22.06. – 29.06.2013 Bergen – Kaupanger – Alesund

Teil II: Kaupanger – Ålesund

Skipper: Peter, sildenafil Bernhard
Crew: Peter, Lotti und Robert

Törnroute

22. Juni 2013: Balestrand – wir kommen! Mit neuem Skipper II Bernhard starteten wir in die zweite Woche bei aufklarendem Wetter. Balestrand war bereits bei den Törn-Vorbereitungen immer wieder im Gespräch. Bekannt als Ferienort und Künstlerdorf am Nordufer des Sognefjord mit einer spannender Architektur. Viele Häuser wurden im Bäderstil oder auch Schweizerstil erbaut. Schönstes Beispiel ist das Kvikne’s Hotel. Bei unserem Besuch rastete eine Oldtimer-Rally vor dem Hotel und wir konnten die alten, gepflegten Buicks, Studebakers, Packards & Co bewundern. Gerne hätte ich eine Nacht in diesem nostalgischen Hotel verbracht. Frei war leider nur ein Zimmer im anonymen, 60iger-Jahre-Anbau. Dann doch lieber auf dem Schiff mit „meinen“ schnarchenden Männer. ?

15_Balestrand

Neben dem Schweizerstil wurden viele Häuser mit Elementen der Stabkirchen geschmückt. Vorallem die Drachenköpfe sind überall anzutreffen. Schönes Beispiel ist die St. Olavs Kirke, erbaut 1897 von einer in Balestrand verheirateten englischen Pfarrerstochter für englische Touristen. Nicht nur wir waren in Balestrand. Neben Kaiser Willhelm II, der während 14 Jahren die Sommerfrische hier genoss, taten dies auch gekrönte Häupter aus England, Holland, Spanien und Siam.
Abends liessen wir uns wieder von der lokalen Küche mit einem feinen Lachsgericht verwöhnen.

16_St Olavs

23. Juni 2013: Mit leichtem Wehmut verliessen wir das schmucke Balestand. Aber der Weg aus dem Sognefjord ist lang, eine Tagesetappe mit 43sm wartete auf uns. Nächstes Ziel: Leirvik. Eine mystische Fjordlandschaft teilte unsere Aufmerksamkeit. Wohnen hier die Trolle und Elfen, Fritjof der Tapfere?

17_Mystik

Um 16.00h haben wir in Leirvik vor dem „Kro og Motel“ angelegt. Peter, unser Skipper I fühlte sich immer mehr als Norweger, diese Sprache liegt ihm, er ist in seinem Element (neben dem Motorschiff). Wie er uns erzählte, ist seine Mutter Dänin. Und das Dänische hat grosse Ähnlichkeit mit dem Norwegischen. So ist es nicht verwunderlich, dass er neben den Liegegebühren, Stromkosten, Waschmaschinenbenutzung, auch mit der Ankündigung kam, heute Abend gibt’s Grillbuffet. Das liessen wir uns nicht 2x sagen. Das Buffet war prächtig, mit saftig gegrillten Cotelettes, mariniertem Lachs, frischen Krabben, Kartoffelsalat, komischem warmen Brei, Salat und noch vielem mehr, von Norwegern für Norweger. Also kein Touristenessen. Dennoch haben wir nachgefragt, was dieser komische, warme Brei sei und diese braune, süssliche, in Flüssigkeit liegende Masse. Antwort: Es ist die Nachspeise. Der warme Brei ist eingekochter Sauerrahm, isst man mit Rosinen und Zimt. Die braune, leichtere Masse entpuppte sich als eingekochte Milch, wird ebenfalls mit Zimt genossen. Mir kam sofort die Milchkonfitüre oder noch besser bekannt als „Dulce de Leche“ in den Sinn. Den Abend liessen wir mit einer 30°-Wäsche ausklingen…

24. Juni 2013: Nach einem nährenden Frühstück mit Rührei und gebratenem Speck machten wir uns auf den Weg nach Florø. Kurz nach Leirvik hatten wir den Sognefjord verlassen und fuhren anschliessend durch die Schären Richtung Norden. Das Wetter klarte sich zunehmen auf. Das Landesinnere war immer noch Wolkenverhangen, je näher wir der offenen Nordsee kamen umso sonniger wurde es.

18_Sunnfjord

Auf unserer Fahrt passierten wir wohl eines der bekanntesten Seezeichen der norwegischen Küste: das Stabben Fyr. Es ist der älteste Leuchtturm in der Region Sunnfjord, erbaut 1866/67 auf einem Schärenfelsen. Ebenfalls ist er ein beliebtes Foto- und Malsujet.

19_Stabben Fyr

Florø ist eine relativ junge Gemeinde, erst 1860 gegründet ist sie die westlichste Stadt von Norwegen. Ursprünglich die Heimat von Fischer ist Florø heute eine Ölstadt und Versorgungsbasis für diverse Erdgas- und Erdölfeldern vor der Küste. Im Zentrum sind zum Teil noch die alten weiss gestrichenen Holzgebäude anzutreffen. Hier legen ebenfalls die Hurtigruten-Schiffe zweimal täglich an. Zurückgelegte Seemeilen an diesem Tag: 44sm

20_Florø

25. Juni 2013: Nun war der da, der Tag der Tage: Auf dem Kurs stand Stadlandet. Eine Halbinsel, welche wir nur über das offene Meer umrunden konnten. Dieses Gebiet ist gefürchtet und gilt als das härteste entlang der norwegischen Küste. Entsprechend gross war das mulmige Gefühl. Aber unser Skipper gab Entwarnung, schliesslich sei die Rolling hochseetauglich, mit Kategorie A die höchste Klasse für Sportschiffe. Er machte dies noch deutlich, indem er anfing die schmutzigen Fender zu reinigen. Da kann wirklich nichts mehr schiefgehen!

21_Skipper Peter

Unser Tagesnavigator Robert leistete hervorragende Arbeit, obwohl dieser Wellengang für ihn eine neue Erfahrung war. So war auch sein rebellierender Magen nichts Aussergewöhnliches. Neben der rauen See ist diese Gegend auch geschichtsträchtig. Da ist die Legende von Sanct Sunniva, einer irischen Königstochter, welche vor der Heirat mit einem Wikingerfürsten auf die Insel Selje flüchtete. Aber auch aus der Neuzeit: während des zweiten Weltkriegs haben die Engländer hier ein Hurtigruten-Schiff die D/S Sanct Svithun versenkt. Wir sind unversehrt in Honnigsvåg angekommen, u.a. auch ein Schutzhafen bei Seenot.

22_Honnigsvåg

Nach dem obligaten Ankertrunk kam die erste Überraschung: wir haben fangfrische Makrelen bekommen. Unser Skipper II hatte vergeblich versucht mit einer Schleppleine einen Köder auszuwerfen, da die Rolling zu schnell fuhr. Nun sind ihm die Fische quasi zugeflogen – von Schweizer Fischern – und Bernhards Augen leuchteten. Die zweite Überraschung folgte nach dem vorzüglichen Abendessen: die ganze Crew wurde von den Inhabern des Campingplatzes – ebenfalls Schweizer – eingeladen, das Vestkapp zu besichtigen. Nach einer kurzen Fahrt blieb uns beim Aussteigen der Atem stocken. Was für eine Aussicht! Was für eine Landschaft! Das Ehepaar Peter erzählte uns eine Menge von diesem speziellen Ort. Dieser hiess früher Kjerringa, Weibsbild, und ist 496m hoch.

23_Vestkapp

Unser Robert, sobald er in die Höhe steigt bekommt er Begleitung. Auch hier auf dem Vestkapp, nur diesmal war es ein Schaf. Robert, der mit dem Schaf tanzt.

24_Der mit dem Schaf tanzt

26. Juni 2013: Heute stand das letzte Drittel von Stadlandet auf dem Tagesprogramm mit Etappenziel Volda. Da musste die Rolling zeigen was sie konnte, denn sie musste mit 1.5m hohen Wellen fertig werden.

25_Stadlandet

Mit mehr Fahrt war dies ein absolut geniales Feeling. Alle waren begeistert auch diesen Wellengang erleben zu dürfen. Nach der Einfahrt in den Rovdefjorden wurde es deutlich ruhiger. Wir konnten wieder die Landschaft bestaunen, die sich mit kahlen Felsen und fruchtbaren Böden abwechselte. Gegen 15.00h haben wir bereits in Volda angelegt und konnten frische Vorräte und Wasser bunkern. Volda trägt im Stadtwappen eine Schreibfeder. Ist sie wohl daher eine Hochschulstadt?

26_Volda

27. Juni 2013: unserer letzte Fahrt: Ziel Ålesund. Bereits kam etwas Wehmut auf. Unserem Skipper ist jedoch eine Überraschung gelungen, er gab ein Zwischenziel bekannt: Devold Fabriken auf der Halbinsel Langevåg bei Ålesund. Hier werden seit 1853 hochwertige Wollbekleidung hergestellt, von der Wollunterwäsche über die typischen Norwegerpullis bis zu Funktionsbekleidung für den Outdoor- und Arbeitseinsatz. Endlich mit der Rolling Swiss II auf Shoppingtour! Aus der Sicht einer Frau ?

27_Devold

Nun ist Ålesund nicht mehr weit. Nach gut einer Stunde Fahrt sind wir im Hafen eingelaufen. Nun hiess es erst einmal beide Dieseltanks füllen. Beim Ankertrunk besprachen wir das weitere Vorgehen für den nächsten Tag. Es blieb noch kurz Zeit, die nähere Umgebung von Brosundet, unserer Anlegestelle zu erkunden. Mehr gab es erst am nächsten Tag nach der Putzete.

28_Ålesund

28. Juni 2013: Ålesund, unser letzter Tag war angebrochen, am darauf folgenden Morgen hiess es bereits um 4 Uhr Tagwache um um 7 Uhr den einziger Flieger nach Oslo nehmen zu können. Also wurde nach einem üppigen Frühstück (Reste essen) gepackt und anschliessend ging es an die Schiffsputzete, Fast gleichzeitig wurden die Ersatzteile, Fender, Besteck, Gläser, Teller, Pfannen etc. durchgezählt, auf dem Inventarblatt mussten keine Verluste verzeichnet werden. Alles war vorhanden und unser Skipper war zufrieden mit uns.

29_Kongensgate

Erst nach getaner Arbeit und der Schiffsübergabe an die nächste Crew konnten wir durch die wunderschöne Jugendstil-Stadt schlendern. Diese einmaligen Häuser sind nur auf Grund eines Brandes um 1904 entstanden, als man die Stadt neu aufbauen musste. Aufstrebende Architekten erhielten die Chance im damaligen modernen Baustil bauen zu dürfen.

Abends verschoben wir uns in die Kongensgate, der Fussgängerzone, um ein gemeinsames Schlussessen im Restaurant Lyst zu geniessen. Nach einer leckeren und sättigenden Fischsuppe mussten fast alle beim Hauptgang forfait geben. Das Dessert wurde diesmal ausgeschlagen. Genug ist genug.

Es waren abwechslungsreiche zwei Wochen, welche wir in dieser prächtigen Landschaft erleben durften. Unser Skipper Peter hat sich 1A vorbereitet, zu jedem möglichen Hafen nach Einkaufsmöglichkeiten gegoogelt (inkl Foto und Telefonnummer. der Filialleiterin), hat sich nach spezifischen Hafenführer erkundigt, auf Google Earth die Strecke soweit möglich erkundet. Mussten wir doch immer wieder erleben, dass dieser Teil Norwegens wenig von Schiffs-Touristen genutzt wurde und auch die Einrichtungen manchmal etwas karg waren. Aber dank der Rolling Swiss II waren wir in solchen Fällen autark und konnten uns selber versorgen. Es gab keine unerwarteten Überraschungen. Als Seglerin war ich das erste Mal auf einem solchen Boot – und ich muss sagen, frau könnte auf den Geschmack kommen. Ein herzliches Dankeschön für die gute Kameradschaft.

Autorin: Lotti
Fotos: Lotti

Für Statistiker:
Zurückgelegte Seemeilen in 2 Wochen: 404sm
Verbrauch Diesel in 2 Wochen: total 925l für 9‘223 NOK

Für Interessierte:
http://www.fjordnorway.com/de/
http://www.fjordkysten.no/de/
http://www.visitnorway.com/de/
http://www.fjordblick.com/
http://www.vestkapp.no/tysk_hovedside.html
http://www.stadskipstunnel.no/
http://www.vestkappcamping.com/de
http://www.devold.com/
http://www.lystmeny.no/
http://de.wikipedia.org/wiki/Ålesund
http://www.visitalesund-geiranger.com/de/


15.06. – 22.06.2013 Bergen – Kaupanger – Alesund

Teil I: Bergen – Kaupanger

Skipper: Peter, patient Christoph
Crew: Peter, Lotti und Robert

01_Törnroute

Bergen – die Kulturhauptstadt Norwegens – erwartete uns bereits am Freitag 14. Juni 2013. Ebenso die Rolling Swiss II, sie hat vor den Hanseatischen Kontorhäuser „Bryggen“ festgemacht. Bei unserem bevorstehendem Törn sollte nicht nur die Seemannschaft Platz haben, sondern auch genügend Zeit für die Besonderheiten der norwegischen Kultur.

?

02_Bergen

15. Juni 2013: Die vollständige Besatzung mit Skipper Peter, Skipper II Christoph, den Crewmitgliedern Peter J., Robert und Lotti, traf sich erstmals um 10.00 bei der Rolling Swiss II. Anschliessend fand die Schiffs-Übergabe zu aller Zufriedenheit statt. Das Schiff wurde inspiziert, die Kabinen bezogen, Einkaufslisten erstellt. Beim Bummel durch Bergen wurde sogar ein Nespresso-Shop gefunden, da lachten einige „Kaffeeherzen“ der Crew. Am selben Wochenende fand in Bergen das Bergen-Festival (Musik) statt, welches in unmittelbarer Nähe zu Bryggen, also unseren Standort, lag. Um dem lauten Treiben aus dem Weg zu gehen – auch um den Besuchern etwas Platz zu schaffen, wir lagen zeitweise zu viert im Paket an der Quai – haben wir uns entschlossen, noch am selben Nachmittag die Motoren zu starten und uns Richtung Norden auf den Weg zu machen. Nach vier Stunden Fahrt, resp. 21 sm legten wir in Festo an. Fast gleichzeitig legte hier ebenfalls ein flossartiges, schwimmendes Etwas in Form einer Wohnzimmer-Disco mit Motorantrieb an, als Besatzung norwegische junge Männer. Oh Schreck, vom Regen in die Traufe, dachten wir. Aber Dank fehlendem Stromanschluss dislozierte der Junggesellenabend aufs Festland und wir starteten den Generator. Wir wurden mit einem traumhaften Abendrot beschenkt.

03_Festo

16. Juni 2013: Das heutiges Etappenziel: Skjerjehamn. Unser Skipper wollte nun die navigatorischen Kenntnisse seiner Crew auf die Probe stellen und wählte als Zwischen-Etappe Lindås aus, mit einer engen Durchfahrt und gemäss Führer bei Gezeitenstillstand und mit Fender durchaus machbar. Warum wir fendern sollten, war uns nicht ganz klar. Infolge zu starker Gegenströmung und zu hinderst einer zu enger Durchfahrt (ehemalige Schleuse) gab der Skipper das Kommando zum Umdrehen. Nun war allen klar, was der Führer betreffend Fender und Gezeitenstrom meinte…

04_Lindås

Wieder auf offenem Fjord hatten wir nun genügend Zeit das MOB-Manöver zu fahren, welche alle mit Bravour absolvierten. Skipper I und II waren restlos zufrieden.
In Skjerjehamn angekommen erwartete uns ein wundervolles Grill-Buffet im Restaurant. Als Spezialität gab es da das „Konge-Øl“ königliches Bier. Hier war ebenfalls die erste „Sveitservilla“ zu bestaunen.
Bis jetzt haben wir total 49 sm zurück gelegt.

05_Skjerjehamn

17. – 18. Juni 2013: Einfahrt in den Sognefjord. Meereshöhe und hohe Berge wie in der Schweiz, zum Teil mit schneebedeckten Gipfeln, begleitete unsere Fahrt. Das Ziel Vik i Sogn erreichten wir bei immer noch strahlend schönem Wetter in zwei Tagesetappen, mit Übernachtung in Bjordal.

06_Sognefjord

Hier in Vik i Sogn galt unser Interesse einer der schönsten Stabkirche Norwegens, der Hopperstad Stavkyrkje, erbaut um 1130. Wir erreichten sie nach einem lauschigen Spaziergang durch den Ort und neben saftigen Wiesen auf einer Anhöhe mit traumhaftem Blick in den Sognefjord.

07_Hopperstad

Bei einer kleinen Führung erfuhren wir alles Wissenswerte über diesen prächtigen Sakralbau. Wir setzten unseren Spaziergang fort zur fast zur gleichen Zeit erbauten Steinkirche, der Hove Kyrkje. Diese beiden Kleinode machen den besonderen Reiz von Vik i Sogn aus und gelten in Norwegen als Besonderheit. Dass diese beiden Kirchen heute noch so gut erhalten sind, verdankt die Gemeinde dem uneigennützigen Architekturarchäologe, Peter A. Blix, welcher mit eigenen, zum Teil grossen Geldbeträgen die Renovierung Ende des 19. Jh. unterstützte. Wieder unten am Hafen trafen wir auf die Festvorbereitungen zur Einweihung eines kleinen Sandstrandes mit Sprungturm für die örtliche Jugend. Ist wohl auch hier bereits die Klimaerwärmung spürbar?

08_Vik i Sogn

Vor dem Abendessen wurde noch kurz das Dinghi zu Wasser gelassen. Hier in Vik i Sogn gibt es auch einen besonderen Käse, nicht den süsslichen „Caramel“-Käse, welche viele kennen, sondern den „Gamalost“ Käse der Wikinger. Das ist ein Sauermilchkäse mit Edelpilz und sehr scharfem Geschmack. Unsere Gaumen wollten sich jedoch nicht so richtig mit dieser ungewohnten Geschmacksrichtung anfreunden.
Zurückgelegte Seemeilen: Total 111 sm.

19. Juni 2013: Auerlandsfjord – Flåm. Vorbei an der Kolosalstatue des Fritjof der Tapfere, Namensgeber einer altnordischen Heldensage, passierten wir das Kap Vangsnes (hier würde es die besten Erdbeeren geben…) und fuhren weiter nach Osten in den Sognefjord bis wir gen Süden in den Auerlandsfjord die Fahrtrichtung änderten mit Tagesziel Flåm. Wir wollten endlich die grossen Kreuzfahrtschiffe sehen! Kurz nach Unredal wurden wir fündig. Von weitem sahen die schwimmenden Städte noch recht harmlos aus. Aber erst aus der Nähe zeigten sie ihre wahre Grösse. Auf eine Art und Weise unrealistisch, absurd diese Riesen in einem engen Fjord.

09_Flåm

Aber die „Flåmsbana“ locken viele Touristen an. Eine Bergbahn, welche in Norwegen seinesgleichen sucht. Auf einer Länge von 20.2 km überwindet sie eine Höhendifferenz von 863 m mit einer maximalen Steigung von 55‰. Mit den vielen Tunnels, u.a. auch 4 Wassertunnels lässt sie jedes Eisenbahnerherz höher schlagen. Ein solches hat auch unser Crewmitglied Robert. Leider fragte er vergeblich nach Tickets, die Bahn war an diesem Tag restlos ausverkauft! Flåm selber bietet ausser einer Menge Souvenierläden und den Bahnanlagen nicht sehr viel. Aber immerhin konnten wir einkaufen und Wasser bunkern.

10_Flåm Hecktrossen

20. Juni 2013: Höhepunkt unserer ersten Woche: der Nærøyfjord, Weltnaturerbe der UNESCO. Tief beeindruckt von dieser Landschaft mit Fjordtiefen von fast 500m und Berghöhen von über 1‘400m fuhren wir die navigatorisch anspruchsvolle Strecke bis nach Gudvangen.

11_Nærøyfjord

Dank unserem skandinavisch parlierenden Skipper durften wir im kleinen Ort Bakka an einer privaten Anlegestelle auf der Rückfahrt einen Zwischentopp einlegen und auch da übernachten. Der grosse Wassertank und Generator machen uns unabhängig von fehlenden, resp. verschlossenen Landanschlüssen. Wie fast jedes Dorf in Norwegen, hat auch Bakka seine eigene Kirche. Besonders reizvoll der Bollerofen mit Kinderspielecke. Zurückgelegte Seemeilen: 168 sm.

12_Bakka

21. Juni 2013: Von Bakka nach Kaupanger im Dauerregen. Das erste Mal haben wir nun, mehr oder weniger während der Fahrt Regenschauer. In Kaupanger trafen wir einen fast neuen Gästehafen an, direkt neben dem Fähranleger, welcher noch nirgends verzeichnet ist. Auch hier verdanken wir diese Information den Sprachkenntnissen von Skipper Peter. Immer wieder spricht er mit den Norwegern und kommt so an wichtige Infos. Hier in Kaupanger ist Skipper 2-Wechsel. Christoph verlässt uns leider und wird ersetzt durch Bernhard, welchen wir herzlich willkommen hiessen.
Wir liessen es uns nicht nehmen, trotz Regen die hiesige Stabkirche zu besuchen. Diese wird noch heute aktiv für den Gottesdienst genutzt. Besonders gefiel mir die Ausrichtung der Grabsteine – sie schauen alle zum Fjord hin.

13_Kaupanger

In Kaupanger gab es keine Einkaufmöglichkeit. Der nächste Laden ist ca. 3km bergwärts im nächsten Dorf. Diesen Weg nahm Robert unter die Füsse, u.a. weil er dringend eine norwegische Sim-Karte benötigte. Auf dem Hinweg begleitet ihn hartnäckig eine anhängliche Ziege. Den Rückweg musste er jedoch alleine antreten. Unsere Vorräte und dem Einkauf von Robert gaben noch genügend her für ein leckeres Abendessen und ich konnte im „Kirchen-Kaffee“ feine Apfelkuchen für das Dessert ergattern.

14_Crew Teil I

Diese Woche war geprägt, neben den nautischen Arbeiten, mit vielen Lachern, Erklärungen der schweizer Dialekte unserem Deutsch-Tschechischen Crewmitglied, WLAN-Suche (ich bin drin…) Facebook-Einträgen und leckerer Kombüsenküche.

Autorin: Lotti
Fotos: Lotti und Christoph

Für Statistiker:
Zurückgelegte Seemeilen: 181.5
Total Motorstunden: 29h pro Antrieb
Total Liegegebühren: 450 NOK

Für Interessierte:
http://www.visitnorway.com/de/
http://www.visitnorway.com/de/
http://www.visitbergen.com/de/
http://www.skjerjehamn.no/
http://www.sognefjord.no/de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Stabkirche
http://www.stavechurch.com/en/
http://www.visitflam.com/
http://www.naeroyfjord.com/
http://www.dhs.museum.no/en/sogn-fjord-museum-kaupanger/