Saison 2013 Hurra es geht wieder los

Die ROLLING SWISS II ist wieder in ihrem Element

 

Skipper: Marc und Peter

 

Nach langwierigen und aufwändigen Reparatur- und Wartungsarbeiten, store schwimmt unsere ROLLING SWISS II wieder. Mittels eines Pneukrans, illness der sie auf einen Tieflader hievte, view wurde sie mit Polizeieskorte von der Werft in Pratteln, zum Auhafen Muttenz gebracht. Kurz nach 10 Uhr, schwamm sie wieder.
Bevor sie aber überhaupt transportiert werden konnte, mussten bei Minustemperaturen und Schneegestöber, die Verdecke demontiert und der Geräteträger gelegt werden, weil sonst die Durchfahrtshöhe unter der Eisenbahnunterführung, nicht gereicht hätte. Auch so, war es ungemein knapp. Auch die Überbreite des Transportes, führe zu einem lokalen Verkehrsaufkommen.
Nachdem die Rolling Swiss wieder im Rhein schwamm, ging es natürlich zunächst darum, sie wieder „seeklar“ zu machen. Mit klammen Fingern mussten Reissverschlüsse eingefädelt werden, Sicherungsringe durch Ösen gedrückt – und der Geräteträger wieder gestellt werden. Genau solche Arbeiten, bei denen man keine Handschuhe tragen kann.
Dann kam der spannende Moment. Alle Systeme eingeschaltet – die Zündschlüssel gedreht – die Motoren sprangen auf Anhieb an und liefen rund. Auch das Kühlwasser floss.
Dann kontaktierten wir die Schleuse Birsfelden, die uns eine Passage zu Tal, in gut 40 Minuten zusagte. Gelegenheit, zunächst ein wenig den Rhein weiter hoch zu fahren. Das Ablegen funktionierte gewohnt perfekt – doch dann eine Schrecksekunde – das Ruder schien nicht richtig zu funktionieren, es reagierte verzögert oder gar nicht ! Liegt es an der Strömung ? Speed raus, alles checken ! Zum Glück lässt sich diese Yacht auch nur mit den Motoren steuern. Plötzlich war es klar. Der Autopilot war eingeschaltet – und da alle Instrumente und Anzeigen (noch) nicht richtig kalibriert und eingestellt worden waren, hatten wir das nicht erkannt.
Kurz vor der Schleuse Augst, drehten wir bei und nahmen Kurs Richtung Basel. Dann plötzlich ein akustischer Alarm. Ein lautes piepen. Auf der Backbordmaschinenanzeige steht, „Water in Fuel“ ! Wir legten sofort an der oberen Seite der Kraftwerkinsel Birsfelden an. Dann leerten wir den Inhalt des Treibstofffilters in ein Gefäss. Wenn Wasser und Diesel zusammengefügt werden, trennen sich die beiden Flüssigkeiten klar oder es gibt grössere „Fettaugen“. Das war hier nicht der Fall. Nach Rücksprache mit der Werft, kam man zum Schluss, der Sensor müsse defekt sein. Wir setzten die Fahrt fort.
Die Schleusung verlief problemlos und die Fahrt durch das schöne Basel, war ein weiteres Highlight. Die Brückendurchfahrten sind klar signalisiert, einzig aufpassen muss man bei den vier Rollfähren: Die St. Alban-Fähre, die Münster-Fähre, die Klingental-Fähre und die St. Johann-Fähre, die sogar im Winter meist täglich in Betrieb sind.
Unser Ziel war zunächst die Tankstelle, keine 20m von der Deutschen Grenze entfernt, wo wir knapp 1000 Liter Diesel gebunkert haben. Dann ging es zurück zum Rheinhafen Dreiländereck. Der gleiche Platz, wie an den beiden GV’s in Basel, stand wieder zur Verfügung. Noch 600 Liter Wasser bunkern, ausklarieren, auf- und einräumen – und die Törnsaison kann endlich beginnen.
Besten Dank an Marc, für seinen aufopferungsvollen und unermüdlichen Einsatz, an Pavel für seine Hilfe und an Claude für seine wertvollen Dienste.

Peter M. Weingärtner


03.11. – 10.11.2012 Karslruhe – Basel

Rolling Home nach dem Heimathafen Basel

 

Skipper: Werner und René
Crew: Beni, ed René, Hermann und Rolf

 

Gross war die Freude, als wir es geschafft haben, den letzten Törn mit der Rolling Swiss II von Karlsruhe nach Basel zu ergattern. Coming Home! Wir haben uns die Reise traumhaft vorgestellt. Aber wie oft im Leben, kommt es etwas anders als man denkt. Auch für die Reisläufer war es früher schwieriger, nach Hause zu kommen, als fort in die Fremde zu ziehen.

Quitschfidel sind wir am Freitag, den 2. November 2012 von Zürich nach Karlsruhe gefahren, wo wir unsere Zimmer bezogen haben. Auf Yellowbrik-Tracking haben wir gesehen, dass die Rolling Swiss II bereits im Hafen Maxau lag.

Bereits das erste Telefongespräch mit dem Schiff hat uns dann aber jegliche Illusionen genommen. Das Schiff lag zwar schon im Hafen Maxau, die Vor-Crew war aber kurz von Maxau noch über eine Buhne (ein im rechten Winkel zum Ufer eines Flusses errichtetes dammartiges Bauwerk, das dem Flussbau dient) gefahren!

Kurze Zeit später hat dann der Hafentaucher gemeldet, dass beide Schiffsschrauben angefranzt seien und zwei Flügel der Steuerbordschraube seien gar umgebogen. Eine Weiterfahrt war so nicht mehr möglich. Gegen Abend hat man uns dann mitgeteilt, dass Ersatzschrauben übers Wochenende von Holland angeliefert werden, dass ein Pneu Kran für Montagmorgen bestellt worden sei, und dass am Montagmorgen die Schrauben ausgewechselt würden, so dass wir gleich danach Richtung Basel losfahren könnten.

Am Montagmittag erst fuhren wir dann in einem Schiffskonvoi langsam zum Auswassern. Als grösstes Schiff kamen wir natürlich zuletzt dran, und flugs kam die nächste Überraschung. Der Kran wurde vom Ausrüster nach Angaben des CCS auf eine Zuglast von 14 t ausgerüstet. In Tat und Wahrheit waren wir voll-beladen aber gut 20 t schwer, so dass der Kran hinten, statt das Schiff vorn an-gehoben wurde. Der Kran verschwand dann, um die ausgewasserten Schiffe im Trockenen zu platzieren und am Abend kam er endlich wieder zurück. 18 t Zu-satzgewicht wurden auf einem Sattelschlepper angekarrt und mühsam am Pneukran hinten angehängt, zur besseren Übersetzung musste das Zugseil 5-fach statt 3-fach über die Rollen gezogen, zudem musste ein grösserer Haken montiert werden. Erst gegen Abend konnten endlich ausgewassert die Schrauben ersetzt und Rolling Swiss wieder eingewassert werden. Glücklicherweise hatten die Wellen keinen Schaden genommen, sonst wäre der Törn in Karlsruhe abrupt beendet worden.

Am Dienstagmorgen, mit drei Tagen Verspätung, fuhren wir dann endlich bei Hochwasser II los (Rhein nur mit Schiffen befahrbar, welche mit Funkgerät ausgerüstet sind, Höchstgeschwindigkeit 20 Km/h). Bei mässigem Schiffsverkehr mit Überholen von Frachtern, angezeigtem Fahrrichtungswechsel und respektablem Abstand von den Buhnen erreichten wir dann nach Überwindung der ersten beiden Rheinschleusen Iffezheim (Film 1) und Gambsheim am Nachmittag den Sportboothafen Kehl. Nach einem tüchtigen Aperitif bei der hübschen Hafenwirtin fuhren wir schliesslich am Abend mit dem Taxi zum Nachtessen in die Strassburger Altstadt in eine Weinstube.

Am nächsten Tag schleusten wir dann durch die Rheinschleusen Strassburg (Film 2), Gerstheim, Rhinau und Marckolsheim nach Breisach, wo wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit beim Motor- und Yachtclub Breisach anlandeten. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung in der edlen Rheinstadt liessen wir uns dann im Kapuzinergarten tüchtig verwöhnen.

Früh am Morgen, gleich nach Tagesanbruch fuhren wir am nächsten Tag von Breisach los durch die Schleuse Vogelgrun und wurden nach kurzer Zeit von stockdickem Nebel mit knapp 100 m Sichtweite umhüllt. Ein etwas anderes als das bekannte Gefühl auf dem Meer. Das AIS-System auf der Rolling, welches einem grosse Rheinschiffe hätte zeigen können, funktionierte natürlich schon seit Holland nicht. Zurückfahren konnten wir nicht mehr. Irgendwo festmachen und warten konnten wir auch nicht. Es hat keine Dalben und das kanalisierte Ufer ist abgeschrägt. Unser Meerradarschirm in der grossen Tortenschachtel nützte auch wenig. Er zeigte meist nur Flecken und keine klaren Hindernisse oder Rheinschiffe. Zum Glück hatte es in diesem Bereich keine Buhnen mehr, so dass nach alter Manier mit Ausguck und Horchposten vorne und hinten mit stark reduzierter Geschwindigkeit mit der Steuerbordseite nahe am Ufer bis zur Schleuse Fessenheim gefahren wurde. In Fessenheim hellte es dann wieder auf, so dass wir das Atomkraftwerk unbeschädigt an Steuerbord liegen lassen konn-ten. Heil kamen wir dann weiter und erreichten nach den Rheinschleusen Ott-marsheim und Kembs das gelobte Ziel, den Regioport Basel.

Kaum in Basel angelangt, musste ich mit dem Spediteur zum Zoll, wo man mir ein bisschen verlegen mitgeteilt hat, dass wir wegen der vielen Bewilligungen (Personenfahrten, Winterlager, Hafenrundfahrten, Demonstrationsfahrten, MWST, Zoll, etc.) für die Rolling Swiss II einen so hohen zweistelligen Tausenderbetrag Kaution haben hinterlegen müssen.

Eine letzte Überraschung bereitete uns dann noch die Firma Satram-Huiles SA, wo wir beim Dreiländereck Diesel bunkern wollten. Vorabklärungen, lange im Voraus haben ergeben, dass man nach Voranmeldung am Vortag ohne weiteres als Sportboot Diesel tanken könne. Als wir dann aber tatsächlich auch tanken wollten, hat man uns gesagt, dass man in Basel (Schweiz) nur bunkern könne, wenn man eine Rückführungseinrichtung für überlaufenden Diesel habe; eine solche hatten wir natürlich nicht. Wir haben schon immer gewusst, dass man es mit dem Umweltschutz in der Schweiz sehr genau nimmt!

Nun denn, das Werk war dann mal vollbracht, die Rolling Swiss II stand schliesslich im Heimathafen Basel (Film 4) und konnte und wurde auch von männiglich besichtigt.

zum Schluss:
Weil das Befahren der 10 Rheinschleusen nur uns sechs Rheinfahrern vergönnt war, hat unser Rolf eine DVD angefertigt, auf welcher jedermann einen guten Eindruck erhält, wie die Rheinschleusen zu befahren sind. Die Filmsequenzen können über das Fenster Clubleben der Homepage des CCS ab-gerufen werden.

Mit freundlichen Grüssen vom Rhein

Skipper Werner


20.10. – 27.10.2012 Medemblik – Köln

 
Auf dem Weg zum Heimathafen Basel
 
Unser Schiffsverantwortlicher hat die RS II in der Werft in Medemblik für die Rheintörns bereitstellen lassen. Dort im pitoresken Medemblik haben wir die RS II an einem regnerischen Tag von der Werft übernommen. Nach Kontrolle der Reparaturen haben wir die Werft in Richtung Amsterdam verlassen. Bei der Ausfahrt in Medemblik funktionierte die Schleuse nicht richtig. Beim Oeffnen musste der Schleusenwart drei Anläufe nehmen. Nach ca. einer Stunde vor und in der Schleuse verliessen wir Medemblik. Kurz nach dem Ende der bürgerlichen Abenddämmerung sind wir in Amsterdam im Six Hafen angekommen. Die enge Hafeneinfahrt in der Nacht hat uns alle zum ersten Mal richtig gefordert. Unser Steuermann hat das aber mit Bravour gemeistert.
Am Sonntag verliessen wir Amsterdam in Richtung Rheinkanal. Es ist beeindruckend wie viel Berufsschiffahrt selbst am Sonntag auf diesem Kanal unterwegs ist. Die Marschfahrt unserer Rolling II entsprach mehr oder weniger der Geschwindigkeit der Lastschiffe. So konnten wir fast den ganzen Kanal lang hinter einem holländischen Lastschiff hinterher fahren. Am Sonntag Abend haben wir in Tiel festgemacht. Im Sportboothafen von Tiel hat uns ein Schweizer Ehepaar angesprochen. Die Reportage im Boote hatte es ihnen angetan und deshalb wollten Sie die RS II besichtigen. Dieser Bitte sind wir gerne entgegengekommen.

Bei ausserordentlich schönem Herbstwetter sind wir am Mittwoch Abend in Düsseldorf angekommen. Der letzte Tag unter Fahrt führte uns bei etwas kühlen und nebligen Wetter bis in die Rheinmetropole Köln. Die RS II hat sich auf dieser Reise von der besten Seite gezeigt. Wir hatten auf der ganzen Reise null Probleme. Dies ist sicher grösstenteils unserem Schiffsverantwortlichen Marc Pingoud zu verdanken. Hiermit sei ihm auf diesem Wege für seine grosse Arbeit ganz herzlich gedankt.

Skipper Johannes