13.04. – 20.04.2013 Enkhuizen – Emden

Ijsselmeer – Wattenmeer – Nordsee – Fluss und Kanal

 

Skipper: Ulrich und Andreas
Crew: Jürg, online Bernhard, pharm Oliver und Urs

 

12.04.13 Enkhuizen
Obwohl wir Teilnehmer uns beim ersten Treffen schon beschnuppern konnten, pilule ist es doch immer wieder ein spannender Moment, wenn sich eine Crew vor dem Törn vor Ort trifft. So auch diesmal in Enkhuizen am Vorabend vor der „Überfahrt“ nach Medemblik. Erstes Beobachten, erste Sprüche und Lacher – schnell findet sich die Gruppe zusammen und jedenfalls der Chronist sieht der Woche gelassen entgegen.

13.04.13 Enkhuizen – Medemblik
Pünktlich steht das Taxi für die Überfahrt bereit, die Rolling Swiss liegt noch in der Werft. Kurze dreissig Minuten später übernimmt der Skipper die Yacht und es kann losgehen. Schon die erste Schleuse nach draussen in den Hafen von Medemblik. Erst Proviant bunkern und danach im ruhigen Hafenbecken erste Manöver.

14.04.13 Medemblik – Oudeschild
Leinen los bei frischem Wetter, raus aufs Ijsselmeer. Aber auch das Binnenmeer ist an diesem Tag zu unruhig, um den Autopiloten zu kalibrieren. Dennoch verrichtet er in der Folge seine Arbeit klaglos und wir erreichen die Schleuse Kornwerderzand problemlos. Draussen im Wattenmeer dann das erste Fahrwasser, den Tonnen folgend nach Oudeschild. Die vorausgesagten warmen 20 Grad wurden anderswo erreicht. Erst nach dem Anlegen geniessen wir beim Ankertrunk die ersten Sonnenstrahlen und im Windschatten sogar etwas Wärme.

15.04.2013 Oudeschild – Vlieland
Ein spannender Tag im Wattenmeer steht bevor. Das Ablegen muss so erfolgen, dass wir überall genügend Wasser unter dem Kiel haben. Glanzstück des Navigators: genau zur vorausberechneten Zeit passieren wir das Seezeichen, welches den Kenterpunkt – das Wattenhoch – kennzeichnet. Wir sind so genau, dass wir die Stromumkehr nicht miterleben können, da diese erst etwa eine Stunde nach Hochwasser einsetzt. Die Vorstellung, dort zu fahren, wo man bei Niedrigwasser auf Grund laufen würde, lässt kaum einen kalt.
Entlang des Fahrwassers, das sich nun wieder etwas weitet, gelangen wir auf die Insel Vlieland und legen im Hafen an.

16.04.2013 Vlieland – Zoutkamp
Frühaufsteher haben es heute gut: Tagwacht um 0500, auslaufen im Morgengrauen um 0600. Nicht etwa Bosheit des Navigators, sondern das Bestreben, den ganzen Schlag mit dem Strom im Rücken zu fahren ist der Grund für diesen frühen Start. Nur so schaffen wir die rund 70 Meilen in angemessener Zeit ohne allzu viel Diesel zu verbrennen. Die Tonnenbefeuerung ist noch aktiv, als wir auslaufen und wir repetieren Kennungen. Im Osten richten wir uns nach dem Leuchten des Leuchtturms Brandaris, dem bekannten Wahrzeichen der Insel Terschelling. Wir halten uns nordwärts und navigieren nun nach Kompass dem nächsten Seezeichen entgegen. Die Inseln lassen wir Steuerbord liegen. Nach Ameland treffen wir genau auf das Fahrwasser, das uns wieder hinein ins Wattenmeer, nach Lauwersoog bringt. Die Rechnung ist aufgegangen, wir hatten den ganzen Tag den Strom von achtern und erreichen frühzeitig Lauwersoog, so dass wir – wie geplant – noch ins Lauwersmeer schleusen können. Die acht Seemeilen bis Zoutkamp auf dem Fluss sind für uns eine neue Erfahrung und aufmerksame Steuerleute bringen uns im engen Fahrwasser sicher in der malerischen alten Hafen von Zoutkamp, einst, vor dem Dammbau bei Lauwersoog, stolzer Küstenort.

17.04.2013 Zoutkamp – Groningen
Eine Stadt steht still! Nach einer interessanten, ruhigen Fahrt durch den Fluss Reitdiep wird wegen uns(!) in Groningen mehrmals der Verkehr angehalten und wir gelangen vorbei an herrlichen Altstadtbauten ins Herz der Stadt Gronigen. Die Crew ist beeindruckt und gönnt sich ein leckeres Nachtessen in der ruhigen Uni-Stadt.

18.04.2013 Groningen – Delfzijl
Heute liegen nur wenige Meilen vor uns und wir geniessen den sonnig-kühlen und windigen Morgen in Groningen. Dann noch einmal: Die Autobahn hat „Rot“, alles steht und die Rolling Swiss II gleitet durch die offene Brücke in den Emskanal, der uns bei zum Teil starkem Wind über die Seeschleuse nach Delfzijl wieder ins Meer bringt. Wir legen an der Tankstelle und bleiben gleich für die Nacht am selben Steg.

19.04.2013 Delfzijl – Emden
Noch einmal Tagwacht um 0500. Diesmal ist es der Schleusenwart der „Grossen Seeschleuse“ in Emden, der erklärt, wir könnten um 0800 schleusen. Da in Delfzijl um 0600 Hochwasser ist, laufen wir quasi mit der Ebbe aus, haben später auch in der Ems noch keinen nennenswerten Strom gegen uns und können auch die gegen Mittag vorhergesagten 6Bft vermeiden. Pünktlich treffen wir bei der Schleuse ein und trotz einer kurzen Wartezeit wegen eines Nachzüglers, der auch noch durch die Schleuse will, erreichen wir die Eisenbahnbrücke vor Emden zur frühest möglichen Öffnungszeit. Wir legen im alten Binnenhafen „Radsdelft“ noch vor Mittag an und machen uns an die Retablierung des Schiffs.

20.4.2013 Emden
Nach dem gemütlichen Morgenessen geht eine weitere unvergessliche Törnwoche zu Ende. Grossen Anteil am guten Gelingen hatten neben den Crewmitgliedern vor allem Skipper Ueli und Skipper II Andi.

Herzlichen Dank!
Jürg


30.03. – 06.04.2013 Basel – Medemblik

Heimweh nach Salzwasser

 

Skipper: Marc und Urs
Crew: Lilo, find Christoph, Guido, Ludwig

 

„Eintrag im Logbuch der MY Rolling Swiss II:

Ostermontag, 01. April 2013; Ortszeit: 0910; Einfahrt ins Bingener Loch“. Rheinabwärts, unterwegs mit über 22km/h über Grund begegnen uns dutzende, tiefliegende und langsam zu Berge kriechende Rheinschiffe – und wir laufen weiter der hohen See entgegen. Erstmals in der bald 60-jährigen Vereinsgeschichte des Cruising Club der Schweiz hat ein Clubschiff seinen Heimathafen Basel besucht. Nach der Bergfahrt im Oktober 2012 geht es für uns nun wieder zurück nach Holland, um unsere Hochsee-Törnsaison zu beginnen. Im Sommer werden wir nicht keck die langsamen, tiefliegenden Rheinschiffe kreuzen, sondern ehrfurchtsvoll den majestätischen Kreuzfahrtschiffen im Geirangerfjord in Norwegen ausweichen… Die Königsetappe von Wiesbaden nach Köln auf unserer knapp 900km langen Reise auf dem Rhein und der Gelderschen IJssel hätte nicht eindrucksvoller verlaufen können: An den Vortagen: Schneefall, Eisglätte an Deck und trübstes Wetter. Dann am 1.April in Wiesbaden ein Sonnenaufgang wie im Januar auf 1800m in den Schweizer Bergen: Wolkenlos, Sonne von achtern – Eisklar! Der Tag hat die gesamte Crew für vieles entschädigt und wird uns allen unvergesslich bleiben! Ich danke meinem Skipper 2 Urs und der ganzen Crew für ihren Einsatz in der Kälte und ihre Flexibilität bei diesem Törn.

Skipper Marc

30.03.2013 Basel