04.10.- 11.10.2014 Portsmouth – Portsmouth

Skipper: Marc
Crew: Frédéric, Max, Rico

Manövertörn im Solent

Das Rattern der Rollbags auf den Planken des Schwimmstegs in den Ohren. „Haslar Marina“ in Portsmouth – heisst der Ort, an dem wir an diesem Morgen die Rolling Swiss ll finden werden – Ein spannungsgeladener Augenblick.
Der Duft von Seetang hängt in der Luft – es ist ablaufendes Wasser. Die Steine und Spundwände im Hafenbecken sind vom Meerwasser getränkt. Der Himmel ist blau mit einigen Wölkchen. Mein Herzschlag leicht erhöht.

Da liegt sie – ruhig und schweiget. Die Rolling Swiss am Steg „H“ wie Hotel.
Crew geht – Crew kommt. Ein scheinbar eingespieltes Prozedere. Das Schiff ist schnell in unserer Hand. Die Kojen verteilt, Fixleintücher gestreckt und die ganze Crew an Deck.
Einkaufen. Bunkern. Sicherheitseinweisung usw – nein da war doch noch etwas! Was ist, wenn die Schwimmweste „aufpoppt“? – Das haben wir uns selbst gezeigt: man nehme ein Crewmitglied, eine Weste mit geladener Luftkartusche und etwas Raum rund um die Versuchsperson. Und natürlich Kameras bereithalten. One, two, three. Ein Popp, ein Zischen und in sekundenschnelle steht ein praller Kragen um unseres Kollegen Hals. Eindrücklich wie das klappt! Dazu gab’s dann noch etwas Theorie 😉

„Greenhorns und Spezialisten“
Jedes der Crewmitglieder war extrem „parat“ für diesen Törn – am meisten sicherlich unser Skipper. Denn jeder von uns hat natürlich auch seine „Greenhorn-Seiten“ mitgebracht; seine Mankos – ja deshalb sind wir ja da, um diese zu „stopfen“.
Der eine war wenig bis nie in Tidengewässern gefahren, der andere kam mehr oder weniger aus der Motorbootschule vom 500kg „Bootchen“ auf die 20 Tonnen Rolling Swiss. Ein weiterer war mit den hier vorhandenen Berechnungs- und Zeichenmethoden wenig vertraut – man stelle sich den Skipper dieses „Manövertörns“ vor. Pädagogisches Stretching bis zum Spagat ist wohl angesagt!
Und er hat dies mit Bravour bis zum Schluss gemeistert. …. Hilfreich war der allgegenwärtige Humor und die Freude – wir hatten’s oft so lustig!

Manövertörn war angesagt. Nach ersten Landungs- und Ablegemanövern, ging es darum einen Punkt, eine Boje auf dem offenen Wasser anzusteuern. Bojen gibt es im Solent viele. „Mary Rose“ gibt es nur einmal. Eine gelbe, kugelrunde soll es sein. Zum Glück haben wir uns nicht ganz die Zähne ausgebissen – der Menüplan hätte sich danach etwas einseitig gezeigt – aber diese „Mary Rose“ wollte uns nicht erscheinen! Ein Felsen-Fort vor Portsmouth ist uns quasi dazwischen gekommen. Dieses haben wir – die Rolling Swiss dankt – nicht umgefahren sondern umfahren. Jedoch gleichzeitig den Kurs und die Aussicht auf die sehnlichst erwartete „Mary Rose“ verloren.
In der Folge wurden wir immer besser im Finden von Bojen, unsichtbaren Punkten, Fendern. Im An- und Ablegen vor-, rück- und seitwärts – Mit einer, mit zwei Schrauben und ebenfalls mit der dritten Schraube des Bugstrahlruders. Man kann das Sprichwort vom Apfel in unserem Fall gut anpassen: „a maneuver a day, keeps the boat-doctor away“!

Dazu hat sich der herbstliche Solent von seiner bekannten Seite gezeigt. Sonnenschein wechselte mit Wolkenhang und gespenstischem Nebel. Auch hin und wieder etwas Regen war auf dem „Menüplan der Meteo“. Wind und Kälte hielten sich in Grenzen. Alles in allem hat uns auch hier die Rolling Swiss mit etwas Komfort wie Warmluft und Warmwasser nachgeholfen.

A propos Menüplan. Dieser liest sich wie eine halbe Weltreise. Neben gutem Frühstück und mannigfaltigen „Quicksuppen“ am Mittag, wurden diverse kulinarische Landungen gemacht:
Von Chinesisch nach scharf Indisch, über ein Fondue an Bord zu Fish and Chips und fantastisch, englischen Pubs – ein must für jeden Besuch im Solent. Tipp: „Soup of the Day“ vom Pub „the Bugle Coaching Inn“ im Dorfkern von Yarmouth; am Chemine-Feuer in einer der verschiedenen gemütlichen Ecken. Real British!

„A breath of offshore“ atmeten wir an der West-Spitze der „Isle of Wight“ ein. Zum Auf- und Abschaukeln der Rolling Swiss im Ärmelkanal zeigten sich uns die kreide weissen „Needles“ in der Brandung. Zwei kleine Fischerboote, welche vielleicht den „Haddocks“ (Schellfisch) lauerten, die wir abends auf unseren Tellern fanden – wer weiss?
Neben diesen Bildern bleibt bei jedem von uns ein verborgener Schatz an Bildern hängen. Bei mir sind es die zahlreichen Tiden umspülten Flussdeltas des Solent: wie River Hamble, River Itchen, River Newtown, Beaulieu River… Aber auch die zahlreichen Berufs- und Arbeitsschiffe bei Tag- und bei Nachtfahrt.
Da wäre noch eine Seltenheit zu erwähnen: „Drei Schwestern im Blitzlichtfeuer“. Nicht etwa die Schwestern von „Mary Rose“, nein, zwei Schwestern unserer Rolling Swiss ll gaben uns die Ehre.
Ein kurzes „Stell-Dich-Ein“ von drei identischen Exemplaren der Trader 42 mitten auf See. Drillinge quasi. Und auf jeder steuert ein Skipper mit Freude durch die Heckwellen der Schwester-Boote. Sprudel hinter den Booten und Spitzbuben-Freude auf den Gesichtern der Steuermänner. Der Fotosession folgte ein Interview mit einem britischen Journalisten – ein weiterer Medienbericht, bei dem die Rolling Swiss in gutem Licht steht.

River Hamble – Universal Marina. Sauber geputzt und gut vertäut liegt sie da. Still und schweiget. Im Kielwasser der Woche ein Track auf der Seekarte, der einem Schnittmuster-Plan ähnelt. Hin und her, zick und zack, wie ein Stern in den Wassern des Solent.
Merci Rolling. Merci CCS. Merci Kollegen.

Rico


20.09. – 27.09.2014 Portsmouth – Portsmouth

Skipper: Rolf und Christoph
Crew : Ruedi, Martina, Tiffany und Roman

Unterwegs mit dem „Männerspielzeug“, welches auch unseren Mädels ein Lächeln ins Gesicht zauberte

Unsere Crew

Ausgeschrieben war es als Reiseturn mit Start- und Zielhafen Portsmouth. Eine Woche Dauer, ca. 100 Seemeilen und die Strecke nach Absprache wählbar. Hört sich schon mal sehr gut an. Die Wettervorhersage kündigten gutes Wetter an und wir freuten und auf eine gesellige Woche.

Zum Organisatorischen: Unser Skipper Rolf wünschte im Voraus von jedem ein Menu, welches auf dem Boot zubereitet wird. Bei 6 Personen macht dies nach Adam Riese 6 Mahlzeiten.

Anreise war am Freitag per Zug mit Endbahnhof Portsmouth. Danach eine kurze Überfahrt mit der Fähre nach Gosport und Übernachtung im „Guesthouse Acon“

Samstagmorgen zur Stärkung ein englisches Breakfast und um 9 Treffen am Steg mit Bootsübernahme.
Erstmal war Einkaufen angesagt. Martina und Ruedi hatten gute Vorarbeit geleistet und wir kurvten mit einer Liste bewaffnet durch den Supermarkt.
Das Auffinden der Lebensmittel war ein richtiges Abenteuer. Sehen doch viele Verpackungen nicht so aus wie bei uns.

Ist das Apfelmus oder was?

Warum gibt es nur keinen Migros in Gosport? Für 6 Personen die richtige Menge abzuwägen gestaltete sich auch schwieriger als erwartet.

Einkaufen in Gosport

Nachdem wir den Einkauf für gefühlte 3 Monate auf dem Boot gut verstaut hatten, gab es eine ausführliche Einführung und danach hiess es „Leinen los!“
Jeder von uns durfte mal an Steuer um ein Gefühl zu bekommen, wie sich das Schiff verhält. Für die kommenden Tage war dies sehr hilfreich.

Sonntagmorgen Briefing um Punkt 10 Uhr, geführt vom Skipper II Christoph. Die vorbereitete Route wurde erklärt, mögliche Gefahren besprochen und Massnahmen erwähnt.

Briefing mit Routenbesprechung

Aufmerksames Zuhören war von Vorteil, da jedes Crewmitglied auch einmal Tagesnavigator sein durfte.

Motoren an und geführt von Navigator Christoph das Tagesziel Bucklers Hard angesteuert.
Der Verkehr im Hafenbereich von Portsmouth fordert stetige Aufmerksamkeit. Fahren doch vom Kanufahrer bis zur grossen Fähre alle Schiffe im sehr schmalem Fahrwasser.

Kanufahrer in Gosport

Rush Hour im Kanal

Vorbei an Cowes und Gurnard bogen wir in den wunderschönen Beaulieu River ein, um die malerische Landschaft zu geniessen.

Ein Panorama zum Geniessen

Wir legten in Bucklers Hard an und gingen gemeinsam an Land um am regen Dorftreiber teilzunehmen.

Häuserreihe Bucklers Hard

Wollten wir doch ein richtig englisches Pub besuchen und gemütlich zusammen anstossen. Vorwarnungen zufolge sei das englische Bier ungeniessbar und ein Auge auf Importbier zu empfehlen. Diese Erfahrung konnten wir gar nicht teilen, denn das Bier war sehr gut.

Montagmorgen und Petrus meinte es noch immer gut mit uns. Auch das Klischee in England regne es immer konnten wir über Bord werfen.

Sonnenaufgang in Bucklers Hard

Wieder den Fluss runter an vielen Schiffen vorbei und einige „wow“ und „schau mal“ später bogen wir ab, um den Leuten in Hafen des River Humble „hoi“ zu sagen.
Rolf wusste ein schönes Fleckchen um an die Boje zu gehen und wir fuhren in den Newton River ein. Die Einfahrt ist besonders schmal und die Ansteuerung sollte möglichst genau und mittig erfolgen.

Ansteuerung Newton River

Das Wetter war noch immer sehr schön und bei einer Wassertemperatur von 20 Grad, wollten einige von uns die Gelegenheit nutzen.

Baden im Newton River

Beim Schwimmen war die Strömung sehr gut zu spüren und da David Hasselhof gerade anderswo in den Ferien ist, sorgten wir mittels Fender und Hilfsleinen vor.

Wir lagen nun total abgeschieden an einer Boje ohne Landstrom, draussen ein malerisches Panorama und einen riesen Hunger. Nur gut hat die Rolling Swiss einen Generator an Bord. „Rolf, schmeiss an das Ding, wir wollen kochen!“

Dienstag wollten Tiffany und Roman einige Meilen für Ihren Hochseeschein holen und überredeten Rolf ein wenig auszuholen und nordöstlich bis auf Höhe Cowes zu fahren. Dort drehten wir um und fuhren an Yarmouth vorbei zu den Needles. Die Needles sind eine Gruppe von drei Felseninseln aus Kreide wenige Meter vor der Westspitze Needles Point der Isle of Wight vor der Südküste Englands.

Needles

Auf dem Rückweg hiess es auf einmal: „Ist auch alles wirklich seefest?! Nun alle auf Deck! Jetzt wird Sprit verbraten.“ Hebel nach vorne und ab geht’s. Die Motoren heulen auf und breites Grinsen macht sich breit. Daran könnten wir uns gewöhnen, doch leider ist keiner von uns ein Ölscheich.

Volle Fahrt voraus

Danach ging es in den Lymington River, wo es mit dem Fährenverkehr sehr eng zu und her geht.

Wir legten in der Berton Lymington Marina an und machten grosse Augen. Was uns dort für sanitäre Anlagen erwarteten, ist auf 5***** Niveau.

Aber es kam noch viel besser. Ruedi kramte ein Fondue Caquelon hervor und Christoph zauberte ein Schweizer Fondue hervor. Die Stimmung war sehr gut und die Nacht dementsprechend sehr kurz.

Schweizerabend mit Fondue

Und schon war es Mittwoch … huch wie schnell die Woche vergeht. Leider viel zu schnell. Zwischenetappenziel war Yarmouth, wo wir einen Stadtbummel mit anschliessendem Restaurantbesuch unternahmen.
Was steht da nur auf der Speisekarte? Der Teller vom Nachbarstisch sieht lecker aus. Kurzerhand 6 mal das Gleiche bestellt und voll ins Schwarze getroffen. Fish&Chips waren sehr lecker und eine riesen Portion. Nur gut bestellten wir „small“.

Die Strömung im Hafen war sehr stark und wir wollten gut schlafen. Kurzerhand fuhren wir wieder in den Newton River herein. Hier lässt es sich aushalten dachten wir und der Generator hatte schon wieder das Nachsehen. Während wir es uns wie auf einer Kreuzfahrt gut gehen liessen (Diät wird nächste Woche gemacht), ging die Sonne unter und ein sternenklarer Himmel leuchtete über unserem Deck.

Abendstimmung im Newton River

Mit strahlendem Sonnenschein läutete der Donnerstag ein und wir nahmen Fahrt auf mit Ziel Cowes. Anscheinend waren wir nicht die Einzigen, die an diesem Tag dorthin wollten. Reges Treiben im Hafen, dazu noch eine Kettenfähre die uns quer passieren kann. Vorsicht war geboten und jeder sperrte die Augen auf.

Kettenfähre in Cowes

Vom kleinen Ruderboot bis zur Autofähre, ist dort alles unterwegs. Auch war die Strömung auflandig und für einfachere Anlegemanöver fuhren viele den Hafen hoch, um oben zu wenden und gegen den Strom anzulegen.

Wenden in Cowes

Kaum hatten wir angelegt, fuhr eine grosse Segelyacht mit nur 2 Personen Besatzung daher. Ein Ehepaar aus Australien mit einem 65 Fuss Schiff, welche schon 3 Jahre die Welt bereisen. Unser Skipper zeigte sich als besserer Diplomat als die Leute aus Bern und so durften wir das Schiff besichtigen. Lee und Andrew nahmen sich sehr viel Zeit um uns Ihr „Haus“ zu zeigen und erzählten auch, was sie auf ihren Reisen so erlebt haben.

Bootsbesichtigung X-Yachts

Freitag und leider auch schon der letzte Tag auf dem Boot. An vielen Wasserfestungen vorbei fuhren wir wieder in den Hafen von Portsmouth ein. Das Schiff wurde von oben bis unten geputzt und die Inventarliste abgearbeitet. Danach übergab Rolf das Boot dem nachfolgenden Skipper und wir gingen auswärts Abendessen. Martina hat doch die Küche auf Hochglanz poliert und wir wollten das Schiff pinkfein abgeben.

Samstag hiess es früh aufstehen, auspuffen und auf den 9 Uhr Zug mit Ziel Flughafen London Gatwick.
Gemeinsam flogen wir alle nach Basel, wo wir uns voneinander verabschieden mussten. Schade ist es schon wieder vorbei.
Die Reise wird uns jedoch noch lange in Erinnerung bleiben.

Besten Dank für die tolle Zeit mit euch allen, ich hoffe wir sehen uns bald wieder.

1.10.14 Roman


30.08. – 06.09.2014 Le Havre – Paris

30.08.2014 – 06.09.2014

Le Havre – Paris

Skipper: Peter und Christoph
Crew: Priska, Peter und Kristina

Die Seine von ihrer schönsten Seite

Nach einer leidlich gemütlichen Fahrt im TGV von Zürich nach Paris, wo wir das reservierte Mietauto übernahmen, erreichten wir nach einer ca. 2-stündigen Fahrt Le Havre, den Ausgangspunkt für unseren Seine-Törn. Da wir das Boot erst am Samstag übernehmen sollten, blieb noch etwas Zeit für einen kurzen Stadtbummel sowie ein gemütliches Abendessen, um uns auf die französische „Joie de Vivre“ einzustimmen.

Peter, unser Skipper, und Christoph als Skipper 2 regelten die Bootsübergabe bereits am Freitag, so dass wir übrigen, Peters Frau Priska, ihr Vater Peter und ich, Ehefrau von Skipper 2, am Samstagmorgen gleich die Rolling Swiss II entern konnten.

Nach erfolgter Sicherheitsinstruktion durch Christoph fuhren wir gleich los. Leider war uns das Wetter nicht milde gestimmt, so dass die kurze Überfahrt übers Meer etwas stürmisch geriet und vor allem Priska und ich mehr als erleichtert waren, die ruhigen Binnengewässer der Seine zu erreichen.

Die erste kurze Fahrt führte uns ins wunderschöne, mittelalterlich angehauchte Honfleur, wo wir den Proviant für die nächsten Tage bunkerten. Am nächsten Tag planten wir eine relativ lange Etappe bis nach Rouen, deshalb war früh Tagwache angesagt. Unser Plan ging aber leider nicht auf, da wir wegen einer defekten Schleusenanlage gezwungen waren, aufs Hochwasser zu warten, was unsere Abfahrt um einen halben Tag verzögerte! Dadurch hatten wir aber die Möglichkeit, das pittoreske Honfleur etwas besser zu erforschen.

Glücklicherweise erwies sich die Fahrt nach Rouen kürzer als ursprünglich angenommen, so dass wir unseren Reiseplan einhalten konnten. Nach einer Besichtigung von Rouen’s Altstadt und der beeindruckenden Kathedrale nahmen wir am nächsten Tag weiter Fahrt auf, welche uns in den nächsten Tagen über Poses, Les Andelys, Vernon nach Le Port de l’Ilon führte, wo wir das Boot auftanken konnten und einen Tipp bekamen, einen Abstecher auf die Oise nach Port Cergy zu machen. Der Tipp war goldrichtig und der Abend im mediterran angehauchten Port Cergy einer der schönsten dieses Törns.

Die nächste Station hätte zugleich unsere Endstation sein sollen: Paris Arsenal! Es erwies sich jedoch als etwas schwierig, dort unterzukommen, weshalb wir eine Nacht im ca. 24 km entfernten Port Van Gogh verbrachten. Nach etwas Überzeugungsarbeit gelang es uns schliesslich doch, am nächsten Tag im Hafen Paris Arsenal einen Platz zu ergattern, was vor allem für die Bootsübergabe von grossem Vorteil war.

Nach 7 Tagen und insgesamt 7 (!) Schleusen auf der Seine am Eiffelturm vorbei ins Zentrum von Paris einzufahren war ein einmaliges und absolut beeindruckendes Erlebnis und somit würdiger Abschluss eines unvergesslichen Törns!


26.07 – 09.08.2014 Nantes – Brest

Skippper: Marc und Isabelle
Crew: Christian und Morten


Ein Traum geht in Erfüllung – und Wie!

Schon lange wollte ich einmal die Bretagne befahren – so viele spannende Geschichten und beindruckende Bilder von Clubkollegen, view die mit den CCS-Segelyachten dieses Revier bereits erleben durften. Die Bretagne wurde mehr und mehr zum Traumrevier von mir: Die Rolling Swiss II musste dahin…. 2014 passte es!
Was lag also näher, einen zweiwöchigen Törn von Nantes nach Brest zusammen mit unseren Kollegen Christian Tiedt vom „BOOTE Magazin“ (http://www.boote-magazin.de/) und Morten Strauch von „Morten Strauch Fotografie“ (http://www.mortenstrauch.com/)durchzuführen. Besonders gefreut, hat mich auch, dass Isabelle vom Generalsekretariat des CCS sich auch wieder einmal für einem Törn mit der MY Rolling Swiss II entschlossen hat – und das sogar noch als Skipperin II! Danke Isabelle für deine tolle Unterstützung!
Was soll ich über diesen Törn mehr schreiben?
Christian wird für die beiden Reportagen, die voraussichtlich im ersten Quartal 2015 im BOOTE erscheinen werden, sicherlich wiedermal sein ganzen Können einsetzen und unsere Erlebnisse in seiner typischen lebhaften und packenden Form wiedergeben – untermalt von den beeindruckenden Bildern von Morten. Inseln werden dabei sicherlich ein Schwerpunkt bilden, beinahe alle haben wir besucht! Das hervorragende Wetter (gegenüber dem letzten Jahr in Norwegen – und gegenüber dem Schweizer Sommer) wird Mortens Bilder nur so strahlen lassen.
Vermutlich werden wir von malerischen Leuchttürmen, historischen U-Boot-Bunkern, zerklüfteten Klippen, karibischen Sandstränden, verspielter Eskortierung durch Delfine, trockenfallenden Häfen, dem gastlichen Empfang durch die Bretonen, Keltischer Musik, berüchtigten „Ecken“, idyllischen Flussläufen, schmackhaften Moule-Frites und den allzeit dominierenden Tiden lesen… Es waren unzählige, tolle Erlebnisse!

Danke an Isabelle, Christian und Morten es hat sehr viel Spass gemacht! – Marc


12.07. – 19.07.2014 Lorient – Nantes

Skippper: Ernst und Jürg
Crew: Dora, Martin, Pierre-François

Im Boot-Paradies – warten auf bessere (Ge-)Zeiten?

Traurig sind sie anzusehen: Fischer- und Ruderboote, kleine Segel- und Motorjachten stehen trockengefallen schief im Morast – alle warten sie auf bessere (Ge-)Zeiten.

 

Nicht so die Rolling Swiss II, sorgt ihre Crew doch immer für die berühmte Handbreit Wasser unter dem Kiel. Gleichzeitig macht der bis zu 5 m grosse Tidenhub für Navigations-Fans den Reiz des Reviers Bretagne aus, ist doch die Planung entsprechend interessant und anspruchsvoll.

Schweiz Regen, Nordwestfrankreich Sonne – nicht umsonst weist die Bretagne gemäss Statistik im Sommer eine grosse Anzahl Sonnenstunden auf. Im Zentrum des Hochs gleitet die Rolling Swiss II mit Sicht auf zwei Horizontalen dahin, unten das blaugrüne Wasser, darüber ein feines Wolkenband aus Feuchtigkeit, die über dem Land aufsteigt, übergehend in den zartblauen Himmel. Winzige weisse Dreiecke scheinen sich kaum zu bewegen, kein Segelwetter, aber perfekt fürs Motorboot.

Alle am Steuer sind begeistert von den Manövrier-Fähigkeiten, die die beiden Motoren erlauben. Abdrehen, rückwärtsfahren, Tellerwende, Andocken… unter kundiger Anleitung von Ernst üben die mehr oder weniger erfahrenen Crew-Mitglieder alle erdenklichen Bewegungen und reizen die Möglichkeiten der Rolling Swiss II aus. Weiter bietet das Schiff mit Generator, Tiefkühlfach, TV (zum Empfang der Fussball-WM!), Nespressomaschine und abgeschlossenen Duschen viel Komfort und Bequemlichkeit.

Bei der Tagesplanung, abwechselnd von einem CCS-ler durchgeführt, war aufgrund der saisonalen Verkehrsdichte bei der Wahl der Tagesziele Flexibilität gefragt. In den angelaufenen Häfen boten sich dreierlei Szenarien: viele Gästeplätze in Port Blanc/Île aux Moines im Golf von Morbihan und in Le Palais auf der Belle Isle, dann vor allem einheimische Sportboote in Port Haliguen, Trinité sur Mer, La Turballe, L`Herbaudière und im Stadthafen von Lorient und schliesslich keinerlei Infrastruktur für Sportschiffe im Hafenbecken von St. Nazaire, wo U-Boot-Bunker noch vom 2. Weltkrieg und der deutschen Besetzung zeugen. Angenehm aufgefallen sind uns die Gummiboot-Lotsen, die geschickt den Liegeplatz anzeigen und im Einzelfall das Gästeschiff an der Trosse hinführen, Tenderdienste anbieten oder gleich die Liegegebühr kassieren (EUR 25 – 52), was den Gang zur Capitainerie erspart.

Den momentan Untätigen vergeht die Zeit im Nu. Der Blick auf die unendlichen Küsten von Festland und zahlreichen Inseln mit abgeschliffenem Fels, einsamen Sandstränden, grünem Nadelwald, unterbrochen von typischen weissen einstöckigen Häusern mit Kaminen an beiden Stirnwänden ist Unterhaltung genug. Aber auch im Meer gab’s neben vielen Seezeichen eine Delfinschule zu beobachten. Und schliesslich durfte auch das obligate Bad im erfrischenden Meer nicht fehlen. Gelegenheit dazu bot ein Mittagshalt am Anker vor der Insel Houëdic.
Unser Skipper hat bei Vorbereitung und Durchführung an alles gedacht. So fand die Vorbesprechung in einem Zürcher Restaurant statt, wo das Motto der Zunft zu Schiffleuten zu lesen war: „Auf Wellen und vor Anker treu“.

Juli 2014 Dora (Bericht), Martin und Jürg (Fotos)


5.7. – 12.7.2014 Lorient – Lorient

Skippper: Ernst und Ruedi
Crew: Markus, recipe Jean-Luc, Urs, Hanspeter

 

 „Rolling Swiss II“ besucht die Bretonischen Inseln, 193.1 sm

Urs und ich stiessen am Vorabend gegen Mitternacht in strömendem Regen zur Crew auf der „Rolling Swiss II“, wo wir herzlich in Empfang genommen wurden. Skipper Ernst, sein Stellvertreter Ruedi, Markus und Jean-Luc waren schon am späteren Nachmittag angekommen, hatten sich eingerichtet und verfolgten gespannt das Viertelfinalspiel Brasilien-Kolumbien am schiffseigenen TV. Aha, das Ding verfügt nicht nur über einen Motor, auch ein TV ist an Bord! Ich sollte noch ein paar Mal staunen, was alles zum selbstverständlichen Equipment auf einer CCS-Motoryacht gehört. Nach einer ersten Nacht am Schwimmsteg neben der Capitainerie wurde nach dem Morgenessen der Einkauf im Schiff gebunkert. Anschliessend stellte uns Ernst die RSII vor und Ruedi übernahm sehr kompetent die Sicherheitsinstruktion.

Trotz Regenwetter und mässigem Wind entschlossen wir uns, am späteren Nachmittag Richtung Ile de Groix Port Tudy anzusteuern. Nach dem Ablegemanöver war die Crew schon patschnass. Ernst und Ruedi navigierten sicher durch die Gischt, so dass wir nach einer guten Stunde zwischen zwei Bojen im Hafen festmachen konnten. Schiff und Crew waren im wahrsten Sinn des Wortes getauft für diesen Törn.
Bei wesentlich freundlicherem Wetter führte ich als Navigator das Boot am Sonntag gegen Westen den Iles des Glénan entgegen. Ein unerwartetes MOB-Manöver konfrontierte Jean-Luc am Steuer mit den Eigenheiten der mit 2 x 380 PS motorisierten 16 Tonnen. Kurzfassung: Der Kugelfender wurde schlussendlich ohne Rücksicht auf trockene Schuhe wieder an Bord gehisst.

Die Einfahrt zum Bojenfeld vor St. Nicolas musste trotz schwachem Tidenkoeffizient von 44 und nur 1.2 m Tiefgang sorgfältig gefahren werden. Ohne grosse Probleme stoppte Markus das Boot vor der anvisierten Boje 1010. Die anschliessende Landgang auf der Insel lohnte sich sehr, bei 10-20 Grad höheren Temperaturen hätte man sich in der Karibik wähnen können. Die Leser des Krimis „Bretonische Brandung“ von J.-L. Bannalec hatten mehrere „Déjà-vus“. Sogar die berühmte Segelschule demonstrierte ihre Aktivitäten bis in den späten Abend.

Nach einer ruhigen Nacht und gewohnt üppigem Frühstück konnte Urs das Boot dank Hochwasser weiter Richtung Westen an der Insel vorbeiführen. Dabei teilte die RSII eine Gruppe Optimistenboote wie einen Schwarm Fische, wenn ein Schatten über ihnen erscheint. Auf Anweisungen des Tagesnavigators Markus drehte Urs das Boot auf nördlichen Kurs und peilte die Hafenstadt Bénodet an. Auch Urs kam nicht um ein MOB-Manöver herum, der Kugelfender wurde mit trockenen Schuhen geborgen, man ist ja lernfähig…

Die 4 sm flussaufwärts auf der Odet in der malerischen Landschaft waren für Steuermann und Crew sehr abwechslungsreich. In Bénodet hatten alle Crewmitglieder die Möglichkeit, die RSII übungsmässig seitlich an einen Steg anzulegen. Strömung und Wind erwiesen sich als Hilfe oder erschwerten das Manöver, je nachdem, wie angelegt wurde. Mit einem grossen Bogen um die Landzunge zwischen Bénodet und Concarneu erreichten wir den Zielhafen. Die befestigte Hafenstadt lud zu einem Bummel ein, bevor wir im „l’Ancre“ die Speisekarte studierten und anschliessend bei der humorvollen Serveuse aus Colorado die Bestellung aufgaben. Wieder zurück an Bord musste Jean-Luc noch bis nach Mitternacht die Navigation für den kommenden Tag ausarbeiten…

Die geplanten 65 sm führten südlich an der Ile de Groix vorbei zur Belle Ile. Beim „Speed-Test“ mit 16 kn bei 2900 rpm durch das flache Wasser gurgelten laut Anzeige 70 -75 l Diesel pro Motor und Stunde in die Brennkammern. Gegenüber „Cruising-Speed“ von 7-8 kn der zehnfache Verbrauch! In Le Palais wies uns die Capitainerie einen Platz im hinteren Hafenbecken unter einem schiefen Anlegeverbotsschild zu. Die Wassertiefe reiche voraussichtlich auch am nächsten Morgen bei Niedrigwasser… Wir verliessen uns auf diese Angaben und belegten die RSII mit langen Festmachern in flachem Winkel oben an der Hafenmauer. Im Restaurant „Vivier“ wurden wir mit feinster bretonischer Küche verwöhnt. Dank der Flut mussten wir nicht allzu tief über die rostige Hafenmauerleiter ins Boot hinunter steigen. Ein trauriges Bild bot am Morgen ein gegenüber festgemachtes Segelschiff mit norwegischer Flagge, das die berühmte handbreit Wasser unter dem Kiel schon vor längerer Zeit verloren hatte und bedenklich schief in den Festmachern hing. Dass das Echolot nur noch 1.1m unter der RSII anzeigte, beunruhigte unsere Skipper nicht gross, das nächste Wasser komme schon bald – und sie hatten recht!

Die Mittwochsroute führte uns nördlich nach Trinité-sur-Mer, wo wir die berühmten zwei Cs zum Mittagessen bestellten. Die Meerengen bei Port Navalo und der Pointe des Rechauds passierten wir wie berechnet vor dem auslaufenden Wasser. Vom Schwimmsteg neben den Bojenfeldern mussten wir per Dingi auf die Ile aux Moines. Das Nachtessen in einem rustikalen Restaurant oberhalb des Hafens rundete unseren Ausflug ins „kleine Meer“ (Golfe du Morbihan) ab.

Die zweitletzte Tagesroute wurde unterwegs dem höheren Tidenfaktor angepasst und anstelle Étel der uns schon bekannte Port Tudy angesteuert. Die RSII wurde längsseits an ein Motorschiff im „Päckli“ festgemacht. Für ein letztes Nachtessen an Bord vor dem Ausgang wurde zum dritten Mal die grosszügig eingerichtete Küche in Beschlag genommen. Nicht nur die bretonische Küche in den Restaurants, auch die Küche auf dem Schiff erfreute die Crew während dieser Woche.

Der letzte Schlag zurück nach Lorient musste recht früh erfolgen, da das Schiff um 10.00 Uhr von zwei Mechanikern für einen Motorenservice am Steg erwartet wurde. Während der Servicearbeiten wurde die frisch betankte RSII für die folgende Crew zurechtgeputzt.

Wir erlebten eine harmonische, interessante Woche unter der umsichtigen Leitung von Ernst und Ruedi. Für alle Crewmitglieder gab es technische, geographische, nautische und kulinarische Neuerfahrungen. Der Teamgeist und das Zusammenleben auf dem Schiff war sehr herzlich, so dass der Abschied am Samstag gar nicht so leicht fiel!

14. Juli 2014, Hanspeter


31.05. – 07.06.2014 Saint-Malo

Skippper: Rolf
Crew: Marlis, stuff Barbara, sovaldi sale Alexander, Sandro

 

Gezeiten und Strömungen – Die Channel Islands

31.05. – 07.06.2014 Anreise Baden – Saint Malo

Die Anreise Zürich nach Saint-Malo ist nicht ganz einfach und dauert mit Auto oder mit dem Zug ca. 10 – 11 Stunden. Ein Teil der Crew ist am Freitag mit dem Zug von Baden via Basel / Paris nach Saint Malo angereist. Da der Zug von Basel im Paris-Gare de Lyon ankommt und die Weiterfahrt nach Saint Malo von Paris-Montparnasse aus weiter geht, war ein Transfer nötig. Für den Transfer hat sich der Bus 91 bewährt und ist zu empfehlen.
Der andere Teil der Crew hat die Anfahrt nach Saint Malo mit dem Auto zurückgelegt. Die gesamte Crew traf sich wie geplant am Freitag um 16.30 Uhr in Saint Malo.

31.05.2014 Saint Malo

Wie vereinbart haben wir um 09.00 im Hafen (Port Sablons) von Saint Malo die Rolling Swiss II von der Vorgängercrew übernommen. Nach den obligaten Übernahmeformalitäten wurde die Rolling Swiss II eingerichtet und für die nächsten Tage auf See vorbereitet. Als mühsame Arbeit erwies sich das Verstauen der Ersatzschrauben, die direkt von England angeliefert wurden.
Der Samstagnachmittag stand im Zeichen der Planung und der Navigation, besonders die Etappe vom Sonntag nach St.Helier (Isle of Jersey). Trotz Vorplanung und ausreichenden Hilfsmitteln nahm die Planung durch die Gegebenheiten wie hohe Gezeiten, starke Strömung, etc. viel Zeit in Anspruch.

01.06.2014 Saint Malo – Jersey

Wie geplant konnten wir um 11.00 Uhr den Port Sablons verlassen und die Fahrt Richtung Jersey aufnehmen. Die gute Vorbereitung vom Vortag hat sich bewährt, so dass wir nach einer ruhigen Fahrt von ca. 41 nm um 16.20 Uhr bei der Einfahrt zum Hafen von St. Helier an einem Ponton anlegen konnten. Während dieser Fahrt haben wir die Landesgrenze und Zeitzone überquert. Ebenfalls haben wir das MOB Manöver geübt. Um 20.30 Uhr konnten wir dann in den Hafen einlaufen. Durch die späte Ankunft und dazu Sonntagabend waren viele Restaurants geschlossen. Danke McDonald ; )

02.06.2014 Jersey – Guernsey

Um 10.45 hiess es Leine los. Alle Crewmitglieder haben sich auf den Besuch in Guernsey gefreut. Unser Skipper hat uns vorgängig einiges über Land und Leute erzählt, da er während mehreren Monaten dort gelebt und gearbeitet hat. Damit wir uns nicht an die Einlaufzeiten von St. Peter Port halten mussten, haben wir entschlossen, dass wir an einen Ponton anlegen. Das gab uns auch die Gelegenheit das Beiboot kennenzulernen.

03.06.2014 Guernsey – Jersey

Für die Rückfahrt nach Jersey haben wir uns entschieden, dass wir die Insel nördlich umfahren werden. Da es im nördlichen wie auch im südöstlichen Teil der Insel mehrere Hindernisse zu beachten gab, war eine saubere Navigationsarbeit gefragt. Bei bestem Wetter und guter Unterstützung durch die Strömung konnten wir eine schöne Fahrt entlang der nördlichen Küste von Jersey geniessen. Um 20.00 Uhr sind wir im gleichen Hafen wie zwei Tage zuvor angekommen.

04.06.2014 Jersey

Da die Wetteraussichten für den heutigen Tag nicht so gut waren, haben wir uns entschieden einen Tag in Jersey zu verbringen. Wir genossen einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt und um die Burg herum. Am Nachmittag besuchten wir mit dem Bus das sehr idyllische Gorey.

05.06.2014 Jersey – Granville

Die Navigation für die Fahrt nach Granville war relativ einfach. Nach der Hafenausfahrt konnten wir ziemlich direkt Granville ansteuern, wo wir um 14.30 Uhr anlegen konnten. Somit hatten wir genügend Zeit die Festung und die Altstadt zu besuchen, sowie den morgigen Tag vorzubereiten.

06.06.2014 Granville – Saint Malo

Heute machten wir uns auf die letzte Fahrt und wohl auch auf die interessanteste der ganzen Woche. Anfänglich schien es, dass die Fahrt mit wenigen Fixpunkten eher den Anschein einer Überfahrt machte.
Nach gut anderthalb Stunden Fahrt hat der Steuermann kurz einen Delphin gesichtet und ca. fünf Minuten später wieder. Alle hielten nach allen Seiten Ausschau und siehe da es werden immer wieder und immer mehr Delphine gesichtet. Die Aufregung wurde immer grösser, als wir feststellten, dass eine Schule von bis zu acht Delphine die Rolling Swiss II begleitete. Obwohl wir mit acht Knoten durchs Wasser fuhren, schwammen fünf dieser eleganten Schwimmer teilweise fünf Stück Körper an Körper vor unserem Bug her. Ab und zu sprang wieder einer aus dem Wasser, um unser Boot von der Seite zu betrachten. Wir hatten den Eindruck, dass die Delphine mit uns und mit der Rolling Swiss II spielten. Nach ca. 20 minütiger Spielerei hatten sie wohl genug und sind plötzlich abgetaucht. Das war ein sehr eindrückliches Erlebnis, dass so noch niemand von der Crew erlebt hat.

Wir alle können auf eine sehr interessante und auch sehr lehrreiche Woche zurück schauen. Obwohl alle Crewmitglieder das Gebiet um Jersey und Guernsey theoretisch gut kannten, war es sehr eindrücklich die extrem hohen Gezeiten von bis zu 11 Meter, die starken Strömungen in Wirklichkeit kennenzulernen und diese in die Navigationsarbeit einzubeziehen.

Danke der tollen Mitarbeit aller Törn-Mitglieder war es eine eindrückliche und unvergessliche Woche.

Ruedi


24.05. – 31.05.2014 Portsmouth – St.Malo

Skipper: Ulrich und Bernhard
Crew: Gabriel, generic Heiner, Walter, Zoran

 

Schön wenn die Tiden kommen wie berechnet

23.05.2014 Basel – London – Portsmouth

Geplant war der gemeinsame Abflug vom Flughafen Basel nach London Gatwick, von wo aus mit dem Zug nach Portsmouth weiter gereist werden sollte. Einer der Crewmitglieder wird am nächsten Tag anreisen und sich mit der Crew beim Schiff Rolling Swiss II in Portsmout treffen.
In Basel begrüssen sich die beiden Skipper und ein Crewmitglied. Wo sind die anderen zwei nur geblieben ? Beide melden den Ausfall Ihrer elektronischen Navigation. Aus noch unerklärlichen Gründen weicht der eine nach Flughafen Genf aus und der andere nach Flughafen Zürich Kloten; vermutlich eine Übung mit Ausweichhäfen an Land (!).
Unvollständig macht sich die verbleibende Crew zum Einchecken bereit und steigt in das Flugzeug Richtung London Gatwick ein. An Bord befindet sich auch der Commodore a.i.. Hmm … zwei Crewmitglieder fehlen, stattdessen der Commodore an Bord … ist dies ein Test für den Skippper ?
Ende gut, alles gut; auch die zwei in Gewitter geratenen Crewmitglieder finden über die Ausweichhäfen Genf und Kloten schliesslich nach Portsmouth, wo die erste Nacht gemeinsam in einem Hotel verbracht wird.

24.05.2014 Portsmouth

Im Hafen angekommen steht da die Rolling Swiss II, ein tolles Schiff. Unser 6. Crewmitglied ist auch angekommen, nun sind wir vollzählig. Pünktlich um 10:00 Uhr findet die Schiffsübernahme zwischen den zwei Skippern statt. Skipper II macht die Sicherheitsanweisungen, während drei Crewmitglieder in die Stadt einkaufen gehen. Um ca. 14:30 Uhr ist alles gesichert und verstaut, leider ein bisschen zu spät um auszulaufen. So wird entschieden, diesen Tag im Hafen zu bleiben.

25.05.2014 Portsmouth – Cherbourg Marina

Es ist soweit; um 06:00 Uhr legen wir ab, Richtung Cherbourg und freuen uns auf die spannende Überquerung des Ärmelkanals, eine Schifffahrtsstrasse, für die es sehr hohe Konzentration braucht. Nicht zu vergessen ist auch die Zeitumstellung zwischen England und Frankreich. An diesem Tag legen wir stolze 80 nm zurück und geniessen nach dem Anlegen in Cherbourg Marina, zugegeben etwas müde, das wohlverdiente Abendbier.

26.05.2014 Cherbourg Marina – Braye Harbour

Für Langschläfer ist heute ein guter Tag; Ablegen erst ab 10:00 Uhr Richtung Alderney. Da ein streckenmässig kurzer Törn geplant wurde, verbleibt noch genügend Zeit für das Manöver „Mann über Board“. Nun gilt es ernst, schnelle Reaktion und die richtigen Befehle sind angesagt. Der Steuermann ist mit dem richtigen Ansteuern beschäftigt, was nach ein bisschen Übung allen Crewmitgliedern sehr gut gelingt. Die zwei Skipper strahlen um die Wette und weisen ein Blatt vor; Congratulation, 100 nm, drei Crewmitglieder haben ihre Pflicht, das Manövrieren mit dem Schiff und das Navigieren für die benötigten, zusätzlichen Motormeilen erfüllt.
Im Hafen Braye Harbour angekommen legen wir an einer Boje an, für einen Teil der Crewmitglieder das erste Mal. Es ist eine gute Gelegenheit das Beiboot für den Landgang auszuprobieren. Da maximal 4 Personen Platz darauf haben, durfte der Skipper II zwei Mal fahren und hatte sichtlich Spass dabei.

27.05.2014 Braye Harbour – St. Peter Port

Um 09:30 Uhr legen wir ab und finden Zeit für das Üben „Drehung Schiff an Ort“. Schliesslich verlassen wir den Hafen unter der Leitlinie der zwei Leuchtfeuer am Festland. Da ist der Navigator gefordert, der den Steuermann anweist.
Da genügend Zeit verbleibt, fahren wir an St. Peter Port vorbei bis zur sehr schönen und malerischen Bucht Port es Saies, wo wir ankern. Zwei Unerschrockene wagen den Sprung in das kühle Nass.
Die gewählte Bucht verlassen wir nach einer guten Stunde Richtung St. Peter Port. Nun wird sich zeigen, ob unsere Gezeitenberechnungen stimmen. Klar doch, gelernt ist gelernt; CCS sei Dank für die gute Ausbildung.

28.05.2014 St. Peter Port – St. Helier

Nach unserer Gezeitenberechnung verlassen wir den Hafen St. Peter Port um 09:25 Uhr und überqueren die Hafenschwelle, nicht nur mit einer Handbreite Wasser unter dem Kiel, sondern mit rund 1.20 m, Sicherheit ist das oberste Gebot.
Im Hafen St. Helier angekommen entscheiden wir uns ausserhalb des mit einer Schwelle versehenen Hafens anzulegen, damit wir unabhängig von Gezeiten am nächsten Tag ablegen können.
Entlang eines Stegs dampfte die Rolling Swiss II fast selbstständig ein, beinahe selbstständig.
Der Wasserpegel steigt und in wenigen Augenblicken verschwindet die Schwelle unter der Wassermasse. Wir staunen nicht schlecht; da drängen sich tatsächlich die vielen Segelschiffe um die „Poolposition“ zu ergattern; wer wird wohl als erster die abtauchende Schwelle überqueren; was für eine Drängelei!

29.05.2014 St. Helier – St. Malo

Gestärkt, gut gelaunt und natürlich vorbereitet verlassen wir den Hafen zu unserem Endziel. Für die meisten ist dies das erste Mal per Schiff Richtung St. Malo. Da werden Erinnerungen wach; die Theorieprüfung über dieses sehr spannende und mit Seezeichen voll gespickte Gebiet. Es ist eine wunderbare Erfahrung, das theoretische Wissen endlich in die Praxis umzusetzen. Faszinierend dabei ist, wie genau die berechneten Werte mit der vorgefundenen Situation übereinstimmen.
Die mächtige Festungsstadt begrüsst uns, der wir mit Respekt entgegensehen; eine atemberaubende Silhouette, an die wir uns gerne erinnern werden.

Ich schreibe meinen Dank an alle Crewmitglieder, sehr angenehme und faire Kameraden, mit denen es jeden Tag was zu lachen gab. Eine gelungene Woche mit schönen Erinnerungen.

Zoran


26.04. – 03.05.2014 Calais – London

Skippper: Andi und Urs
Crew: Paul, view Christian, Matthias, Thomas
Törn: Calais – London total 373 Seemeilen

 

Vorwort

Anfangs Februar treffen wir uns im Restaurant Schmiedstube in Bern und sehen einander das erste Mal. Nach der üblichen Vorstellungsrunde der Anwesenden werden Törnablauf, „Ämtliverteilung“ und Wünsche der Crew besprochen. Wir sind uns einig betreffend Leben und Ausbildung an Bord und neugierig wie die Woche auf dem Schiff sein wird. Aber die Zeit geht (wie immer an diesen Crewtreffen) flugs vorbei und bald schon sagen wir einander „also Tschüss bis im April“.

Am Freitagnachmittag vor dem Törnbeginn treffen nach und nach Skipper und Crew beim Hotel für die Übernachtung in Calais ein. Das gibt uns die Gelegenheit die grössten Einkäufe für den Törn bereits zu tätigen damit wir am Samstag nicht wertvolle Zeit damit verlieren und wir schon bald ablegen können. Am Abend sitzen wir gemütlich bei köstlichem Essen und einem guten Glas Wein und lernen einander besser kennen. Die Stimmung ist gut und nach dem Begleichen der Rechnung brechen wir auf und gehen zum Hotel zurück.

26.04.2014 Calais – Dunkerque

Am Morgen zwischen 800 und 900 stehen wir mit unseren Einkäufen beim Eingang der Marina wo die Rolling Swiss II am Steg vertäut ist bereit und warten geduldig bis die Schiffsübernahme durch die Skipper durchlaufen ist. Schliesslich dürfen wir an Bord und verstauen unsere Einkäufe in den dafür bestimmten Fächern und im Kühlschrank. Jeder bezieht seinen Kojenplatz und richtet sich ein. Wir erhalten den ersten Eindruck vom Schiff und Urs (unser Skipper 2) beginnt mit der Sicherheitseinweisung und erzählt uns einige Dinge über die Rolling Swiss II. Nach dieser für die CCS-Törns obligaten Sache geht es los. „Seemannschleidli“ und Rettungswesten anziehen und Andi (unser Skipper) bespricht mit uns wie er das Ablegemanöver durchführen will. Nachdem die Leinen los sind dümpeln wir gemütlich auf die Brücke zu die nächstens geöffnet wird um ins Hafenbecken zu gelangen. Dort verkehren wiederum die Fähren nach England und wir müssen uns via Funk bei der zuständigen Behörde anmelden um aus dem Hafen fahren zu dürfen. Wir dürfen im Fahrwasser einer solchen Fähre Calais verlassen und nehmen um halb eins Kurs nach Dunkerque. Die Strömung verhilft uns zu gut siebeneinhalb Knoten Fahrt durchs Wasser. Die Stimmung auf der Brücke ist gut und die „Neuen“ welche die Rolling Swiss II bis jetzt noch nicht gekannt haben lernen einiges. Da ist zum Beispiel ein graues Schifflein welches sich uns von der Steuerbordseite her nähert. Gibt es hier eine stehende Peilung? Wer hat nach KVR Vortritt? Die Situation wird von uns souverän gemeistert. Irgendwann fällt es einem Crewmitglied auf dass der Name unseres Schiffes am Funk genannt wird. Schnell merken wir das graue Schifflein gehört zur Flotte des französischen Zolls und avisiert uns einen Besuch. Wir werden angewiesen den Kurs mit reduzierter Geschwindigkeit zu halten damit die Zollbeamten von ihrem Motorschlauchböötlein aus bei laufender Fahrt auf die Rolling Swiss II umsteigen können. Diese ganze Kontrolle läuft geordnet und diszipliniert ab. Die Beamten sind freundlich aber auch bestimmt. Unser Skipper zeigt dem Einen die Schiffspapiere. Ein Anderer sieht sich unsere Pässe an. Zwei Beamte schauen in den Kühlschrank und die Backskisten. Einer schraubt am Antennenbügel die runden Abdeckungen ab und schaut mit Hilfe eines Spiegels hinein. Dann die Deckel des Bodens. Die Kojen und Taschen der Crewmitglieder werden unter unserem Beisein durchsucht. Keine Drogen oder Schmuggelware werden gefunden. Alles ist in Ordnung wie es sich gehört. Nach einer knappen Stunde verabschieden sich die Zöllner wieder und steigen in das motorisierte Schlauchboot. Und keiner der Beamten fällt ins Wasser. Diejenigen welche eine solche Kontrolle noch nie erlebt haben sind um eine Erfahrung reicher. Jetzt endlich haben wir Zeit unsere MOB-Manöver zu üben. Dabei können wir einen sehr guten Eindruck gewinnen wie sorgfältig sich die Rolling Swiss II fahren lässt. Später fahren wir weiter in die Richtung unseres Zielhafens den wir etwa um 1700 erreichen und machen das Schiff im Port du Grand Large fest.

27.04.2014 Dunkerque – Lowestoft

Es ist etwa halb vier Uhr am Sonntagmorgen. Crew und Skipper sind in voller Montur zwischen Morgenessen und den Vorbereitungen für die Überfahrt nach England. Rund 120 Seemeilen stehen heute auf dem Programm und pünktlich um vier Uhr werden die beiden Motoren der Rolling Swiss II angeworfen. Wettermässig stehen teilweise Regen bei drei bis vier Windstärken und 0,5 bis 1 Meter Wellengang auf unserem Weg. Also ideal mit einer Motoryacht unterwegs zu sein und im trockenen zu sitzen. Eine Hafenausfahrt im Dunkeln gestaltet sich navigatorisch interessant. Leucht- und Richtfeuer müssen richtig interpretiert werden um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Ein Vergleich zwischen der konventionellen Seekarte auf Papier und dem modernen elektronischen Gerät ist auch in einer solchen Situation ein guter Erfahrungswert den wir machen. Wie blinkt das nächste Seezeichen? Dreimal in zehn Sekunden? Vergleichen mit der von den Tagesnavigatoren erstellten Wegpunktliste und wieder einmal erfahren wie Theorie und Praxis funktionieren. Wir profitieren alle davon. Als es draussen heller wird sieht es wieder anders aus. Es ist nicht mehr viel zu tun als Kurs halten und nach eventuellen „Gegnern“ Ausschau zu halten. Die einen gehen bei Gelegenheit ein erstes Nickerchen machen. Irgendwann wird dann aber dem einen oder anderen bewusst warum dieses Schiff den Namen Rolling Swiss II trägt. Wind und Wellensystem tragen einen guten Teil dazu bei. Es schaukelt manchmal ziemlich fest und der Schreiberling steht dann doch mehrmals diskret an die Reling und nimmt‘s aber mit Humor als er sich ein Teil des Morgenessens durch den Kopf gehen lässt. Bekanntlich hilft das vorher eingenommene Stugeron in solchen Fällen aber wenn es originalverpackt in der Koje liegt… . Später beruhigt sich die ganze Situation wieder als die Wellen von einer anderen Seite her auf das Schiff treffen. Am Nachmittag nach drei Uhr werden die Uhren von UTC +2 (MESZ) auf UTC +1 umgestellt. Andi geht die britische Gastlandflagge suchen die später dann montiert wird. Als wir das Schiff im Hafen Lowestoft am Steg festmachen ist es ein wenig nach 1900 Uhr. Wir haben England nach gut 15 Stunden Fahrt erreicht. Paul und Christian widmen sich einer wichtigen Arbeit im Motorenraum – der Reinigung der Wasserfilter. Matthias und Thomas sehen sich dabei schon einmal ein wenig die Navigation für den nächsten Tag an. Schon bald sitzen alle am Tisch und essen. Der Tag klingt langsam aus.

28.04.2014 Lowestoft – Shotley

Nach dem Morgenessen macht sich Thomas auf den Weg zum Büro des Hafenmeisters um den Liegeplatz zu bezahlen. Der Chef der Marina wünscht dass die verantwortlichen Schiffsführer via Funk ihre Hafenausfahrt avisieren. Es kann zu gefährlichen Situationen kommen weil Frachtschiffe auf ihrem Wasserweg eine mit Lichtsignalanlage geregelte Brückenpassage befahren und dieser Wasserweg führt vor der Hafenausfahrt vorbei. Der Hafenmeister muss zuerst sein Einverständnis geben bevor die Rolling Swiss II aus dem Hafen auslaufen darf. Aha. No problem Sir we will contact you by radio when we are ready to go ? (and have a nice day)…
Später melden wir uns wie gehabt via Funk beim Hafenmeister und machen bis zu seinem Einverständnis noch ein kleines Hafenmanöver. Dann dürfen wir auslaufen und geniessen das englische Wetter. Heute erwartet uns eher eine kurze Etappe entlang der Küste vorbei am Leuchtfeuer in Southwold bis zum Nordquadranten North Shipwash. Von dort aus gelangen wir in die Einfahrt der Bucht von Harwich. Diese Einfahrtsmündung liegt zwischen Felixstowe und Harwich und ist recht gut betonnt. Zwei Flussläufe laufen hier zusammen. Westlich der River Stour und nördlich der River Orwell. Das Wetter wird besser und Sonne zeigt sich. In Felixstowe sind riesige Verladeterminale für Frachtschiffe gebaut und wir können von weitem sehen wie Container für Container verladen werden. Wir fahren westlich und nachdem Südquadranten Shotley Spit und der grünen Tonne Ganges biegen wir mit der Rolling Swiss II in die Einfahrt der Shotley Marina. Diese muss zielgenau auf den Eingang des Locks gefahren werden. Back- und Steuerbordseits ist bei Wassertiefstand die Uferzone trockengelegt. Es ist jedoch bei sorgfältigem Rudergang kein Problem da der Einfahrtskanal zusätzlich zwei Meter ausgebaggert ist. Die kleine Schleuse in der Hafeneinfahrt von Shotley ist ebenfalls durchdacht konstruiert. Beidseitig können wir unser Schiff an einem Schwimmsteg in der Schleuse festmachen. Der Hafenmeister begrüsst uns hier bereits als wir am „heraufschleusen“ sind und zeigt sich sehr hilfsbereit. An unserem zugewiesenen Platz sehen wir später noch besser zu den Verladeterminals hinüber weil diese Marina in dem Sinne „erhöht“ liegt. Und auch während der Nacht werden wir immer wieder daran erinnert dass irgendwo in der Nähe gearbeitet wird.

29.04.2014 Shotley – Titchmarsh

Heute füllen wir noch den Wassertank der Rolling Swiss II auf bevor wir die Shotley Marina verlassen. Der Schleusengang funktioniert perfekt. Durch die ausgebaggerte Einfahrtsstrasse hindurch gelangen wir wieder zum Südquadranten von dem aus wir nun den River Orwell hinauffahren in Richtung Ipswich / Greenwich. Auf der Fahrt durch den Flusslauf hinauf bekommen wir einen ländlichen Eindruck von England. Immer wieder kommen wir an Mooringfeldern vorbei wo die Engländer ihre Segelschiffe und Motorboote stationiert haben. Schliesslich passieren wir die Orwell Brigde und gelangen zum West Bank Terminal des Port of Ipswich. Noch weiter fahren wir und lassen die Einfahrt des Locks des Hafens Steuerbord stehen. Nach ein paar hundert Metern machen wir Halt an einer engen Stelle des River Orwell und beginnen mit unseren Tellerwendemanövern. Nach diesen Übungen nehmen wir wieder Kurs zur Bucht in der die Mündung der beiden Flussläufe ist. Schliesslich tuckern wir friedlich ins offene Meer mit der Rolling Swiss II und bewegen uns nach der Vorbeifahrt am Nordquadranten Landguard und der gelben Tonne Pye End südwestlicher entlang der Küste. Nach etwa 6 nautischen Meilen gelangen wir in die nächste Bucht und folgen südlich dem Walt-On-Channel. Hier ist wiederum exakte Navigation gefragt. Wir haben die Gelegenheit die Seezeichen auf der Papierseekarte mit den elektronischen Angaben zu vergleichen und erkennen manchmal Unterschiede die unsere Fahrt mit dem Motorboot jedoch nicht beeinträchtigen. In diesem Flusslauf hat die Höhe des Pegels den Hochwasserstand noch nicht erreicht aber es genügt längstens für die Fahrt bis zur Titchmash Marina. Per Funk melden wir uns an und bekommen einen Platz zugeteilt. Nach dem Ankertrunk begeben sich Skipper und Crew ins Städtchen um Einkäufe zu machen und sehen sich ein wenig um. Nur der heutige Tageskoch bleibt zurück um sich der Vorbereitung des Menus zu widmen.

30.04.2014 Titchmash – Burnham on Crouch

Der heutige Tag beginnt gemütlich mit dem Morgenessen und den letzten Vorbereitungen zum Ablegen. Wir sind nach unserem Zeitplan in Bezug auf das Hochwasser ein wenig zu früh und nutzen die Gelegenheit wiederum ein paar Hafenmanöver zu machen. Etwa um 0930 UTC +1 fahren wir aus dem Hafen und navigieren mit Kurs nach Sicht (und selbstverständlich auch Seekarte) mit Hilfe der zusammengestellten Wegpunkteliste. Nach der Haufenausfahrt sichten wir eine Robbe die ihr morgendliches Bad nimmt. Die Passage durch den Flusslauf verläuft reibungslos und schon bald sind wir mit der Rolling Swiss II wieder aus der Bucht raus im offenen Meer. Unser nächstes Ziel sind die Gunfleet Sands Offshore Wind Farm Anlagen. Dort wollen wir uns mit der Thematik ums Ankern auseinandersetzen. Um diese Windkraftwerke im Wasser zu erreichen halten wir Fahrt bis zur rotweissen Tonne Pye End und wechseln für die nächsten 8 nautischen Meilen auf einen südöstlichen Kurs bis zur roten Tonne Wallet No2. Irgendwann überqueren wir die Seaward Limit und sind im Gebiet welches von der Port of London Authority kontrolliert wird. Als wir später an dem Feld mit den Windkraftanlagen vorbeifahren und unsere Fotoapparate und Handys (für Facebook und WhatsApp) in Gebrauch nehmen wird uns die Grösse und Höhe der einzelnen Stromerzeuger die im Wasser verbaut sind bewusst. Um knapp halb zwei Uhr setzen wir den Anker nahe des Windkraftfeld und machen gemütlich Kaffeepause für etwa eine Stunde. Die Sonne schaut sogar ein wenig hervor und die einen machen es sich bequem auf den Liegepolstern des Vorschiffes. Als wir weiterfahren merken wir jedoch schnell dass die Sicht nicht unbedingt besser ist nur weil die Sonne scheint. Im Gegenteil wir müssen sogar noch besser aufpassen damit wir die Seezeichen bis zur Bucht von wo der River Crouch in das Landesinnere einmündet erkennen weil es immer ein wenig blendet. Die kleine Flussfahrt verläuft ebenfalls gegen die Sonne bis zur Hafeneinfahrt von Burnham on Crouch. Wir sind ehrlich und müssen uns eingestehen dass dieser Sonnenschein unserem Gemüt gut tut und als wir unser Anlegemanöver am per Funk zugeteilten Kopfsteg vollzogen haben können wir den Ankertrunk draussen auf der Brücke geniessen.

1.05.2014 Burnham on Crouch – Gravesend

Was heute fast unmöglich scheint wird ist bereits Wirklichkeit. Es ist die navigatorische Herausforderung mit dem Ziel der Umrundung der Isle of Sheppey. Die Berechnungen sind gut vorbereitet und wir fahren gemütlich seit fünf vor sechs morgens mit der Rolling Swiss II den River Crouch den Seezeichen entlang aus der Bucht ins offene Gewässer. Das Zeitfenster für die Fahrt um die Isle of Sheppey ist ein wenig mehr als sieben Stunden. Zuerst aber nehmen wir einen südlichen Kurs und fahren nach etwa vier Stunden an den Maunsell Forts vorbei. Dies sind im Wasser versenkte Geschütztürme welche im zweiten Weltkrieg der britischen Admiralität zur Verteidigung der Küstenlinien diente. Vereinzelt sind diese Zeitzeugen noch vorhanden und geben der Szenerie etwas Gespenstisches. Es wird uns doch bewusst dass die Geschichte hier sehr gut present ist. Auf der Steuerbordseite sehen wir ein kleines Windkraftfeld. Kurz vor elf Uhr münden wir mit der Rolling Swiss II in den Swale River ein herum um das östliche Kap Shellness. Exakt folgen wir dem Flusslauf vorbei am Nordquadrant Faversham Spit. Auf den Hügeln neben dem Wattgebiet grasen Kühe deren Rasse wir nicht erkennen. Alte verlassene Industriehäfen und Schiffe deren Kapitäne die Gezeitenberechnung nicht richtig durchgeführt haben erinnern uns an die vergangenen Zeiten. Wir passieren vorsichtig seichte Stellen ohne Probleme. Die Brücke Sheppey Way bei der Kingsferry Bridge wird für uns nach Avisierung durch Funk geöffnet. Nach gut dreieinhalb Stunden Fahrt um die kleine Insel gelangen wir durch die durch die Mündung des Medway Rivers in die Themse. Nach der gelben Tonne Sea Reach No 7 folgen wir etwa fünf Seemeilen dem Flusslauf und fahren vorbei an Containerterminals für die ziemlich grossen Frachtschiffe und steuern auf unser Ziel Gravesend zu welches flussaufwärts auf der linken Seite liegt. Nach einer Anfrage via Funk genehmigt man uns an der inneren Seite des Town Pier der Tilbury Ferry anzulegen. Das ganze Prozedere geschieht unter den Augen der neugierigen Passagiere die auf ihre Fahrt mit der Fähre warten. Ja die Schweizer machen das souverän und haben die Show „im Sack“. Danach macht ein Teil der Crew einen kleinen Landgang und schaut sich das Städtchen an. In einem Pub genehmigt man sich dann das erste Guiness an Land. Zurück auf der Rolling Swiss II warten bereits das Abendessen und die Navigationsvorbereitungen für den nächsten Tag.

2.05.2014 Gravesend – London Imperial Wharf

Morgens nach halb sieben werden die Motoren der Rolling Swiss II gestartet und wir legen mit dem Motorboot ab in Richtung London. Es liegen etwa knapp 30 Seemeilen vor uns bis wir das Ziel bei der London Imperial Wharf erreichen werden. Vorsichtig kalkulieren wir ungefähr 5 Stunden Fahrzeit mit 6 Knoten Geschwindigkeit. Nach den Tilbury Docks auf der rechten Seite fahren wir die erste Linkskurve um das Broadness Lighthouse herum. Bereits jetzt fahren wir unter der ersten Brücke durch (es ist die Queens Elizabeth II Bridge) und passieren die nächsten paar Verläufe der Themse. In der Nähe des Gallionspoint sichten wir wieder eine Robbe die im Fluss herumschwimmt. Wir steuern mit unserer Motoryacht vorbei an den Royal Victoria Gardens und North Woolwich. Dahinter liegen die King George V und Royal Albert Docks wo sich der City Airport von London befindet. Jetzt müssen wir das Thames Barrier durchqueren aber zuvor avisiert Matthias via Funk die zuständige Kontrollstelle welche uns die Erlaubnis geben muss. Die wird uns auch gegeben und die Gates wovon wir eines passieren müssen werden mit einer Lichtsignalanlage geregelt. Danach geht über uns die Hochseilbahn welche die Docklands mit dem bekannten O2 Area verbindet über die Themse. Uns fällt auf dass immer mehr Verkehr auf dem Wasser herrscht und müssen auf die vortrittsberechtigten Ferrys achten welche zwischen den Ufern der Themse hin- und herpendeln. Die Taxiboote auf dem hiesigen Gewässer sind mit bis zu 25 Knoten schnell unterwegs. Vorsicht und Aufmerksamkeit der Schiffsführer ist oberstes Gebot. Kurz vor der Tower Bridge funkt Urs die zuständigen Leute an für das Tanken der Rolling Swiss II. Wir legen bei der Fuel Barge an und warten auf den Tankwart. Auf dieser Fuel Barge ist es fast wie auf einem Kinderspielplatz für technisch interessierte Erwachsene. Durch die verstaubten Scheiben sehen wir ins Innere des Büros des Treibstoffverkäufers. Nichts ist aufgeräumt und Chaos total. Belege die vermutlich sorgfältig in Registern abgelegt werden sollten liegen auf dem dreckigen Boden herum. Nach über einer Stunde warten und Versuchen mit den Zuständigen Kontakt aufzunehmen legen wir in nicht mehr so guter Stimmung ab und fragen uns wo das Interesse der Betreiberfirma bleibt Geschäfte zu machen. Der Pegel des Hochwassers steigt und wir müssen unter den Brücken hindurchkommen bis zur Imperial Wharf. Zulanges Warten können wir uns nicht erlauben und so fahren wir unter den ersten Brücken (angefangen bei der Tower Bridge) durch. Bei einigen Brücken klappen wir die Antennen der Rolling Swiss II um damit alles gut geht. Vorbei am gigantischen Riesenrad von London dem London Eye auf der linken Seite und weiter vorne dem Big Ben auf der rechten Seite. Bei der Westminster Bridge befindet sich eine zweite Fuel Barge. Wir machen nochmals einen Versuch dort zu tanken nach langem Warten entscheiden wir uns wieder zu gehen. Weiter vorne kurz vor der Vauxhall Bridge fahren wir am unscheinbaren Gebäude des Secret Intelligence Service vorbei. Anlegen ist hier strengstens verboten und Fototermine werden auch keine gegeben ;-). Nach der besagten Brücke befindet sich auf der gleichen Seite die Saint George Wharf mit den schicken Riverside Locations wo die Geheimagenten nach Feierabend an ihren Martinis nippen und mit den ansässigen Damen Bekanntschaft schliessen. Nach weiteren Brückendurchfahrten erreichen wir die Einfahrt des Chelsea Harbour wo sich unweit davon der Landesteg der Imperial Wharf befindet. Der Hafenmeister ist bereits mit Funk von uns über unsere Ankunft unterrichtet worden. Er steht am Pier und winkt uns zu einem freien Platz. Dort machen wir unser letztes Anlegemanöver auf diesem Törn und binden die Rolling Swiss II fest. Wir freuen uns dass alles gut geklappt hat während wir unseren Ankertrunk geniessen. Später im Hafenbüro stellt sich doch eine gewisse Ernüchterung ein… keine sanitären Anlagen… kein geliebtes WIFI… aber teuer bezahlen für den Platz (rund dreimal so viel wie vorher in anderen Häfen!). Nach der Reinigung des Schiffes gehen wir am Abend in der feinen Gegend von Chelsea an der Kings Road uns einen Apero im Pub genehmigen und essen gut in einer interessanten Location wo viel Betrieb herrscht. Der Tag klingt aus und auf dem Nachhauseweg machen wir noch einmal Halt in einem Pub wo wir uns einen Schlummertrunk gönnen und über die vergangenen Tage plaudern.

Nachtrag

Es ist Samstagmorgen und die Taschen stehen gepackt auf dem Steg. Die neue Crew trifft ein und wir verabschieden uns von Urs der als neuer Skipper für den nachfolgenden Törn auf der Rolling Swiss II bleibt. Wir geben ihm genügend Geld mit um mit dem Motorboot zu tanken. Irgendwie ist es ärgerlich dass dies hier auf der Themse nicht geklappt hat obwohl es im Reeds gut beschrieben ist. Vermutlich ist dies aber eben auch eine Erfahrung die man als Seefahrer macht und einem hilft in einem anderen Fall anders und besser zu entscheiden. Als wir nun die Imperial Wharf und die Rolling Swiss II verlassen kommt die Sonne hervor und blendet uns noch ein wenig. Nach und nach verabschiedet sich einer nach dem anderen aus unserer Gruppe. Unterschiedliche Flughäfen oder Bahnstationen… wie dies so läuft nach einem Törn. Der Schreiberling selbst bleibt noch ein paar Tage hier und schaut sich die Stadt an. See you und gute Heimfahrt den anderen Crewmitgliedern es war cool mit Euch.


12.04. – 19.04.2014 Rotterdam – Antwerpen

Skipper: Florin und Peter
Crew: Paulette und Jürg

Binnen und Buiten in Holland und Belgien

Samstag, 12.4. Schiffsübernahme in der City Marina im Entrepothaven in Rotterdam.
Einkaufen im grossen Supermarkt, der den Namen „Jumbo“ zu Recht trägt. Dementsprechend dauert das Zusammensuchen der Waren nach Einkaufszettel so viel Zeit, dass der Skipper entscheidet, erst am Sonntag auszulaufen.

Sonntag, 13.4.  Rotterdam – Hoek van Holland – retour bis Abzweigung in die Oude Maas – Spui – Haringvliet – Willemstad (nicht das auf Curaçao …).
Interessante Fahrt auf der Nieuwe Maas und dem Nieuwe Waterweg durch den drittgrössten Seehafen der Welt (nach Shanghai und Singapur) mit seinen unzähligen Becken bis zum Europoort. Dank AIS und aktiviertem Radarreflektor wird unsere Fahrt von den verschiedenen Verkehrszentralen überwacht. Wir haben auch immer schön den entsprechenden, auf der Seekarte vermerkten VHF-Kanal eingestellt. So werden wir prompt einmal angerufen und gewarnt, dass aus einem der Hafenbecken gleich ein grosser Binnenkahn auslaufen werde. Und schon taucht er auf und dreht hinter uns ein
Nicht nur ein riesiger vollbeladener Tanker kommt uns bei Hoek van Holland bei der Mündung in die Nordsee entgegen, sondern auch beängstigend grosse Wellen, verursacht durch Strom gegen Wind und Kreuzseen. Sie werfen die Rolling Swiss II wie eine Streichholzschachtel hin und her, im Salon scheppert es gewaltig. Zum Glück entscheidet der Skipper umzukehren und Binnen weiterzufahren.
Nach einiger Fahrzeit biegen wir in die Oude Maas ein. Hier verkehren schier pausenlos Binnenschiffe in beide Richtungen.
Plötzlich werden wir per Funk angerufen. „Rolling Swiss – Rolling Swiss What is your intention?“ tönt es aus dem Lautsprecher. Nach einer kurzen Kommunikation werden wir höflich gebeten: „Please keep you on the green side …“. Was war der Grund? Der Schreibende hat eine Brückendurchfahrt steuerbord voraus mit zwei orange beleuchteten Lichtern als „Durchfahrt gesperrt“ interpretiert und daher die backbordseitige Durchfahrt anvisiert. Hoppla … für alle, die es auch nicht auf Anhieb wissen: Die zwei Lichter bedeuten „Durchfahrt hier, Mitte des Fahrwassers“. Schon wieder was gelernt. Nach einem raschen Wechsel auf die (nicht betonnte) „green side“ wird ein kurzer Funkspruch mit einer Entschuldigung an die Verkehrszentrale freundlich quittiert mit: „No problem at all, that’s our job“.
Nach der Durchfahrt der Spui und einem Teil des Haringvliets erreichen wir Willemstad.

Montag, 14.4. Hafentag in Willemstad
Wegen konstantem Starkwind (das Haringsvliet schäumt quer von Nordwest nach Südost) und einer Warnung vor Sturmböen mit Stärken 8 bis 9 und der Information des Hafenmeisters, dass ein Queren der Osterschelde bei diesen Umständen heikel sei, beschliesst der Skipper, heute einen Hafentag in Willemstad einzulegen.
Das Städtchen hat einen kleinen, aber sehr interessanten Stadtkern, mit vielen gut restaurierten Bauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Es ist eine typisch holländische kleine Festungsstadt. Die Stadtbefestigung von 1602 hat sieben Bastionen, für jede Provinz der damaligen Republik der Niederlande eine. Sie wurde in den 1980er Jahren restauriert. (Quelle: Wikipedia).
Die sieben Bastionen sind aussen von einem Wassergraben und einem Damm umgeben. Dieser wird auf der Aussenseite mit einem weiteren Wassergraben geschützt.

Dienstag, 15.4.  Willemstad – durchs Volkeraak – Mastgat – Osterschelde – Verse Meer – Kanal van Walcheren – Middelburg
Eine schöne Fahrt durch die holländische Landschaft, einige Male „unterbrochen“ durch Schleusen, führt uns zum Kanal van Walcheren. Dieser verbindet die Binnenwasserstrassen bei der Seeschleuse in Vlissingen mit der Nordsee.
Middelburg liegt nördlich von Vlissingen auf der Halbinsel Walcheren, in der Provinz Zeeland. Im zweiten Weltkrieg wurde die Innenstadt von Middelburg schwer zerbombt. Das heute historisch wirkende Stadtbild basiert auf einer lückenlosen Rekonstruktion.
Hier möchten wir gerne im Binnenhaven festmachen. Wir stellen fest, dass die Brücke erst ¾ Stunden nach unserer Ankunft geöffnet wird und machen an einem Wartesteg fest. Später kommt der Hafenmeister und teilt uns mit, dass er die Brücke in der Vorsaison noch nicht öffne, dass wir aber am (gut gelegenen) Wartesteg übernachten dürften. Der Vorteil ist, dass wir am Morgen gleich ungehindert losfahren können.

Mittwoch, 16.4.  Middelburg – Zeebrugge – Breskens
Auf einer Strecke von 4 Seemeilen zwischen Middelburg und Vlissingen sind fünf Brücken und die Seeschleuse Vlissingen zu passieren. Statt der geschätzten Stunde dauert es zwei Stunden bis wir nach der Seeschleuse in die Mündung der Westerschelde einfahren können. Das Öffnen der Brücken geschieht nicht koordiniert, vor jeder müssen wir eine geraume Zeit warten.
Im betonnten Fahrwasser fahren wir bei ruhiger See und kaum Wellenschlag bis Zeebrugge, BEL. Wir verpflegen uns hier in einem Restaurant. Die Sonne scheint und es ist angenehm warm, wir können draussen sitzen.
Die weitere Fahrt bringt uns zurück zur Mündung der Westerschelde. Gegenüber von Vlissingen machen wir in der Marina von Breskens fest.

Donnerstag, 17.4.  Breskens – Hansweert (Schleuse) – Wemeldinge
Wir fahren im betonnten Fahrwasser die Westerschelde hoch, Richtung Antwerpen. Eine interessante Fahrt. Immer wieder begegnen uns Seeschiffe und wir werden von Binnenschiffen überholt. Kurz bevor wir das Fahrwasser nach Backbord queren müssen um in die Schleuse von Hansweert einzufahren, werden wir von zwei Seeschiffen überholt, die bereits seit einiger Zeit hinter uns her gefahren sind und uns langsam aufgeholt haben. Wir fahren etwas ausserhalb des Fahrwassers, damit sie ungehindert passieren können.
Von der Schleuse erhalten wir über Funk Bescheid, dass wir hinter den Berufsschiffen einfahren können.
Nach einer ungefähr einstündigen Kanalfahrt erreichen wir die Marina von Wemeldinge. Vor dem Nachtessen haben wir die Gelegenheit das rückwärts Einfahren in eine Box bei böigem Seitenwind zu üben. Danke Florin, Du hast es nicht nur geschafft, mich ins Schwitzen zu bringen, sondern dank Dir ich habe auch eine Erkenntnis gewonnen, die mich nun punkto manövrieren (hoffentlich) weitergebracht hat! 

Freitag, 18.4.  Wermeldinge – Westerschelde – Antwerpen
Kurz nach 8 Uhr morgens verlassen wir Wemeldinge, damit wir die Marina in Antwerpen gegen Mittag erreichen. Nach dem Verlassen der Schleuse in Hansweert „kämpfen“ wir uns bei einer Gegenströmung von rund 3 Knoten die gewundene Westerschelde hoch. Wiederum eine sehr interessante Fahrt. Dort wo uns der Strom seitlich versetzt, gilt es aufzupassen, dass wir immer schön im betonnten Fahrwasser, wenn auch an dessen Rand, bleiben. Schnell würden wir sonst in die seitlich gut sichtbaren Untiefen vertrieben.
Um 1300 Uhr warten wir vor der Royerssluis um in den Hafen von Antwerpen zu gelangen. Zum Glück haben wir uns per Funk vorangemeldet. Wir erhalten die Nummer 7 zum Einfahren und brauchen nur etwa 10 Minuten hinter dem Berufsschiff Orion zu warten, bis die Schleuse geöffnet wird. Jetzt fahren von Steuerbord her 5 Binnenschiffe, aufgereiht wie auf einer Perlenschnur, in die Schleuse ein. Hinter der Orion haben wir noch als siebtes, letztes und kleinstes Schiff Platz. Es dauert lange, bis alle Schiffe ordentlich festgemacht haben, die Orion liegt sogar im „Päckli“ an einem grossen Tanker. Es ist imposant, mal so hochgeschleust zu werden.
Nun haben wir noch zwei Brücken zu passieren, um in die Marina zu gelangen. Drei Stunden haben das Schleusen und das Warten auf die Brückenöffnungen gedauert. Nach dem Diesel bunkern machen wir um 1600 in der Marina im Willemsdok fest.
Nun ist der schöne, abwechslungsreiche Törn leider zu Ende.
Ein ganz besonderer Dank gilt Paulette. Sie hat als gute Seele an Bord stets ausgezeichnet für unser leibliches Wohl gesorgt. Wir haben den Törn in einem bestens geführten fünf Sterne-Restaurant geniessen können. Merci beaucoup pour tout ton excellent engagement, Paulette!

April 2014 Peter