicht wirklich von unserem Skipper II verursacht wurde, sondern eben von allen anderen. Gefühlte Stunden später passierten wir die Sicherheitsschranken und begaben uns Richtung Gate, wo wir endlich auch unser zuletzt dazu gekommenes Crewmitglied kennen lernen durften.

Nach einem ruhigen Flug schätzten wir den Transfer per Kleinbus nach Southampton sehr. Die Schiffsübergabe stand uns erst am nächsten Tag bevor und so hatten wir Zeit, uns die kleine, schöne Stadt inklusive Hafen in aller Ruhe anzuschauen und uns gleichzeitig ein wenig besser kennenzulernen.

Unser Weg führte uns natürlich als Erstes zur Rolling Swiss II. Und ich staunte nicht schlecht über dieses imposante, schöne Schiff, das ich morgen also zum ersten Mal würde betreten dürfen.

Unser erstes Abendessen genossen wir im White Star. Ein britisch kulinarischer Auftakt, der aufzeigte, dass die Briten eine wirklich sehr gute Küche pflegen, bei der man das selbst Kochen getrost vergessen kann.

Eine herrliche Chorizo-Suppe gefolgt von einem obligaten Hamburger mit Bacon und Cheese und Frittes, die (fast) überall in lustigen Eimerchen serviert wurden.

Samstag, 11. April 2015

Nach einem typisch britischen Frühstück mit allem Drum und Dran – ausser Milch, die war nämlich nicht geliefert worden – machten wir uns auf den Weg in die Ocean Village Marina, wo wir pünktlich um 10 h zur Schiffsübergabe verabredet waren. Endlich waren wir bereit, das Schiff zu entern. Während unser Skipper Peter sich an Bord handwerklichen Arbeiten widmete, gingen wir anderen zum Einkauf, was sich als nicht ganz so einfach erwies, war das Geschäft doch relativ eng und bestens frequentiert, was ein Zusammenbleiben der Crew erschwerte.

Schwer beladen enterten wir erneut das Schiff und es ging ans Einräumen der eigenen Habseligkeiten. Und dann ging es auch schon los. Unser Skipper Peter hatte sich vorgenommen, uns zuerst mal mittels einem kleine Theorieblock mit gefühlten tausend Fragen zu bombardieren. Hier ging es um Lichterkennung, KVR und vieles andere mehr. Okay, hier wusste ich zumindest recht gut Bescheid. Was man von der Praxis nicht würde behaupten können. Was dann folgte, war die beste je erlebte Sicherheitseinweisung, die ich je auf einem Schiff hatte. Unser Skipper II Christoph erklärte uns anhand einer von Peter verfassten Liste genauestens, was wo auf dem Schiff zu finden und zu bedienen war. Zum ersten Mal war ich in einem Motorraum – schon beeindruckend! Es ging nach draussen, wo die nächsten Infos auf uns einprasselten. Wie war das jetzt? So ein Boot sei auch zu zweit zu handeln? Na ja, ich weiss nicht recht, es gibt so viel, das man wissen müsste…

Und als wäre das für den heutigen Tag nicht längstens genug gewesen, ging es nun ans Planen für morgen.

Sonntag, 12. April 2015

Nach einem ersten, fabelhaften Frühstück an Bord – mit Eiern und Schinken für die, die wollten und feinstem Nespresso-Kaffee (nein, lieber Christoph, in den Kapseln ist keine Chemie, nur Kaffee!) wurden die Rettungswesten angelegt und ich waltete meines Amtes. Als Bootsmann innen hatte ich darauf zu achten, dass alle Türen, Luken und Schapps geschlossen und dicht waren. Und auch das Schwarzwasser hatte ich im Auge zu behalten, was am Anfang der Reise wohl noch nicht dringlich war. Das erste Ablegemanöver klappte ganz gut, obwohl die Leinen aussen noch nicht auf Slip waren und ich das feststellte, als ich eine Leine hätte übernehmen sollen. Geht ja gar nicht… Aber daraus lernt man und als überhaupt nicht eingespielte Crew machten wir unsere Sache doch gar nicht so verkehrt.

Peter wollte sich in der Ocean Village Marina noch per Funk noch verabschieden, aber er bekam keine Antwort. Also fuhren wir ohne diese nett gemeinte Geste los. Wir setzten Kurs auf Port Hamble, mit Zwischenhalt auf der Höhe von Deans Lake, wo wir alle unser MOB-Manöver zu fahren hatten. Gut, ich startete hier mal mit dem Zurechtmachen des Fenders und legte einen fehlerfreien Palstek hin. Bin heute noch stolz darauf. Die Aufgabenteilung war klar: Einer steuert, einer zeigt auf die vermisste Person, zwei retten… Wie war das jetzt mit zwei Personen auf so einem Schiff? J Alles ging ganz gut, bis ich dran war. Am Fahren meine ich. Also ich habe ja keine Erfahrung mit so einem Schiff. Und kann ja nun mal gar nicht fahren. Aber die Jungs an meiner Seite überredeten mich und Peter musste sich neben mich setzen, damit ich überhaupt was tat. Und dann machte ich zwar alles wie geheissen, dieser Herr Fender konnte auch gerettet werden und alles war gut. Aber im Ernstfall wäre das graue Theorie, denn weder hatte ich die Person, die auf den verlorenen Fender zeigte, im Visier, denn die war mir so was von egal, noch den Verkehr. Zum Glück war da wohl nicht viel, was ich nicht wirklich bestätigen könnte, noch sah ich den verlorenen Fender selbst – also doch, aber erst ganz am Schluss. Und was ich wie und wo wirklich hätte tun müssen weiss ich nach wie vor nicht. Ist auch besser so. Jedenfalls kann ich das Schiff steuern, sozusagen als Autopilot, der vorweg zu programmieren ist oder so.

Kurz vor zwei liefen wir in Port Hamble ein. Zuvor wurden die Fender gesetzt und mit Entsetzen stellte ich fest, dass ich diesen elenden Webleinenknoten schon wieder nicht konnte. Aber ich war nicht die Einzige an Bord, was mich nur wenig tröstete, unseren Skipper II jedoch dazu veranlasste, einen Kollegen und mich zuerst zum erneuten Einkauf und dann zum Knotentraining zu verdonnern. Hatte ich nicht von Anfang an klar und deutlich mitgeteilt, dass ich nur Pax sei? Aber gut, ich wollte mal nicht so sein, schliesslich wollte ich es ja wirklich lernen! Und so kam ich in den Genuss eines Knotentrainings, das mich nun völlig sorgen- und stressfrei jeden Fender befestigen lässt. Und auch das Belegen eines Schiffs ist für mich, zumindest an Bord, eine Kleinigkeit. An Land ist das noch was Anderes, aber auch das werde ich noch lernen. Jedenfalls danke ich an dieser Stelle Hanspeter nochmals sehr herzlich für den ausgezeichneten, sehr geduldigen und effizienten Unterricht. So macht der Wechsel von Pax zu Crew so richtig Spass! Danke!!

Wir stärkten uns für die erste Nachtfahrt im „The Bugle“ und zogen uns dann dick für die kommenden, kalten Stunden an. Unsere Fahrt führte uns nach Cowes, rein in den River Medina bis zum Folly Inn. Dort war es sehr untief und genau das, was wir uns für diesen Törn erträumt hatten – eine Herausforderung an eine absolut korrekte Navigation und Tidenberechnung. Die ersten Lichter in der Dunkelheit erfreuten mich, denn ich durfte feststellen, dass meine Theoriekenntnisse auch in der Praxis richtig gut funktionierten.

Auf diesem so schönen Schiff friert man allerdings ganz schön, wenn man weder Steuermann, noch Navigator noch einer derjenigen ist, der vorne beim Steuerstand sitzen kann. Hinten zieht es nämlich so fest, dass man sich nicht hinsetzen kann, aber auch das Stehen ist nur unterkühlt möglich. Hat man nämlich das Cockpit nicht offen, so sieht man nichts. Aber genau das ist unabdingbar für eine korrekte Lichterkennung und Identifikation der nächtlichen Leuchtfeuer, die wir so dringend für unsere Navigation brauchten. Egal, es war so spannend, dass ich zwar tiefgekühlt aber glücklich für das nächtliche Einlaufen in Hamble noch so gern bereit war. Mit Seglerhandschuhen im Dunkeln geht das Knoten machen zwar auch, ist aber erschwert. Dies musste ich schnell merken und mit klammen Fingern gelang es dann doch noch.

Die anschliessende Tagesbesprechung mit einem feinen Glas Whisky tröstete über die Kälte hinweg und wohlige Wärme kroch durch all unsere Glieder. Ein schönes Gefühl, vor allem auch, weil nun auch die Bordheizung lief.

Montag, 13. April 2015

Gerade noch rechtzeitig schaffte ich es, für die Crew das Frühstück zu machen. Das war zwar nie so abgemacht worden, aber es hatte sich so ergeben und wurde während des ganzen Törns so beibehalten, dass ich für uns alle das Frühstück vorbereitete. Was ich notabene sehr gern tat, da es meinen Lieblingsbeschäftigungen sehr entspricht. Und da ich ja noch keinen Funken Ahnung (stimmt zwar auch nicht so ganz) von Navigation hatte und habe, überliess ich diesen Part gern den Anderen, die zumindest schon einen Hochseeschein in der Tasche hatten, über den ich ja, wie nun allseits bekannt, nicht verfüge.

Und wieder hiess es planen. Das Wetter war nach wie vor wunderschön und versprach einen herrlichen Tag. Nun war es Zeit, Port Hamble zu verlassen und Kurs auf die Northney Marina auf der Hayling Island zu setzen. Dazwischen wollten wir noch das Spitbank Fort besichtigen. Also hiess es bald Leinen los. Und ich hatte festgestellt, dass wir den Schwarzwassertank zu leeren hätten, was zuerst ins Logbuch eingetragen und später auch eigenhändig erledigt wurde.

Dieses Fort ist wirklich beeindruckend und es machte ganz schön Freude, dass Tristan als Steuermann uns rund um das Fort schipperte, sodass wir alle unsere Aufnahmen machen konnten. Tricky an der Sache: Auf der Seekarte ist eine U-Boot-Sperre vermerkt, die man tunlichst umschiffen sollte. Was wir natürlich auch taten, sonst wäre dieser Blog nun nicht hier…

Und weiter ging es Richtung Northney. In der Ferne sahen wir, wie weit hinten das Wetter nicht mehr ganz so toll aussah. Schlechtes Wetter war aber eigentlich nicht vorausgesagt. Also fuhren wir weiter. Und dann sahen wir es. Leichter Nebel kam auf uns zu, der nun immer dichter wurde. Positionslichter wurden aktiviert, ich stellte mich als Ausguck nach draussen, meldete alles, was mir vor meine Linsen kam, auch das, was wohl nicht nötig gewesen wäre und hatte drinnen mein zweites Auge stets auf dem Tiefenmesser. Sehr zum Dauerärger der gesamten Crew – nehme ich mal an. Denn ich weiss ja zwar, dass es erst ab 2 m wirklich wichtig ist, Acht zu geben, aber ich schrie da schon mal bei 4,5 m und zählte dann auch noch brav runter… Stress pur für die lieben Leute um mich rum. Ist mir heute schon klar und ich hatte das am Schluss ja auch gelernt. Andererseits war die Crew auch im Lernmodus. Und somit hatte jeder für sich genug zu tun. Geschadet hat es unter dem Strich wohl nicht. Gemütlich tuckerten wir durch das Wattemeer und mit Radar suchten wir uns den Weg durch den Nacht gewordenen Tag. Eine bessere Schulung hätte uns nicht zuteilwerden können. Peter fragte uns dann, ob wir umkehren oder unser Ziel anpeilen wollten. Wir entschlossen uns einstimmig für Letzters. Wir wussten nicht, was uns auf dem Rückweg erwartete, wir wussten nur, dass wir hier ganz genau arbeiten müssten, dass wir auch näher am Ziel waren als je. Also los.

Und siehe da, der Nebel lichtete sich nach und nach und wir konnten die enge und sehr untiefe Einfahrt in die Northney Marina guten Mutes in Angriff nehmen. Ich sage hier und jetzt nun gar nichts dazu, wie viele Meter und Zentimeter wir noch unter dem Kiel hatten. Jedenfalls reichte es.

Die Marina antwortete uns auch heute nicht. Komisch. Waren die alle noch im Wintermodus und so noch gar nicht abrufbar? Jedenfalls fanden wir bald einen Liegeplatz. Ein Ankertrunk stärkte uns und wir merkten, dass uns dieses sehr spezielle Erlebnis als Crew noch ein wenig mehr zusammen geschweisst hatte. Schliesslich hatten wir gemeinsam etwas geschafft und wir waren wohl zu Recht auch stolz darauf.

Später marschierten wir los, um auf der anderen Seite der Brücke ein gutes Abendessen zu geniessen, welches wir im The Ship Inn fanden. Einmal mehr ein Genuss. Und da das Ambiente eben auch noch schiffig war, so ganz und gar nach meinem Geschmack. Dass wir danach im Dunkeln den Heimweg antreten mussten, wurde mir erst auf dem Weg bewusst. Und ohne Taschenlampe auf einem schmalen Feldweg war auch nicht ohne. Aber zum Glück war nach einer gefühlten Ewigkeit doch noch Peter mit Taschenlampe zur Stelle. Und so kamen wir zum Schlummertrunk alle heil und wohlbehalten auf unserer schönen Rolling Swiss an.

Dienstag, 14. April 2014

Da wir vorgestern in dem kleinen Laden zu wenig Wasser hatten erstehen können und auch sonst so ziemlich alles ausverkauft gewesen war, wäre es auch heute gut, man könnte nochmals ein wenig Vorrat bunkern. Das verschoben wir aber auf später. Eigentlich hatten wir uns für heute vorgenommen zu Buckler‘s Hard zu fahren. Nun schlugen wir aber zuerst einmal den Weg nach Cowes ein, eben um dort einzukaufen. Was wir dann auch gemeinsam taten. Hier fanden wir alles, was unser Herz so begehrte und wir beschlossen, in Cowes zu bleiben. Unterwegs nach Cowes hatte sich Peter noch etwas Spezielles ausgedacht. Und so bekam Hanspeter den Auftrag einen Punkt im Meer ohne Plotter anzufahren. Ein sogenanntes Crossfinding. Problemlos fand er mit Peilung und Beachtung der Tiefenlinie, einen Punkt südlich der Tonne North Sturbridge. Schon cool, was alles möglich ist.

Nach dem Einkauf gab es ein feines Guiness draussen im Fountain Inn, gefolgt von einem grandiosen Abendessen im Red Duster. Kulinarisch wurden wir bisher aufs Beste umsorgt. Die britische Küche hat meine Anerkennung!

Und dann ging es auch schon wieder weiter. Kurz vor halbzehn machten wir uns auf den Weg zu einer weiteren Nachtfahrt, die zweieinhalb Stunden dauern würde. Spannend, hoch interessant und sehr lehrreich. Und wie immer nachts, befanden wir uns im Nu im Rotlichtmilieu. Nein, nicht so wie ihr grade denkt. Nein, aber nachts sollte man bekanntlich kein weisses Licht an Bord gebrauchen, da man aber zum Navigieren eine Karte lesen können muss, dient hier eben das Rotlicht. Gewöhnungsbedürftig, aber eine gute und sichere Sache.

Den Schlummertrunk in Form eines weiteren Whiskys genoss ich heute ganz besonders, denn einmal mehr war es kalt, anstrengend und eine solche Stärkung in britischem Gewässer tat seine beruhigende, entspannende Wirkung für einen tiefen, tiefen Schlaf.

Mittwoch, 15. April 2015

Nach dem Frühstück hiess es erneut planen. Dies brauchte so seine Zeit. Denn obwohl alle, ausser mir, zumindest einen Hochseeschein gemacht hatten, war das Studium der Seekarte eben doch kein Alltagsgeschäft und auch die ganze Passageplanung erforderte die ganze Aufmerksamkeit der Crew. An dieser Stelle wird es Zeit, danke zu sagen. Danke dem Skipper, der mehr oder weniger geduldig die Crew auch mal „schwimmen“ liess. Es macht ja keinen Sinn, wenn der, der es kann, es dann selbst macht. Nur so konnten wir alle lernen. Dass wir mitunter an unsere Grenzen gelangten, war nur richtig so. Denn in einem Tidengewässer mit hohem Verkehrsaufkommen sollte man wirklich nicht allzu unbeschwert umherfahren. Respekt vor der Materie, genaues Kartenstudium – man lese auch wirklich jede Notiz!!!  -, genaues Navigieren, das sind die Mittel der Wahl. Und so kann man am Ende auch stolz das Schiff ohne Kratzer und Beule weiter geben. Danke also auch der Crew, jeder half hier jedem. Immer wieder. Das war schon ganz besonders schön! Und so kam es, dass wir den Cowes Yacht Haven eben erst um 14 h verliessen. Nicht nur. Wir hatten nämlich auch das Bedürfnis nach etwas Freizeit und etwas Shoppen im gemütlichen Ort…

Die Rolling Swiss nahm Kurs auf Lymington. Unterwegs passierten wir die East Lepe, (R Fl (2) 5S BELL, eine Tonne, die uns mit ihrer Glocke empfing.  Nein! Das erlebt man mit einem Kreuzfahrtschiff sicher nicht. Und ich war froh, auf diesem Schiff sein zu dürfen! Rund zwei Stunden später übrigens war unser Schiff schon wieder gut vertäut in der Marina von Lymington. Später würden wir wieder auslaufen. Diesmal Richtung Needles. Da die Sonne den ganzen Tag über schien, war heute der ideale Tag, um einen spektakulären Sonnenuntergang beobachten zu können. Und so planten wir eben weiter.

Kurz vor sieben war es dann so weit und die Leinen waren gelöst. Auf zu den Needles. Damit wir diese auch noch tatsächlich mit etwas Sonnenlicht bewundern konnten, erhöhten wir den Speed von normalerweise durchschnittlich  8 Knoten auf sagenhafte 16 Knoten. Ein tolles Gefühl. Die Abendstimmung war genial und so was von schön, dass man hätte hinschmelzen können. Als wir bei den Needles waren, verzog ich mich aufs Vorschiff und genoss diese wunderschöne, friedvolle Welt in vollen Zügen. Wir umfuhren die Needles und fuhren dann zurück in die Alumbay Bucht, wo Hanspeter und ich uns nach dem Ankern ans Kochen eines frischen Gurken-Tomatensalats mit Mozzarella und leckeren Spaghetti Bolognese machten. Auf einem schaukelnden Schiff zu kochen ist eins. Wenn dann aber noch das Messer nicht schneidet und man als Gewürz viermal Curry vorfindet, dann heisst es lächeln und Plan B. Das Essen war sehr fein. Und das allein zählt. (Und ich werde in Zukunft  mein eigenes Messer mitnehmen. Und meine eigenen Gewürze. Und überhaupt… ;))

In der Nacht fuhren wir dann zurück nach Lymington. Ich staunte jedesmal darüber, wie die weissen Lichter gleich vor mir schienen und ich eigentlich sicher war, wir würden voll hinein fahren. Aber nein, diese Lichter waren jeweils unglaublich weit entfernt und selbstverständlich fuhren wir nicht ansatzweise in sie hinein. Wobei die grünen und roten Lichter weitaus gefährlich waren. Diese passierten wir teilweise doch recht nah, denn man fährt einfach wirklich drauf los, obwohl man nicht sollte…

Ein Schlummer- und Ankertrunk war natürlich auch heute Pflicht. Obwohl es weit nach Mitternacht war, als dieser stattfand.

Donnerstag, 16. April 2015

Heute hatten wir einiges vor. Wir wollten nämlich nach Portsmouth. Nicht aber ohne dem Beaulieu River einen ausführlichen Besuch abgestattet zu haben. Und so machten wir uns einmal mehr auf den Weg. Kurz nach 12 h hiess es Leinen los und wir setzten Kurs auf Buckler’s Hard. Eine gar nicht so einfache Einfahrt, denn es galt das Beachten der Peilungen. Wo war sie denn nun, die 2. Rote Backbordbake, die in Peilung auf das Lephouse stehen sollte? Wow! Wie bewunderte ich gerade die nautische Crew, die diese schwierige Aufgabe einmal mehr mit Bravour meisterte. Nach dieser Durchfahrt und dem wahrlich meisterlichen Genuss dieser wunderbaren Landschaft fuhren wir zurück nach Portsmouth und zwar zur Gunwharf Marina. Nachdem wir nun dauernd keine Antwort per Funk bekamen, die Leute aber allesamt vor Ort waren, wurden wir stutzig. Unser Skipper Peter nahm nun den Handfunk, denn nun waren wir auf einen funktionierenden Funkverkehr definitiv angewiesen.

Auf Kanal 11 hörte man per Handfunkgerät unseren Skipper nun einmal mehr rufen: „QHM, QHM, QHM – Rolling Swiss, Rolling Swiss, Rolling Swiss, Over./ Rolling Swiss, QHM / QHM, Rolling Swiss, asking for permission to cross the harbour from Gosport to Gunwharf Quais Marina.“ Schnell kam auch die Antwort und die permission was aproved. Gestern schon hatte Peter einen Liegeplatz reserviert. Und nun hiess es auch die Marina anzurufen. Und da kam ein herzliches: „Welcome back Rolling Swiss!“ Dass wir dann auch noch den besten aller Plätze, direkt unter dem Spinnakertower bekamen, war wohl der krönendste Abschluss überhaupt. Und dass die Crew dann vom Hafenmeister 10 von möglichen 10 Punkten für beste Seemannschaft ausgestellt bekam – wir hatten halt wirklich so angelegt, dass auch noch andere Platz hatten – waren wir alle schon ein wenig stolz. Auf uns, auf unseren Skipper und unsere schöne Rolling Swiss II.

Nach einem ausgiebigen Ankertrunk vor Ort machten wir uns zu Fuss auf den Weg in den alten Stadtteil. Wir besichtigten die Mauer, den Hafen und gingen dann – mit Blick auf die Hafeneinfahrt – ins Still and West essen. Abschiedsessen. Und dann sah ich es: Ein Lotsenboot – in der Nacht. Wie schön! Ich und „meine“ Lotsenboote…

 

Freitag, 17. April 2014

Der letzte Tag war angebrochen und heute war nur noch Hafenüberquerung nach Gosport, tanken, Inventar machen, putzen und packen angesagt. Aber es kam anders.

Die Hafenüberquerung klappte genauso gut umgekehrt wie gestern auch. Dann aber, als wir Diesel bunkern wollten, sahen wir es. Da war nichts zu machen. Man konnte nicht. Also legten wir trotzdem mal kurz an, denn nun hiess es, sich um Plan B kümmern. Wir erfuhren, dass der ganze Steg in der vergangenen Nacht abgesunken sei. Das Rauchen sei also eher nicht zu empfehlen… Und die nächste Tankstelle sei entweder auf der Isle of Wight oder aber in Port Solent.

Letzerer wäre heute einfach zu erreichen, denn wir hätten Hochwasser und somit gäbe es hier wohl keine Probleme. Gesagt, getan. Wir kamen damit in einen weiteren Reisegenuss. Und wir durften sogar schleusen, denn die Einfahrt ist durch eine Schleuse, die man passieren muss. Man riet uns, auch gleich zurück zu kommen – man beachte die Tiden. Was wir gern taten, denn nun wurde es so langsam Zeit, klar Schiff zu machen.

Unsere letzte Station war die Haslar Marina. Dort fand das letzte Anlegemanöver statt. Und damit ging eine wunderbare, strenge und schöne Woche dem Ende entgegen. Putzen war angesagt. Nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Gar nicht. Musste aber sein. Und es ging vorbei. Sauber lag sie nun da. Bereit zur Übergabe an die Folgecrew.

Und was ich nun fast noch zu erzählen vergessen hätte: Unser Funkgerät war tatsächlich ausgestiegen, dies fand unser Skipper bei diversen Nachfragen heraus. Es fand sozusagen eine Einwegkommunikation statt und wie man weiss, ist diese meistens ziemlich unnütz. Und so kam am Nachmittag noch ein Techniker, der sich diesem Problem widmete. Bald, so schien es uns zumindest, war wieder alles in Ordnung und einem problemlosen Funken sollte nichts mehr im Wege stehen.

Auf dem Lightship Marymouse II gingen wir essen. Letzter Abend. Wehmut überkam mich. Wir hatten eine gute Woche mit einer guten Crew. Ich hatte mich grösstenteils sehr wohl gefühlt, fühlte mich angenommen, mit eingebunden und unterstützt. Jungs, es war schön mit euch!

Morgen also wäre nun Ausschiffung. Mein Hasswort. Leider, leider kommt es immer wieder. Aber ich freue mich schon jetzt, wenn es wieder heisst: Einschiffen!

Crewmitglied (oder PAX) Ursula 😉

Hinweis des Administrators: Ursula hat den Rekord eines Reiseberichts hier im Blog geborochen…. Gratulation! – Anber als Hinweis für alle weiteren Autoren: Ursula läuft ausser Konkurrenz – Wir sind dankbar um jeden Beitrag, auch wenn Eurer kürzer ausfallen wird 😉


04. -11.04.2015: Around the Isle of Wight

Einige Impressionen…

Skipper Beat; Crew: Roger, case Thomas, Heinrich, Christa, Wener


28.03-04.04.2015 Kader- und Manövertörn im Solent

Am Sonntag melden die Wetterberichte „severe gale 9 to storm 10“: W ir bleiben im Fjord von Portsmouth und üben den ganzen Tag.

Am Dienstag profitieren wir von schönem Wetter und abnehmendem Westwind, um nach Southampton zu fahren. In der dortigen ‚Ocean Village Marina‘ üben wir wieder ausführlich. Dies führen wir am Dienstag weiter, verholen aber während des Tages dazwischen nach der ‚Hamble River Marina‘.

Der Mittwoch führt uns in den ‚Beaulieu River‘, nach ‚Bucklers Hard‘, wo wir bis zur Genickstarre rückwärts fahren.

Der Donnerstag besteht aus zwei Teilen: Zuerst die Überfahrt nach Cowes, wieder mit vielen Manöverübungen. Dann mit dem Eindunkeln unternehmen wir eine Nachtfahrt mit vielen Leuchtfeuern, Tonnen, Schiffen usw. bis zurück in die Haslar-Marina in Portsmouth.

Am Freitag heisst es dann noch tanken, putzen, inventarisieren usw.;  und dann feiern wir gemeinsam den Abschluss dieses abwechslungsreichen Manövertörns.

Skipper: Christoph Rosenthaler; Mannschaft: Serge, Cyrill, Alain, Paul