04.10.- 11.10.2014 Portsmouth – Portsmouth

Skipper: Marc
Crew: Frédéric, Max, Rico

Manövertörn im Solent

Das Rattern der Rollbags auf den Planken des Schwimmstegs in den Ohren. „Haslar Marina“ in Portsmouth – heisst der Ort, an dem wir an diesem Morgen die Rolling Swiss ll finden werden – Ein spannungsgeladener Augenblick.
Der Duft von Seetang hängt in der Luft – es ist ablaufendes Wasser. Die Steine und Spundwände im Hafenbecken sind vom Meerwasser getränkt. Der Himmel ist blau mit einigen Wölkchen. Mein Herzschlag leicht erhöht.

Da liegt sie – ruhig und schweiget. Die Rolling Swiss am Steg „H“ wie Hotel.
Crew geht – Crew kommt. Ein scheinbar eingespieltes Prozedere. Das Schiff ist schnell in unserer Hand. Die Kojen verteilt, Fixleintücher gestreckt und die ganze Crew an Deck.
Einkaufen. Bunkern. Sicherheitseinweisung usw – nein da war doch noch etwas! Was ist, wenn die Schwimmweste „aufpoppt“? – Das haben wir uns selbst gezeigt: man nehme ein Crewmitglied, eine Weste mit geladener Luftkartusche und etwas Raum rund um die Versuchsperson. Und natürlich Kameras bereithalten. One, two, three. Ein Popp, ein Zischen und in sekundenschnelle steht ein praller Kragen um unseres Kollegen Hals. Eindrücklich wie das klappt! Dazu gab’s dann noch etwas Theorie 😉

„Greenhorns und Spezialisten“
Jedes der Crewmitglieder war extrem „parat“ für diesen Törn – am meisten sicherlich unser Skipper. Denn jeder von uns hat natürlich auch seine „Greenhorn-Seiten“ mitgebracht; seine Mankos – ja deshalb sind wir ja da, um diese zu „stopfen“.
Der eine war wenig bis nie in Tidengewässern gefahren, der andere kam mehr oder weniger aus der Motorbootschule vom 500kg „Bootchen“ auf die 20 Tonnen Rolling Swiss. Ein weiterer war mit den hier vorhandenen Berechnungs- und Zeichenmethoden wenig vertraut – man stelle sich den Skipper dieses „Manövertörns“ vor. Pädagogisches Stretching bis zum Spagat ist wohl angesagt!
Und er hat dies mit Bravour bis zum Schluss gemeistert. …. Hilfreich war der allgegenwärtige Humor und die Freude – wir hatten’s oft so lustig!

Manövertörn war angesagt. Nach ersten Landungs- und Ablegemanövern, ging es darum einen Punkt, eine Boje auf dem offenen Wasser anzusteuern. Bojen gibt es im Solent viele. „Mary Rose“ gibt es nur einmal. Eine gelbe, kugelrunde soll es sein. Zum Glück haben wir uns nicht ganz die Zähne ausgebissen – der Menüplan hätte sich danach etwas einseitig gezeigt – aber diese „Mary Rose“ wollte uns nicht erscheinen! Ein Felsen-Fort vor Portsmouth ist uns quasi dazwischen gekommen. Dieses haben wir – die Rolling Swiss dankt – nicht umgefahren sondern umfahren. Jedoch gleichzeitig den Kurs und die Aussicht auf die sehnlichst erwartete „Mary Rose“ verloren.
In der Folge wurden wir immer besser im Finden von Bojen, unsichtbaren Punkten, Fendern. Im An- und Ablegen vor-, rück- und seitwärts – Mit einer, mit zwei Schrauben und ebenfalls mit der dritten Schraube des Bugstrahlruders. Man kann das Sprichwort vom Apfel in unserem Fall gut anpassen: „a maneuver a day, keeps the boat-doctor away“!

Dazu hat sich der herbstliche Solent von seiner bekannten Seite gezeigt. Sonnenschein wechselte mit Wolkenhang und gespenstischem Nebel. Auch hin und wieder etwas Regen war auf dem „Menüplan der Meteo“. Wind und Kälte hielten sich in Grenzen. Alles in allem hat uns auch hier die Rolling Swiss mit etwas Komfort wie Warmluft und Warmwasser nachgeholfen.

A propos Menüplan. Dieser liest sich wie eine halbe Weltreise. Neben gutem Frühstück und mannigfaltigen „Quicksuppen“ am Mittag, wurden diverse kulinarische Landungen gemacht:
Von Chinesisch nach scharf Indisch, über ein Fondue an Bord zu Fish and Chips und fantastisch, englischen Pubs – ein must für jeden Besuch im Solent. Tipp: „Soup of the Day“ vom Pub „the Bugle Coaching Inn“ im Dorfkern von Yarmouth; am Chemine-Feuer in einer der verschiedenen gemütlichen Ecken. Real British!

„A breath of offshore“ atmeten wir an der West-Spitze der „Isle of Wight“ ein. Zum Auf- und Abschaukeln der Rolling Swiss im Ärmelkanal zeigten sich uns die kreide weissen „Needles“ in der Brandung. Zwei kleine Fischerboote, welche vielleicht den „Haddocks“ (Schellfisch) lauerten, die wir abends auf unseren Tellern fanden – wer weiss?
Neben diesen Bildern bleibt bei jedem von uns ein verborgener Schatz an Bildern hängen. Bei mir sind es die zahlreichen Tiden umspülten Flussdeltas des Solent: wie River Hamble, River Itchen, River Newtown, Beaulieu River… Aber auch die zahlreichen Berufs- und Arbeitsschiffe bei Tag- und bei Nachtfahrt.
Da wäre noch eine Seltenheit zu erwähnen: „Drei Schwestern im Blitzlichtfeuer“. Nicht etwa die Schwestern von „Mary Rose“, nein, zwei Schwestern unserer Rolling Swiss ll gaben uns die Ehre.
Ein kurzes „Stell-Dich-Ein“ von drei identischen Exemplaren der Trader 42 mitten auf See. Drillinge quasi. Und auf jeder steuert ein Skipper mit Freude durch die Heckwellen der Schwester-Boote. Sprudel hinter den Booten und Spitzbuben-Freude auf den Gesichtern der Steuermänner. Der Fotosession folgte ein Interview mit einem britischen Journalisten – ein weiterer Medienbericht, bei dem die Rolling Swiss in gutem Licht steht.

River Hamble – Universal Marina. Sauber geputzt und gut vertäut liegt sie da. Still und schweiget. Im Kielwasser der Woche ein Track auf der Seekarte, der einem Schnittmuster-Plan ähnelt. Hin und her, zick und zack, wie ein Stern in den Wassern des Solent.
Merci Rolling. Merci CCS. Merci Kollegen.

Rico


20.09. – 27.09.2014 Portsmouth – Portsmouth

Skipper: Rolf und Christoph
Crew : Ruedi, Martina, Tiffany und Roman

Unterwegs mit dem „Männerspielzeug“, welches auch unseren Mädels ein Lächeln ins Gesicht zauberte

Unsere Crew

Ausgeschrieben war es als Reiseturn mit Start- und Zielhafen Portsmouth. Eine Woche Dauer, ca. 100 Seemeilen und die Strecke nach Absprache wählbar. Hört sich schon mal sehr gut an. Die Wettervorhersage kündigten gutes Wetter an und wir freuten und auf eine gesellige Woche.

Zum Organisatorischen: Unser Skipper Rolf wünschte im Voraus von jedem ein Menu, welches auf dem Boot zubereitet wird. Bei 6 Personen macht dies nach Adam Riese 6 Mahlzeiten.

Anreise war am Freitag per Zug mit Endbahnhof Portsmouth. Danach eine kurze Überfahrt mit der Fähre nach Gosport und Übernachtung im „Guesthouse Acon“

Samstagmorgen zur Stärkung ein englisches Breakfast und um 9 Treffen am Steg mit Bootsübernahme.
Erstmal war Einkaufen angesagt. Martina und Ruedi hatten gute Vorarbeit geleistet und wir kurvten mit einer Liste bewaffnet durch den Supermarkt.
Das Auffinden der Lebensmittel war ein richtiges Abenteuer. Sehen doch viele Verpackungen nicht so aus wie bei uns.

Ist das Apfelmus oder was?

Warum gibt es nur keinen Migros in Gosport? Für 6 Personen die richtige Menge abzuwägen gestaltete sich auch schwieriger als erwartet.

Einkaufen in Gosport

Nachdem wir den Einkauf für gefühlte 3 Monate auf dem Boot gut verstaut hatten, gab es eine ausführliche Einführung und danach hiess es „Leinen los!“
Jeder von uns durfte mal an Steuer um ein Gefühl zu bekommen, wie sich das Schiff verhält. Für die kommenden Tage war dies sehr hilfreich.

Sonntagmorgen Briefing um Punkt 10 Uhr, geführt vom Skipper II Christoph. Die vorbereitete Route wurde erklärt, mögliche Gefahren besprochen und Massnahmen erwähnt.

Briefing mit Routenbesprechung

Aufmerksames Zuhören war von Vorteil, da jedes Crewmitglied auch einmal Tagesnavigator sein durfte.

Motoren an und geführt von Navigator Christoph das Tagesziel Bucklers Hard angesteuert.
Der Verkehr im Hafenbereich von Portsmouth fordert stetige Aufmerksamkeit. Fahren doch vom Kanufahrer bis zur grossen Fähre alle Schiffe im sehr schmalem Fahrwasser.

Kanufahrer in Gosport

Rush Hour im Kanal

Vorbei an Cowes und Gurnard bogen wir in den wunderschönen Beaulieu River ein, um die malerische Landschaft zu geniessen.

Ein Panorama zum Geniessen

Wir legten in Bucklers Hard an und gingen gemeinsam an Land um am regen Dorftreiber teilzunehmen.

Häuserreihe Bucklers Hard

Wollten wir doch ein richtig englisches Pub besuchen und gemütlich zusammen anstossen. Vorwarnungen zufolge sei das englische Bier ungeniessbar und ein Auge auf Importbier zu empfehlen. Diese Erfahrung konnten wir gar nicht teilen, denn das Bier war sehr gut.

Montagmorgen und Petrus meinte es noch immer gut mit uns. Auch das Klischee in England regne es immer konnten wir über Bord werfen.

Sonnenaufgang in Bucklers Hard

Wieder den Fluss runter an vielen Schiffen vorbei und einige „wow“ und „schau mal“ später bogen wir ab, um den Leuten in Hafen des River Humble „hoi“ zu sagen.
Rolf wusste ein schönes Fleckchen um an die Boje zu gehen und wir fuhren in den Newton River ein. Die Einfahrt ist besonders schmal und die Ansteuerung sollte möglichst genau und mittig erfolgen.

Ansteuerung Newton River

Das Wetter war noch immer sehr schön und bei einer Wassertemperatur von 20 Grad, wollten einige von uns die Gelegenheit nutzen.

Baden im Newton River

Beim Schwimmen war die Strömung sehr gut zu spüren und da David Hasselhof gerade anderswo in den Ferien ist, sorgten wir mittels Fender und Hilfsleinen vor.

Wir lagen nun total abgeschieden an einer Boje ohne Landstrom, draussen ein malerisches Panorama und einen riesen Hunger. Nur gut hat die Rolling Swiss einen Generator an Bord. „Rolf, schmeiss an das Ding, wir wollen kochen!“

Dienstag wollten Tiffany und Roman einige Meilen für Ihren Hochseeschein holen und überredeten Rolf ein wenig auszuholen und nordöstlich bis auf Höhe Cowes zu fahren. Dort drehten wir um und fuhren an Yarmouth vorbei zu den Needles. Die Needles sind eine Gruppe von drei Felseninseln aus Kreide wenige Meter vor der Westspitze Needles Point der Isle of Wight vor der Südküste Englands.

Needles

Auf dem Rückweg hiess es auf einmal: „Ist auch alles wirklich seefest?! Nun alle auf Deck! Jetzt wird Sprit verbraten.“ Hebel nach vorne und ab geht’s. Die Motoren heulen auf und breites Grinsen macht sich breit. Daran könnten wir uns gewöhnen, doch leider ist keiner von uns ein Ölscheich.

Volle Fahrt voraus

Danach ging es in den Lymington River, wo es mit dem Fährenverkehr sehr eng zu und her geht.

Wir legten in der Berton Lymington Marina an und machten grosse Augen. Was uns dort für sanitäre Anlagen erwarteten, ist auf 5***** Niveau.

Aber es kam noch viel besser. Ruedi kramte ein Fondue Caquelon hervor und Christoph zauberte ein Schweizer Fondue hervor. Die Stimmung war sehr gut und die Nacht dementsprechend sehr kurz.

Schweizerabend mit Fondue

Und schon war es Mittwoch … huch wie schnell die Woche vergeht. Leider viel zu schnell. Zwischenetappenziel war Yarmouth, wo wir einen Stadtbummel mit anschliessendem Restaurantbesuch unternahmen.
Was steht da nur auf der Speisekarte? Der Teller vom Nachbarstisch sieht lecker aus. Kurzerhand 6 mal das Gleiche bestellt und voll ins Schwarze getroffen. Fish&Chips waren sehr lecker und eine riesen Portion. Nur gut bestellten wir „small“.

Die Strömung im Hafen war sehr stark und wir wollten gut schlafen. Kurzerhand fuhren wir wieder in den Newton River herein. Hier lässt es sich aushalten dachten wir und der Generator hatte schon wieder das Nachsehen. Während wir es uns wie auf einer Kreuzfahrt gut gehen liessen (Diät wird nächste Woche gemacht), ging die Sonne unter und ein sternenklarer Himmel leuchtete über unserem Deck.

Abendstimmung im Newton River

Mit strahlendem Sonnenschein läutete der Donnerstag ein und wir nahmen Fahrt auf mit Ziel Cowes. Anscheinend waren wir nicht die Einzigen, die an diesem Tag dorthin wollten. Reges Treiben im Hafen, dazu noch eine Kettenfähre die uns quer passieren kann. Vorsicht war geboten und jeder sperrte die Augen auf.

Kettenfähre in Cowes

Vom kleinen Ruderboot bis zur Autofähre, ist dort alles unterwegs. Auch war die Strömung auflandig und für einfachere Anlegemanöver fuhren viele den Hafen hoch, um oben zu wenden und gegen den Strom anzulegen.

Wenden in Cowes

Kaum hatten wir angelegt, fuhr eine grosse Segelyacht mit nur 2 Personen Besatzung daher. Ein Ehepaar aus Australien mit einem 65 Fuss Schiff, welche schon 3 Jahre die Welt bereisen. Unser Skipper zeigte sich als besserer Diplomat als die Leute aus Bern und so durften wir das Schiff besichtigen. Lee und Andrew nahmen sich sehr viel Zeit um uns Ihr „Haus“ zu zeigen und erzählten auch, was sie auf ihren Reisen so erlebt haben.

Bootsbesichtigung X-Yachts

Freitag und leider auch schon der letzte Tag auf dem Boot. An vielen Wasserfestungen vorbei fuhren wir wieder in den Hafen von Portsmouth ein. Das Schiff wurde von oben bis unten geputzt und die Inventarliste abgearbeitet. Danach übergab Rolf das Boot dem nachfolgenden Skipper und wir gingen auswärts Abendessen. Martina hat doch die Küche auf Hochglanz poliert und wir wollten das Schiff pinkfein abgeben.

Samstag hiess es früh aufstehen, auspuffen und auf den 9 Uhr Zug mit Ziel Flughafen London Gatwick.
Gemeinsam flogen wir alle nach Basel, wo wir uns voneinander verabschieden mussten. Schade ist es schon wieder vorbei.
Die Reise wird uns jedoch noch lange in Erinnerung bleiben.

Besten Dank für die tolle Zeit mit euch allen, ich hoffe wir sehen uns bald wieder.

1.10.14 Roman


13.09. – 20.09.2014 Le Havre – Portsmouth

Skipper: Werner und Guido
Crew: Stefan, treat Marcel, ailment Bruno und Francisco

Meilentörn im Ärmelkanal

Auf unserem Törntreffen hatten wir beschlossen, thumb die Anreise nach Le Havre mit der Bahn zu bewältigen. Am Abfahrtstag trafen wir uns alle am Hauptbahnhof in Zürich und bestiegen den TGV Richtung Paris. In Paris wechselten wir mit der Metro zu einem anderen Stadtbahnhof, von welchem unser Anschlusszug nach Le Havre abfuhr. Der Bahnhofwechsel erfolgte ohne Probleme. Alle waren bester Stimmung und freuten sich auf die Ankunft in Le Havre. Leider musste unser Zug aber einen unplanmässigen Stop kurz vor Le Havre einlegen, ein technischer Defekt an einer Zugtür verhinderte die Weiterfahrt. Alle Zugpassagiere mussten aussteigen und auf dem Bahnsteig auf den nächsten planmässigen Zug nach Le Havre warten. Dieser fuhr rund 60 Minuten später am Bahnhof ein und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Nach der Ankunft in Le Havre bezogen wir nach einem kurzen Fussmarsch unsere Hotelzimmer. Unseren ersten gemeinsamen Tag liessen wir mit einem kleinen Apéro und einem Nachtessen ausklingen.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf zum Hafen und trafen dort zur verabredeten Zeit an der Rolling Swiss II ein. Der Tidenhub in diesem Gebiet ist beeindruckend, der Steg lag mehrere Meter unter dem Niveau des Hafenkais. Unser Skipper übernahm das Schiff und ein Teil der Crew organisierte die Bordeinkäufe. Schon beim Einkaufen kam uns die Menge der zu besorgenden Lebensmittel und Getränke sehr reichlich vor, wir hielten uns aber an die Empfehlungen unseres Skippers und machten nur bei einigen Positionen Abstriche. Nachdem wir den mehr als einen halben Meter langen Einkaufsbeleg in Empfang genommen hatten, den Proviant in vier Einkaufswagen verstaut hatten, machten wir uns auf den beschwerlichen Rückweg zum Hafen. An einigen Stellen konnten die Einkaufswagen nur durch gemeinsame Anstrengungen auf den Bordstein gewuchtet werden. Am Ende des Törns sollte sich zeigen, dass wir noch einige Zeit mit unseren Vorräten ausgekommen wären. Der Rest des Tages war geprägt von der Sicherheitsunterweisung, der Vorbereitung des ersten Schlags nach Cherbourg und einem gemeinsamen Nachtessen.

Am Sonntag legten wir um 07:00 Uhr ab, die Fahrt nach Cherbourg war geprägt von leichtem Wellengang und mässigem Wind. Ein Teil der Crew musste sich erst noch an die Bewegungen einer Motoryacht bei Wellengang gewöhnen, was aber allen hervorragend gelang. In Cherbourg angekommen wurde uns ein seitlicher Liegeplatz zwischen zwei Motoryachten zugewiesen, in diesen liessen wir uns mit Wind von Steuerbord hineintreiben und lagen nach wenigen Minuten fest und sicher mit der Backbordseite am Steg. Ein nicht alltägliches Anlagemanöver, es hat uns gezeigt wie der Wind auch mit einer Motoryacht genutzt werden kann. Am Abend blieb unsere Suche nach einem freien Restaurantplatz erfolglos. Ganz Cherbourg schien sich gegen uns verschworen zu haben. Wir entschieden uns für Pizza zum Mintnehmen. Ein Nachtessen an Bord mit Pizza und einem guten Glas Rotwein, wir waren alle zufrieden und freuten uns auf den nächsten Tag.

Nachdem wir am nächsten Morgen im Hafenbecken von Cherbourg einige Manöver geübt hatten, den Kindern und Jugendlichen mit ihren Optimisten Platz machten für die Rückkehr an den Steg, machten wir uns auf nach Alderney, unserem nächsten Ziel auf der Reise nach Portsmouth. Unterwegs hiess es plötzlich Wal in Sicht, ob es wirklich einer war? Wir haben es zumindest im Logbuch erwähnt. Am späten Nachmittag kamen wir in Alderney an und machten dort an einer Boje fest. Unser Smutje bereitete uns ein sehr leckeres Abendessen, wir alle waren begeistert. Wir hatten noch einige Male Gelegenheit seine Kochkünste zu bewundern.

Am Dienstag legten wir sehr früh am Morgen ab. Die Vorbereitung des Schlags Richtung englischer Küste zeigte, dass unter Berücksichtigung der Gezeiten und Gezeitenströme wir gegen 05:30 Uhr ablegen sollten. Mit gehörigem Ausguck und Radarunterstützung machten wir uns auf den Weg. Die Fahrt verlief ruhig, unterwegs hatten wir Gelegenheit Mann-über-Bord Manöver zu üben. Am Nachmittag erreichten wir schliesslich die Needles, drei längliche Kreidefelsen, welche den westlichsten Abschluss der Südküste der Isle of Wight bilden. Durch den Solent ging es weiter Richtung Cowes, der Segelhauptstadt der Insel und Sitz des Clubs Royal Yacht Squadron (RYS). Dieser Club gilt als der altehrwürdigste Yachtclub Grossbritanniens, gegründet 1815 in einer Kneipe in London. Cowes war unser Ausgangs- und Zielhafen für die nächsten 2 Tage. Einige Crewmitglieder nahmen die Gelegenheit war und erkundeten die Einkaufsmeile. Sie waren begeistert von dem Angebot, die prall gefüllten Einkaufstaschen mit Markenlogos verschiedener Hersteller von Wassersportbekleidung waren Beweis genug.

Der Mittwoch war geprägt durch eine Rundfahrt um die Isle of Wight, wir waren schliesslich auf einem Meilentörn. Im Solent hiess es gehörig Ausguck halten, Grossschifffahrt und Schnellfähren erforderten vom Navigator und Steuermann höchste Aufmerksamkeit.

Am darauffolgenden Tag waren unsere Ziele Lymington, der Hamble River und der Hafen von Southampton. Dort war gerade eine Bootsaustellung. Das Erscheinen der Rolling Swiss II wurde von der Trader-Werft bemerkt und sogleich über die Internetnetzwerke der Öffentlichkeit mitgeteilt. Nachdem wir wieder sicher im Hafen von Cowes festgemacht hatten, ging es am Abend mit dem Wassertaxi zu einem gemütlichen Pub. Eine sehr gute Empfehlung unseres Skippers.

Am Freitag morgen legten wir ab Richtung Portsmouth, unserem Zielhafen und grössten Stützpunkt der englischen Marine. Diesen erreichten wir nach einer kurzen Fahrt. Nach der Schiffsreinigung hatten wir Gelegenheit Portsmouth zu besichtigen. Ein Teil der Crew tätigte Einkäufe in der Shopping Mall, der andere Teil besuchte das königliche Marine Museum. Dort kann die HMS Warrior besichtigt werden, das erste hochseetaugliche Kriegsschiff mit eisernem Rumpf. In einem Trockendock liegt die HMS Victory, das Flaggschiff von Vizeadmiral Nelson in der Seeschlacht von Trafalgar. Es ist auch heute noch das offizielle Flaggschiff der englischen Marine und damit das älteste sich in Dienst befindliche Kriegsschiff. Unser letztes gemeinsames Nachtessen genossen wir in einem gemütlichen Restaurant.

Am Samstag fuhren wir nach der Bootsübergabe mit einem Sammeltaxi nach London, von dort aus reisten wir individuell zurück Richtung Schweiz.

Der Törn hat uns allen viel Spass gemacht. Nicht vergessen werden wir die zahlreichen, mitgebrachten elektronischen Gadgets an Bord. Es war anspruchsvoll und lehrreich für uns, in Gewässern mit ausgeprägten Gezeiten und Gezeitenströmen zu navigieren. Unser Skipper hat mit seiner Erfahrung und seiner ruhigen Art sehr zum Gelingen des Törns beigetragen. Und Meilen haben wir auch genug gemacht!

Guido


06.09. – 13.09.2014 Paris – Le Havre

Skipper: Johannes und Micheline
Crew: Peter, cialis Marie-Louise, Marc

Gemütliche Flussfahrt auf der Seine

Am Samstag ist die Crew vollzählig in Paris eingetroffen. Das Wetter ist toll und Paris zeigt sich von seiner schönsten Seite. Nachdem wir das Schiff startklar gemacht, die Sicherheitsanweisungen besprochen und Lebensmittel gebunkert hatten, ging es los auf Stadtbesichtigung. Unser Ziel war die Kirche Sacre Coeur. Von dort hat man einen wunderbaren Ausblick über die Stadt. Auch am Abend hat Paris viel zu bieten und die ganze Stadt ist belebt.

Am Sonntag starteten wir unseren Törn und fuhren mit der Rolling Swiss II auf der Seine, entlang an allen grossen Sehenswürdigkeiten von Paris. Dies war ein unbeschreibliches Gefühl, neben den gut gefüllten Touristenbooten als eigener Kapitän durch die Stadt zu fahren.

Ausserhalb von Paris fuhren wir oftmals längere Strecken alleine auf der Seine. Es war eher eine Seltenheit, dass uns ein Transportschiff begegnete. Unser erstes Ziel war Conflans, ein kleiner Ort mit viel Charme. Von dort ging es weiter nach Vernon, wo wir die Residenz und die Gärten des Malers Claude Monet besuchten. Dies ist eine wunderschöne Anlage und jederzeit einen Besuch wert.

Unser nächstes Ziel war Rouen, wo wir zwei Nächte blieben. Die Stadt hat einige Sehenswürdigkeiten und eine sehr schöne Altstadt zu bieten. Auf der Strecke von Rouen nach Le Havre machten sich nun die Gezeiten deutlich bemerkbar und die Rolling Swiss II musste eine ganze Weile gegen die Flut ankämpfen, was mit den starken Motoren natürlich problemlos verlief. Nach einer knappen Woche gemütlicher Fahrt auf dem Fluss war es für uns ein Vergnügen, dass wir für die Einfahrt in den Hafen von Le Havre einen Abstecher aufs Meer machen mussten. So konnten wir bei schnellerer Fahrt und etwas Wellengang doch noch Hochsee-Feeling schnuppern.

Im Hafen von Le Havre hatten wir das Schiff dann am Schwimmsteg festgemacht. Hier konnte man die Höhenunterschiede aufgrund der Gezeiten deutlich erkennen. Am Abend gönnen wir uns zum Törnausklang nochmals ein gemeinsames Nachtessen.

Dieser Törn war sehr abwechslungsreich: gemütliche Fahrt auf dem Fluss bei Sonnenschein, Schleusen, Gezeiten, Meer und Wellen, schöne Ortschaften und Sehenswürdigkeiten. Es war eine super Woche mit vielen Erblebnissen und toller Kameradschaft auf dem Schiff.